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Wien, am 29.10.2016

Rinder-Ferntransporte: Die Geschichte von Anton

Mein Name ist Anton. Ich bin in Österreich geboren. Das ist jetzt ein paar Monate her. An meine Mutter kann ich mich kaum erinnern. Wir durften nur ein paar Stunden miteinander verbringen. Dann haben sie mich von ihr weggebracht. Ich fühlte mich so einsam, ich habe tagelang nach ihr gerufen. Nach ein paar Wochen kam ich in eine gemeinsame Box mit Felix und Peter. Sie sind so alt wie ich und haben auch keine Mama mehr.

Eines Morgens wird es ungewöhnlich laut im Stall. Das Licht geht an. Männer kommen und treiben mich hinaus in den Gang. Sie sind brutal, ziehen an meinem Schwanz, ich habe große Schmerzen. Was wollen sie von mir? Ich weiß nicht wohin. Verzweifelt folge Felix hinaus aus dem Stall. Peter kommt hinterher. Ich höre ihn keuchen und husten. Draußen steht ein Transporter bereit. Entsetzt bleibe ich stehen. Ich weiß, dass niemand, der dort hineingegangen ist, je wieder zurückgekommen ist. Ich will zurück in meine Box laufen, doch ein Mann kommt mir in die Quere und schlägt mich so lange bis ich wieder die Richtung wechselte. Panisch laufe ich die Rampe hinauf. Felix und Peter drängen sich an mich. Mit einem Knall geht die Rampe zu und wir setzen uns in Bewegung.

Nach ein paar Stunden öffnet sich die Rampe erneut. Ein Mann stürmt herein und schlägt erneut auf uns ein. Um den Schmerzen zu entkommen, laufen wir die Rampe hinunter, einem Gatter entlang und eine andere Rampe wieder hinauf. Ich stoße gegen fremde Körper. Ich sehe mich um. Im Laderaum stehen unzählige ängstliche Tiere dicht aneinander gedrängt. Die Rampe knallt zu. Der LKW nimmt Fahrt auf.

Peter legt sich hin. Er atmet schwer und bekommt kaum Luft. Ich drücke gegen die anderen Tiere, um ihm mehr Platz zu verschaffen.

Auch Felix geht es immer schlechter. Er hustet stark und seine Augen tränen.

Stunden vergehen. Ich bekomme Durst, doch die Tränke ist unerreichbar. Wie lange müssen wir noch hier stehen?

Meine Beine sind schwach und mir ist so heiß. Ich möchte mich hinlegen, doch der Boden ist mit Dung übersät und es ist so wahnsinnig eng hier drin. Ich versuche noch durchzuhalten. Vielleicht hat diese Hölle bald ein Ende.

Es geht nicht mehr! Ich bin zu schwach. Ich breche zusammen und komme zwischen den Beinen der anderen zu liegen. Immer wieder spüre ich schmerzhafte Tritte. Ich bin mit Kot übersät. Aber ich schaffe es nicht wieder aufzustehen. Die anderen beginnen den Dung vom Boden zu essen. Ein verzweifelter Versuch, irgendwie bei Kräften zu bleiben.

Ein Mann stupst mich mit einem Stock an. Ich bemerke es zwar, bewege mich aber nicht. Erst als er mir Wasser ins Gesicht schüttet, kann ich mich auf die Beine hieven. Ich bekomme Wasser zu trinken. Ein kleiner Hoffnungsschimmer. Sind wir etwa endlich angekommen?

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir gerade einmal die Hälfte unserer Horrorfahrt hinter uns. Und ich ahnte noch nicht, dass es hinter der Laderampe noch viel schlimmer kommen würde…