Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (21.01.2010)
Wien, 21.01.2010
In Niederösterreich trafen vergangenen Samstag 20 Aktivist_innen auf eine Handvoll Jäger_innen
In Niederösterreich trafen vergangenen Samstag 20 Aktivist_innen auf eine Handvoll Jäger_innen
Nachdem der Verein Gegen Tierfabriken vermehrt von Anrainer_innen aus dem Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich angeschrieben und auf den Jägerball im Lasseerhof und die bei diesem Event zur Verlosung (!) stehenden Abschüsse von Tieren aufmerksam gemacht wurde, entschloss sich der VGT eine Kundgebung vorort abzuhalten. So kamen knapp 20 Jagdgegner_innen und stellten sich der Diskussion mit einigen jungen Waidmännern, die gar nicht glauben konnten, dass nun eine Demonstration stattfinden sollte und schon gar nicht, dass ihre Teilnehmer_innen fleischlos leben. „Na maximal 3, mehr sicher nicht!“ Genauso vehement wurde von ihnen die Meinung vertreten, Füchse seien Schädlinge und gehören weg. Die Gespräche verliefen aber restlos friedlich und auch eine Journalistin der NÖN – Niederösterreichischen Nachrichten – kam eigens um über die Kundgebung zu berichten. Die anwesenden Polizeikräfte waren sehr bemüht und stellten mehrmals klar, dass sie beiden Seiten neutral gegenüber stünden und eine friedliche aber laute Demonstration ein demokratisches Recht sei, das natürlich auch in Lassee ausgeübt werden darf.
Nach und nach zog sich die Jagdgesellschaft in das Innere des Gasthauses zurück, während die ganze Veranstaltung weniger einem gut besuchten Ball gleichkam als einem Wirtshausbesuch. Dafür würde sprechen, dass die Stimmung draußen die Gäste viel mehr zu interessieren schien als das eigene Event. Mit gezückten Foto- und Videokameras wurde die Kundgebung immer wieder ausgiebig dokumentiert und die eine oder andere Jägerballbesucherin schunkelte im Dirndl zu den von Trommelsounds untermalten Demosprüche. Zugegebenermaßen war die Stimmung auf der Demo recht mitreißend und so ging man – jede_r auf seiner bzw ihrer Seite der Straße – zu den Rhythmen mit.
Trotz der gelungene Performance der Kundgebungsteilnehmer_innen
bleiben die furchtbaren Umstände unter denen
allein in Österreich jährlich rund 1 Million
Wildtiere ihr Leben durch Waffen- und Fallenjagd
verlieren ein trauriges Faktum. Auch etwa 5.000
Haushunde und 30.000 Katzen fallen hierzulande
jedes Jahr der jagdlichen Neigung zum Töten
zum Opfer. Dass es sich bei Jägern und Jägerinnen
nicht wirklich um das von ihnen immer wieder
gebetsmühlenartig vorgeschobene „Hegen &
Pflegen" handeln kann, beweist auch die
makabere Verlosung im Rahmen dieses „Balls"
im Lasseerhof:
Abschüsse von Rehbock, Wildschwein und Kitz.
Bei Letzterem handelt es sich um ein junges
Reh. Warum gerade ein solches Tierkind den frühen
Tod durch Erschießen finden soll – sein Vollstrecker
wird per glücklichem Los bestimmt – bleibt wohl
jedem normal fühlenden und denkenden Menschen
ein Rätsel ...
Schließen Sie sich unseren kommenden Jägerballdemos an, denn nur selten gibt es eine Möglichkeit Jäger und Jägerinnen mit Protesten zu ihrem Treiben zu konfrontieren!
Oberösterreichischer
Jägerball
Zeit: Samstag, 23.01. 19:30 – 22:30
Ort: vor dem Palais „Kaufmännischer Verein“,
Ecke Landstrasse Bismarckstrasse, 4020 Linz
Jägerball Grünes
Kreuz
Zeit: Montag, 25.01. 19:30 – 23:00
Ort: am Heldenplatz, 1010 Wien, vor der Hofburg
Wiener
Landesjägerball
Zeit: Freitag, 12.02. 19:30 – 22:30
Ort: Hietzingerstraße 1A, 1130 Wien, vor dem
Parkhotel Schönbrunn
Wr. Neustädter
Jägerball
Zeit: Freitag, 12.02. 19:30 – 22:30
Ort: Wr. Neustadt vor dem Sparkassensaal
Verbreiten Sie die Termine per Mail oder Flugblatt (Flugblätter bei muck@vgt.at)!