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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.04.2010)

Wien, am 01.04.2010

Pressekonferenz der Grünen: SOS Osterhase!

Bundessprecherin Dr. Eva Glawischnig und Tierschutzsprecherin Mag. Christiane Brunner machen auf massive Attacken gegen Tierschutzbestimmungen aufmerksam

Intensive Kampagnen, Durchhaltevermögen und dauerndes Aufzeigen und Publikmachen der entsetzlichen Haltungsbedingungen von Abermillionen Nutztieren, haben ein Bundestierschutzgesetz hervorgebracht, das im Jahr 2005 in Kraft getreten ist. Nun fünf Jahre später, während Tierschutzressourcen großteils durch ein unhaltbares Gerichtsverfahren gebunden sind, soll das Gesetz nun massiv nach unten nivelliert werden.

Dr. Eva Glawischnig eröffnete die Konferenz mit dem aktuellsten Tierschutzproblem, dem Verordnungsentwurf des Tierschutzmintsters Stöger für die Haltung von Kaninchen. Sie kritisierte, dass Stöger hier nicht im Sinne der österreichischen Bevölkerung handle. Das Verbot der Käfighaltung muss für alle Kaninchen flächendeckend gelten, dem wird er aber in keinster Weise mit dem Verordnungsentwurf nachgekommen. Der Verordnungsentwurf ist ein Rückschritt hinter das Bundestierschutzgesetz!
Dr. Glawischnig betonte, dass wir einen Tierschutzminister brauchen, der für eine artgerechte Haltung sorgt und nicht einen, der vor der Agrarlobby in die Knie geht. Alle Kaninchen sollen das Recht haben ihrer Art entsprechend zu leben.

Der Verordnungsentwurf toleriere weiters zehnprozentige Abweichungen von den Werten der 1. Tierhalteverordnung. Das bedeute weniger Platz und weniger artgerechte Haltung, zum Beispiel auch bei Liegeboxen für Rinder. Mit dieser Bestimmung würde sogar das Schutzniveau der ehemaligen Landesgesetze teilweise unterschritten werden!

Auch das massive Bestreben der Agrarlobby nach ständigen Tierschutz-Verschlechterungen wurde thematisiert

So habe die OÖ Agrarlobby intensiv gegen das für das Jahr 2013 von der EU verordnete Verbot der Einzelhaltung für Zuchtsauen interveniert. Sie fordert eine Verlängerung der bestehenden furchtbaren Zustände des Lebens der Zuchtsauen in den Kastenständen bis zum Jahr 2018. Diese Haltung ist dermaßen tierquälerisch, dass hier sofortige Verbesserungen anzustreben wären.

Die NÖ Landwirtschaftskammer besteht auf das weitere tierquälerische Kastrieren der Ferkel ohne jeglicher Schmerzausschaltung. In der Schweiz ist diese Methode bereits verboten.

Das Abschleifen der Eckzähne sowie das Abschneiden der Schwänze werde in Österreich flächendeckend bei allen Mastschweinen in der Intensivtierhaltung (98%) durchgeführt, obwohl eine EU Richtlinie vorsehe, dass diese Eingriffe nur nach vorrangig anderen versuchten Maßnahmen durchgeführt werden dürften, um Schwanzbeißen und andere Verhaltensstörungen zu vermeiden. Die jetzigen entsetzlichen Haltungsbedingungen machen die äußerst intelligenten und sozial lebenden Tiere krank.

Ebenso akzeptiert die NÖ Landwirtschaftskammer nicht die bestehenden Bestimmungen der Besatzdichte bei Masthühnern. Ihr Ziel ist hier eine Nivellierung auf EU-Standard. Hier darf die Besatzdichte sogar 42 kg Huhn je m² betragen, wenn bei etwaigen Kontrollen keine weiteren Mängel festgestellt werden. Bei dieser Besatzdichte steht jedem Huhn die Größe einer dreiviertel A4 Seite zu!

Auch die Tierschutzsprecherin Mag. Christiane Brunner machte auf den sehr eigenartigen Zufall, dass gerade nun, wo die Tierschutzszene durch den Monsterprozess lahmgelegt worden ist, das Tierschutzgesetz schrittweise verschlechtert werden soll, aufmerksam.

Auch erwähnte sie das besondere Bestreben der Grünen nach einer Kennzeichnungspflicht aller Eier in der Lebensmittelherstellung und Gastronomie.

 

 

 

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