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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (29.01.2016)

Wien, am 29.01.2016

13. Treibjagd im Jagdgatter Weber bei Strem im Südburgenland seit Herbst 2015!

Zahlreiche Schüsse vom Gatterbesitzer als „Übungsschießen von Jungjägern“ erklärt; doch Schuss auf flüchtende Wildschweine sei 99 % Glückssache sagte Schießausbildner

Das Jagdgatter der Familie Weber bei Strem im Südburgenland hat nach eigenen Angaben 145 ha. Allerdings befinden sich auch einige extra eingezäunte Bereiche darin, es ist also verhältnismäßig sehr klein. Gestern Donnerstag fand dort die 13. Treibjagd dieser Saison statt. In Niederösterreich mit seinen 74 Jagdgattern dürfen die Treibjagden darin nur zwischen 16. September und 31. Jänner abgehalten werden. Im Burgenland gibt es keine derartige Begrenzung. Wenn sich zahlende Jagdgäste finden, darf das gesamte Jahr über zumindest auf Wildschweine geschossen werden – und die Rothirsche, Damhirsche und Rehe werden trotz Schonzeit in Mitleidenschaft gezogen. Aus einer älteren Preisliste für Abschüsse im Weber-Gatter geht hervor, dass man dort bis zu € 15.000 für Rothirsche, € 2.200 für Damhirsche, € 6.800 für Steinböcke, € 2.800 für Muffelwidder und € 1.200 für Wildschweine bezahlt.

Letztes Wochenende wurde im Jagdgatter Weber zusätzlich an beiden Tagen geschossen. Am Samstag zeigte ein Zählgerät innerhalb von 90 Minuten sage und schreibe 156 Schüsse an. Gatterbetreiber Fritz Scherngell-Weber meinte dazu dem VGT gegenüber, es habe sich um eine Treibjagd für Jungjäger in der Ausbildung gehandelt, und die würden eben dauernd daneben schießen. Dazu sagt der Jäger und ehemalige Schießausbildner bei der Polizei, Anrainer Gerhard L., selbst Augenzeuge, dass der Schuss auf ein flüchtendes Tier zu 99 % Glückssache ist. Die Treibjagd auf gehetzte Tiere geht also immer mit zahlreichen Fehlschüssen und viel Tierleid einher.

VGT-Obmann Martin Balluch: „Derartige viele Jagden mit derartig vielen Schüssen in einem so kleinen Gatter beweisen, dass hier ständig Tiere nachgeliefert werden müssen. Von der Straße aus sieht man Wildschweine am Zaun, die nicht weglaufen, wenn man auf sie zugeht. Die Vermutung liegt also nahe, dass diese Tiere aus Zuchten stammen, bei denen sie Kontakt zu Menschen hatten. Treibjagden auf diese Tiere im umzäunten Gelände sind eine furchtbare Tierquälerei. Wir appellieren an die zuständige Landesrätin Verena Dunst, bei der anstehenden Jagdgesetzesreform im Burgenland ein endgültiges Aus für diese rückständige Form von Abschießbelustigung zu erlassen!“

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