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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (04.03.2017)

Wien, am 04.03.2017

Vortrag und Workshop über die Spitzeltätigkeit von Staat und Firmen gegen NGOs

Evelin Lubbers auf Einladung des VGT zu Besuch in Österreich – ihr Buch „Secret Manoevres in the Dark“ bringt erschreckende Beispiele von Infiltrierung von Tierschutz- und Umweltgruppen

Eine NGO gegen einen großen, multinationalen Konzern, David gegen Goliath. Geschieht überall auf der Welt in westlich geprägten Demokratien, auch beim VGT. Und nun stelle man sich vor, der Konzern schickt bezahlte AgentInnen in die Tierschutz- oder Umweltgruppe, die sich anbiedern, zunächst ehrenamtlich mitarbeiten und dann sogar anstellen lassen. Undenkbar? Weit gefehlt! Normale Praxis, in vielen Bereichen. Es ist mittlerweile sogar ein Fall bekannt, bei dem ein Agent einer Firma der angestellte Kampagnenleiter in jener NGO und für jene Kampagne wurde, die sich gegen diesen Konzern gerichtet hatte. Unfassbar, aber tatsächlich dokumentiert. Nachzulesen im Buch Secret Manoevres in the Dark von Evelin Lubbers. Die Autorin war auf Einladung des VGT mehrere Tage in Österreich, um in einem öffentlichen Vortrag und zwei Workshops auf das oft ignorierte Thema aufmerksam zu machen.

Lubbers hat sogar beruflich mit dieser Frage zu tun. Sie gründete eine eigene NGO, die sich nur dem Aufdecken von in NGOs eingeschleusten Spitzeln aus Polizei und Privatwirtschaft widmet. Und sie war sehr erfolgreich. Ursprünglich aus den Niederlanden, gelang es ihr mittlerweile mit ihrem Verein in England 15 Polizeispitzel und zahlreiche Privatspitzel aufzudecken. Der letzte Erfolg stellte sich noch 2016 ein. Deshalb konnte sie dem VGT auch wertvolle Hinweise darauf geben, woran man Spitzel erkennt, und wie man sie isoliert und letztlich aufdeckt. Das Spitzelwesen ist jedenfalls die dunkle Seite unserer Demokratie, wenn die Mächtigen im Land ihre Macht für egoistische politische Motive missbrauchen. Kein Wunder, dass weder Polizei noch Privatwirtschaft zu ihren Spitzeloperationen stehen. Auch gegen den VGT sind schon mehrere Polizeispitzel aufgedeckt worden, und die Polizeiführung hatte sie im Tierschutzprozess noch explizit geleugnet.

Besonders erschüttert, dass es mittlerweile eigene Firmen gibt, die in der Privatwirtschaft ihre Spitzel anbieten. Die meisten Rekruten dafür stammen aus der Polizei, wo sie als Spitzel gearbeitet hatten aber dann ausrangiert wurden. Nun bieten sie sich mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung verschiedenen Firmen an. Es ist davon auszugehen, dass auch gegen den VGT weiterhin solche verdeckten Spitzeloperationen laufen. Tatsächlich gehen dazu immer wieder Hinweise ein und erst kürzlich hat ein Jäger in einem Prozess gegen den VGT interne Emails als Evidenz vorgelegt, die er sich nur durch Spitzeltätigkeit erschlichen haben kann. Es wird also notwendig sein, in Zukunft diesbezüglich weniger naiv zu sein. Der Besuch von Evelin Lubbers hat vielen AktivistInnen und MitarbeiterInnen des VGT die Augen geöffnet.

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