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Wien, am 13.09.2017

Infostand bei Erntedankfest

Zum Erntedankfest der ÖVP von 9. bis 10 September 2017, der dieses Jahr zum zweiten Mal im Wiener Augarten stattfand, informierten AktivistInnen des VGT zwei Tage lang über Tierschutz.

Wie in der VGT Nationalratswahl-Umfrage und Erhebung zur Einstellung der Parteien zum Tierschutz deutlich zu Tage tritt, ist die Suche nach ernstzunehmender Tierschutzarbeit in der ÖVP nicht gerade leicht, das Ergebnis nicht befriedigend. Dem entsprechend haben AktivistInnen des VGT die Gelegenheit genutzt, auch heuer beim jährlichen Erntedankfest der ÖVP diesen Mangel zu thematisieren. Dieses Jahr fand dieses Fest zum zweiten mal im Wiener Augarten statt. Die AktivistInnen stellten am Haupteingang zum Augarten ein Zelt mit mehreren Infotischen auf und verteilten Flugblätter, die spezifisch für diesen Anlass zusammengestellt worden waren.

Wegen des guten Wetters war allgemein im Augarten viel los. Das brachte auch dem Erntedankfest viele BesucherInnen. Obwohl Interviews mehrheitlich zeigten, dass den BesucherInnen der Augarten als Veranstaltungsort besser als der bisher übliche Heldenplatz gefallen würde, waren nach Einschätzung der AktivistInnen auch dieses Jahr wieder deutlich weniger Leute am Fest als in der Vergangenheit am Heldenplatz.

Auffallend war, dass die Wägen der mehrfach durchgeführten Umzüge ausschließlich mit Obst und Gemüse bestückt waren, während auf den Verpflegungsständen reichlich tierliche Produkte angeboten wurden. Auch hier zeigt sich, dass pflanzliche Lebensmittel, die tierqualfrei produziert werden können, offenbar ein netteres Ambiente schaffen und unkomplizierter sind, weil ihr Verzehr selbst nach suboptimaler Lagerung auf Umzugswägen nicht gefährlich ist. Tierprodukte können dagegen schnell derart verderben, dass sie Gesundheitsschäden verursachen und sie sind optisch und geruchlich weitaus problematischer.

Es gab nicht nur positive Stimmen zum Fest. Wegen dem offenbar massiven lokalen Widerstand dagegen, das Erntedankfest im Augarten abzuhalten, war ein politisches Tauziehen nötig, um den Event überhaupt, wie geplant, durchführen zu können. Die Ablehnung reichte bis zur Bezirksverwaltung, deren Widerstand aber dann letztlich von höherer Stelle gebrochen wurde.

Den AktivistInnen fiel diesmal der freundliche und konstruktive Auftritt der PolizeibeamtInnen auf, der in starkem Kontrast zum bisherigen Gebaren der Polizei am Heldenplatz steht, wo die AktivistInnen bei ähnlichen Gelegenheiten schon mehrfach sehr grob behandelt worden sind.

Kurios war auch die plötzlich massive Präsenz von NEOS WahlwerberInnen, die etwa ab Sonntag Mittag für einige Stunden den Vorplatz des Haupteingangs mit ihrer signalpinken Kleidung und ebenso schrillen Ballons fluteten. Die AktivistInnen mussten die NEOS-Leute mehrfach aus dem eigenen Kundgebungsbereich bitten, weil sie immer wieder eindrangen und so dafür sorgten, dass unklar war, ob die Leute vom VGT Tierschutzinfos oder Wahlwerbung verteilen.

In persönlichen Gesprächen mit bekennenden UnterstützerInnen von ÖVP und NEOS bestätigten sich auch noch mal die Rechercheergebnisse des VGT: Beide Parteien konnten auf keinerlei bemerkenswerte Bemühungen im Tierschutz verweisen. Auch ihr Abstimmungsverhalten in der parlamentarischen Vergangenheit zeigte deutlich, dass beide Parteien Tierschutzinitiativen nicht etwa stärken, sondern sogar aktiv behindern.

Bemerkenswert war auch der Umstand, dass vor Beginn des Fests der Spruch: Nver again! vom Flackturm im Augarten in unmittelbarer Nähe der Erntedankfest-Bühne übermalt worden ist. Es wurden nicht alle Graffitis entfernt, sondern ausschließlich dieser Spruch. Auch wenn nachvollziehbar erscheint, dass eine konservative Partei keine Graffiti-Wände auf ihrer Veranstaltung haben will, so ist doch seltsam, dass ausschließlich dieser Spruch übermalt wurde. Weil das doch viele Leute sehr kritisch sahen, wurden kurzerhand von engagierten BürgerInnen Plakate mit dem übermalten Spruch am Gelände aufgehängt, die aber anscheinend nicht lange zu sehen waren.

An diesem Wochenende erfuhren garantiert viele Menschen erstmals mehr über unsere Tierschutzanliegen. Wir bedanken uns herzlich bei allen engagierten AktivistInnen, die zum glatten Ablauf und Erfolg dieses Infostandes beigetragen haben. Einmal mehr zeigt sich, dass sich ein Einsatz aus Überzeugung lohnt und dass wir gemeinsam ein wertvolles Gegengewicht zur rücksichtslosen Verwertungslogik der Wirtschaft bilden können.

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