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Wien, am 12.10.2017

Wiener Kleintierschau – Der VGT erstattet Anzeigen

Am Wochenende fand in den Blumengärten Hirschstetten im 22. Wiener Gemeindebezirk eine Kleintierschau statt, bei einer persönlichen Kontrolle durch den VGT konnten mehrere gesetzliche Verstöße festgestellt werden.

Bei der Wiener Kleintierschau wurden sowohl Tiere zum Verkauf angeboten, als auch ausgestellt. Zudem gab es einen Streichelzoo und diverse Sonderschauen. Von einer dieser Sonderschauen, bei der Chinchillas prämiert wurden, tauchten öffentlich einsehbare Fotos auf Facebook auf. Darauf ist ersichtlich, dass die Tiere in sehr kleinen Käfigen gehalten wurden, ohne Einstreu, ohne Blickschutz, ohne Versteckmöglichkeit, ohne Wasser, ohne Futter. Ein klarer gesetzlicher Verstoß, spricht die Tierschutz-Veranstaltungsverordnung doch ausdrücklich davon, dass die Mindestschutzstandards, welche ohnehin viel zu gering sind, auch während der Prämierung eingehalten werden müssen.

Aufgrund der aufgetauchten Fotos wurde am Sonntag dann schließlich auch eine Kontrolle durch den VGT vorgenommen, bei welchem weitere Missstände festgestellt werden konnten. So wurde etwa eine Hasenmutter, samt ihren Kindern, am Boden ausgestellt, ebenfalls ohne Versteckmöglichkeit und mit kaum Einstreu. Für solche Tiere ist dies mit enormen Stress verbunden, rechnen diese in freier Natur immerhin ständig mit Fressfeinden aus der Luft. Zudem dürften einige Käfige klar zu klein gewesen sein. Fraglich war auch die Einzelhaltung von vielen Tieren, sowie, dass in diversen Fällen Futter als Einstreu verwendet wurde.

Als weiteren untragbaren Zustand muss der Streichelzoo bezeichnet werden, für den zwei geschätzt 12-jährige Burschen verantwortlich waren. Dies konnte Schildern entnommen werden, welche die beiden umgehängt hatten. Der Streichelzoo war in etwa 3x3 m groß und von Strohballen umgeben, darin befanden sich 5-6 Hasen und 1 Meerschweinchen. Unentwegt wurden die Tiere an anwesende Kinder überreicht, wobei die Tiere sichtlich gestresst waren und immer so schnell wie möglich die Flucht ergriffen, um sich wieder im Stroh zu verstecken.

Der Veranstalter der Messe hätte dafür Sorge tragen müssen, dass sämtliche gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden, er ist also für sämtliche Verstöße (mit-)verantwortlich. Da dies offensichtlich nicht geschehen ist, hat der VGT wegen diverser Verstöße Anzeige bei der zuständigen Behörde erstattet.

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