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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (18.12.2017)

Wien, am 18.12.2017

Neues Video aus Horror-Stall: das Ferkel hat noch gelebt!

Dunkelziffer des Todes – Sterbende und tote Schweine im Mastbetrieb

Jährlich werden in Österreich mehr als 5 Millionen Schweine in Schlachthöfen getötet. Zum Zeitpunkt ihres Todes sind die Tiere gerade einmal rund 6 Monate alt – dabei könnten sie locker 10 Jahre alt werden. Doch die Schweinefleisch-Industrie fordert noch viel mehr Opfer.

Immer wieder tauchen ganz besonders erschütternde Bilder und Videos von Schweinen auf, die in den Mastbetrieben einen leidvollen Tod erlitten haben. Ihre Geschichten werden jedoch nicht erzählt, keine Statistik nimmt ihr Leid auf. Wir können dabei nicht länger zusehen.

Einkalkuliertes Sterben

Eigentlich würde man meinen, dass sogenannte Ausfälle, wie die Industrie die vor ihrem Schlachttermin verstorbenen Schweine bezeichnet, der Wirtschaftsleistung der Betriebe erheblich schaden. Immerhin werden die Tiere gefüttert und untergebracht – nur um dann im Müll oder in der Tierkörperverwertung zu landen. Man würde meinen, dass die Betriebe alles tun, um diese Tode zu vermeiden und zu verhindern. Die Bilder und Videos, die dem VGT vorliegen, erzählen jedoch andere Geschichten. Sie erzählen von einsamen und schmerzhaften Toden, die durch medizinische Versorgung vermeidbar gewesen wären; sie erzählen von Toden aufgrund der furchtbaren Haltungsbedingungen in Enge und Dreck; sie erzählen von Toden aufgrund von Leistungszuchten.

Kannibalismus aus Frust und Langeweile

Bereits im Sommer deckte der VGT einen Fall auf, bei dem ein Schwein in einer Bucht vermutlich von anderen Schweinen zu Tode getrieben wurde. Der Mitarbeiter beließ das tote Tier bei den anderen in der Bucht – nur wenige Stunden später hatten sie den Kadaver zur Hälfte aufgegessen.

Auch im aktuellen Fall sieht man Aufnahmen von jungen Schweinen in der Ferkelmast, die an toten Tieren herumspielen und sie anbeißen. Der Verwesungszustand mancher toten Schweine lässt auch hier vermuten, dass die Toten nicht jeden Tag aus den Buchten geholt werden.

Kannibalismus ist in der Schweine-Industrie weitverbreitet. Der Frust aufgrund der völlig artwidrigen Haltung, die Langweile in den kahlen Betonbuchten und der soziale Stress wegen der unglaublichen Enge zwischen dutzenden Tieren pro Bucht treibt die Schweine zur Verzweiflung. Die hoch intelligenten und liebenswerten Tiere werden zu Kannibalen und Kannibalinnen.

Gleichgültiges Sterbenlassen

TierschützerInnen, die den Stall besuchten, konnten dem Leid nicht einfach nur zusehen, es nicht einfach nur für die Öffentlichkeit dokumentieren. Ein besonders schwaches, junges Schwein lag in einer Ecke der Ferkelmast-Bucht. Andere Schweine trampelten auf ihm herum, während er kaum noch atmen konnte. Sein Körper war überdeckt mit Kot, der sich in der Ecke gesammelt hatte.

Vorsichtig hoben ihn die TierschützerInnen hoch und wischten den feuchten Dreck aus seinem Gesicht. Er atmete nur noch langsam. So schnell sie konnten, brachten sie ihn in eine Tierklinik. Doch das kleine Schwein verstarb noch im Auto.

In seinen letzten Minuten wurde er nicht im Stich gelassen. Er starb nicht alleine.

Er wird nicht vergessen werden.

Die Dunkelziffer an Schweinen, die in den Betrieben sterben, ist immens. Dieses System hat keinen Platz in einer modernen, einfühlsamen Gesellschaft.

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