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Wien, am 05.03.2018

Kritik am AMA-Gütesiegel

Neues Video rüttelt am Image der AMA  

Ein neues Video des VGT befasst sich mit dem verbreiteten, oftmals fälschlichen Glauben, dass sich hinter dem AMA-Gütesiegel besonders guter Tierschutz verberge. Diese Kritik spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer Umfrage von Greenpeace an 1000 Österreicher_innen zu unterschiedlichen Gütesiegeln wieder. Das Fazit: Die Konsument_innen erwarten mehr vom AMA-Siegel als es tatsächlich leistet.  

Das verborgene Tierleid

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Skandale in Bereichen der AMA-Produktionskette aufgezeigt. Verdreckte Schweine harren auf Beton-Vollspaltenboden aus – nie im Leben spüren sie Gras oder Erde.1,2  Den männlichen Tieren werden ohne Betäubung die Hoden herausgeschnitten. Jedem Schwein mit einem „Schlachtgewicht“ von rund 100kg werden gerade einmal 0,7m² Platz zugestanden, davor noch weniger. In den Schlachthöfen werden die Tiere entweder mit fehleranfälligen Elektrozangen betäubt3 oder in CO2-Schächten minutenlang erstickt4. All dies ist im AMA-Gütesiegel erlaubt und die Norm.  

Gelungenes Marketing?

Doch diese Bilder und Informationen finden sich in der AMA-Werbung natürlich nicht wieder. Hingegen locken Billig-Preise der Supermärkte und „Fleisch-bringt’s“-Werbeclips der AMA die Menschen an die Fleischregale. Fast ein Drittel der Befragten in der Greenpeace-Umfrage glaubt, AMA-Produkte „mit gutem Gewissen“ konsumieren zu können; etwas mehr als 20% sind von höheren Tierwohl-Standards als gesetzlich vorgeschrieben überzeugt. Insgesamt erkennen gut 100% der Österreicher_innen das AMA-Gütesiegel.   Mangelhafte Information Dieses Bild der „guten Produktion“ unter dem AMA-Siegel ist so weit verbreitet, dass Verkäufer_innen in Supermärkten oftmals äußerst wohlwollende Antworten auf Nachfragen von potentiellen Kund_innen geben. „Kontrollierte Haltungen“, „alles artgerecht“ heißt es da, wie das neue Video des VGT zeigt. Doch eine Nachfrage in der AMA-Zentrale ergibt, dass sich hinter dem „Gütesiegel“ konventionelle Haltung nach dem gesetzlichen Mindeststandard verbirgt.  

Wir alle haben es in der Hand

Der VGT ruft Konsument_innen dazu auf, sich eingehend mit den Produkten, die sie kaufen, zu beschäftigen. „Gerade im Bereich von Fleisch und anderen Tierprodukten ist es nicht immer einfach, an genaue und richtige Informationen über die Haltung und den Umgang mit den Tieren zu kommen. Umso wichtiger ist es, dass die Kund_innen kritisch bleiben und immer wieder gezielt nachfragen“, erklärt VGT-Campaigner Tobias Giesinger. „Es ist erfreulich, dass schon so vielen Menschen Tierschutz sehr wichtig ist – die Menschen müssen das jetzt nur noch konsequent auf ihren Konsum umlegen!“  

(1) Betrieb 2017
(2) Betriebe 2012
(3) Schlachthofskandal 2015: Elektro-Betäubung
(4) Schlachthofskandal 2015: CO2-Betäubung


ZUR PETITION: vgt.at/fleischkennzeichnung

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