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Wien, am 15.03.2018

Tiertransport per Schiff: Österreichs grausamer Milchkälber-Export

VGT präsentiert Film über das Schicksal der Milchkälber Die österreichische Landwirtschaft trägt Verantwortung für unvorstellbares Leid!

Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation Animals International ist es dem VGT jetzt gelungen, den Weg von österreichischen Kälbern über einen Hafen in Kroatien bis in die Türkei nachzuverfolgen.

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Ein detaillierter Report liegt als PDF-Datei zum Download bereit:

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Mit dem Export in ein anderes EU-Land gibt Österreich scheinbar die Verantwortung für den Schutz der Tiere ab. Sie tauchen erst im Bildmaterial von Tierschutzorganisationen wie Animals International wieder auf, die im August 2017 die Verladung österreichischer Rinder auf ein Schiff dokumentiert hatte. Dem VGT ist es nun gelungen, ihren Weg nachzuverfolgen. Geboren in einer österreichischen Milchviehhaltung wurden sie zur Mast nach Italien verkauft – später ging es weiter über einen kroatischen Hafen zur Schlachtung in die Türkei.

Männliche Kälber gelten als unerwünschtes Nebenprodukt der heimischen Milchproduktion

Kühe geben wirtschaftlich gesehen nur genügend Milch, wenn sie jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen. Etwa 50 % der geborenen Kälber sind männlich – viel zu viele für Österreichs Landwirtschaft. Nach dem Motto Aus den Augen, aus dem Sinn, werden deshalb jährlich etwa 80.000* männliche, für die Milchwirtschaft nutzlose, Kälber ins europäische Ausland transportiert. Gemästet werden sie oft auf Beton-Vollspaltenböden. In vielen Fällen geht es nach der Mast per LKW und Schiff weiter zur Schlachtung in den Libanon, nach Israel oder in die Türkei. In vielen Ländern außerhalb der EU gibt es praktisch kein Tierschutzbewusstsein und somit auch keinerlei Vorschriften in Bezug auf den Transport, den Umgang oder die Schlachtung der Tiere – aktuelles Videomaterial zeigt den brutalen Umgang.

Grausame Praxis: Ausstechen der Augen

Animals International hat die Transport- und Schlachtbedingungen in der Türkei, Ägypten, dem Libanon und anderen Ländern des Nahen Ostens dokumentiert. Geschlachtet wird nicht nur in Schlachthöfen, sondern auch auf offener Straße und in Hinterhöfen. Die Arbeiter besitzen meist keine Ausbildung im Umgang mit Tieren. Aus der Überforderung geht eine grausame Praxis hervor – das Ausstechen der Augen und Durchtrennen der Beinsehnen. In allen Fällen folgt das Ausbluten bei vollem Bewusstsein.

Spätestens ab der EU-Grenze ist Schluss mit Tierschutz

Der Europäische Gerichtshof hat 2015 mit einem Urteil bestätigt, dass die Tierschutzbestimmungen für Transporte auch über die EU-Grenzen hinaus für den gesamten Transport bis an den Zielort gelten müssen. In der Praxis wird die Verordnung schon in der EU oft ignoriert – außerhalb der EU ist die Überprüfbarkeit praktisch unmöglich.

VGT fordert drastische Konsequenzen!

Aufgrund der vielen Risiken beim Transport und der brutalen Behandlung der Tiere in vielen Zielländern fordert der VGT ein Stopp von Transporten über die Landesgrenzen hinaus.

Tobias Giesinger vom VGT: Da Österreichische Tierschutzbestimmungen in Ländern außerhalb der EU meist nicht eingehalten werden können, ist es untragbar, dass Österreich in diese Länder – direkt oder indirekt – exportiert. Egal ob Zucht- oder Schlachtrinder. Tierschutz darf nicht an der Grenze aufhören!

Der Film Das Schicksal der Milchkälber, mit aktuellen Aufnahmen auch österreichischer Rinder, zeigt die Stationen der Tiere in Österreich, Italien, Kroatien, den Schiffstransport und Szenen aus Ländern des Nahen Ostens und der Türkei.

Videolink Webseite

vgt.at/presse/news/2018/news20180314fg.php

Videolink Youtube

youtu.be/p3o5UGJkti8

 


*) europäisches Amt für Statistik eurostat – 2016

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