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Der Hausverstand sagt: Billiges Billa-Fleisch kann Tierquälerei bedeuten!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.12.2009)

Wien, 01.12.2009

Aufgedeckt: In Zuliefererbetrieb von BILLA (Bauernhofgarantie, Hofstädter) des Rewe-Konzerns verwest ein Schwein inmitten der ArtgenossInnen. Eine Vielzahl der Tiere hat abgebissene Ohren bzw. Schwänze - der VGT erstattete Anzeige

Aktuelle Information: REWE nimmt bis zur behördlichen Klärung der Vorwürfe keine Schweinehälften des betreffenden Betriebs mehr entgegen

Aufgedeckt: In Zuliefererbetrieb von BILLA (Bauernhofgarantie, Hofstädter) des Rewe-Konzerns verwest ein Schwein inmitten der ArtgenossInnen. Eine Vielzahl der Tiere hat abgebissene Ohren bzw. Schwänze - der VGT erstattete Anzeige.

Film des Betriebes auf: http://www.youtube.com/watch?v=l0Rmce1W3RY

Wieder und wieder kommen die Zustände der österreichischen Fleischproduktion ans Tageslicht. Stets ähneln einander die Bilder der gequälten Kreaturen. Die Tiere leiden zusammengepfercht in engen verschmutzten Buchten. Sie müssen über oder im eigenen Kot, oft ohne Tageslicht, beschäftigungslos dahinvegetieren, bis zum unweigerlich schmerzvollen Tiertransport zum Schlachthof.

Was hier an die Öffentlichkeit dringt sind nicht Sonder- oder Einzelfälle, sondern ist die Spitze eines Eisberges, denn die österreichische „Nutz“-Tierhaltung, insbesondere jene der Schweine, könnte schlimmer nicht sein. Die vorgegebene Mindestrichtlinie zur Schweinehaltung in der EU wurde von Österreich gewissermaßen 1:1 übernommen, d.h. schlechter dürften sie nach EU-Recht gar nicht sein.

Kein Beschäftigungsmaterial – Stress und Aggression sind die Folgen!

Und dennoch ist es Usus, dass die ohnehin viel zu niedrigen Standards laufend unterschritten werden. Beispielsweise das gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsmaterial, das den Tieren in ihrer Trostlosigkeit und ihrem Stress ein Mindestmaß an Ablenkung und Betätigung bieten soll. Dazu David Richter, Schweine-Kampagner beim VGT: „Man stelle sich vor, dass oftmals lediglich ein Stück Holz für mehrere Dutzend Schweine zur Verfügung steht. Das soll dann als Beschäftigungsmaterial genug sein? Und sogar das fehlt in einer Vielzahl an Betrieben.“ Daraus resultieren verschiedene Anomalien und abartige Verhaltensweisen: Die Belastung der Haltungsbedingungen überfordert die Tiere derart, dass sie beginnen, einander zu verletzen, sich gegenseitig Ohren und Schwänze abzubeißen, Kannibalismus steht an der Tagesordnung.

Merkur - Billa - Penny: Rewe´s „Bauernhofgarantie“ hat nicht viel mit Tierschutz zu tun!

Die Aufnahmen aus einem Betrieb, der BILLA (also den Rewe-Konzern) beliefert und dessen Fleisch dort unter dem Label „Bauernhofgarantie“ bzw. „Hofstädter“ verkauft wird, wurden dem Verein Gegen Tierfabriken nun aktuell zugespielt. Die schockierenden Bilder zeigen, was der Konsument sonst nicht zu sehen bekommt und auch Billa´s „Hausverstand“ gern verschweigt: Kannibalismus aufgrund von den für die Bedürfnisse der Tiere vollkommen inadäquaten Haltungsbedingungen. Ein Neubau, gefördert vom Land Niederösterreich, und drinnen Horror pur: Ein Schwein liegt tot in der Ecke, verwest bereits. Wahrscheinlich ist es qualvoll ohne Hilfeleistung gestorben. Nun wird es von seinen Leidensgenossen aufgefressen. Andere haben blutige, abgebissene Ohren, Wunden und abgebissene Schwänze. Vollspaltenböden garantieren minimalen Aufwand für den Landwirt und maximales Elend für die Tiere: Hier steht kein bisschen Stroh der „Entsorgung“ der Exkremente durch den Boden im Wege. Der Konsument verlangt billiges Fleisch, die Schweine müssen ihr Leben über dem eigenen Kot fristen.

Dazu David Richter: „VertreterInnen von Rewe betonen, dass es sich bei der Bauernhofgarantie in erster Linie um eine reine Herkunftsgarantie handelt. Durch die Werbung führt Rewe jedoch die KundInnen geschickt hinters Licht. Die Menschen wollen kein Fleisch aus Massentierhaltung und sind entsetzt, wenn sie diese Bilder sehen!“

Der Begriff „Bauernhof“ ist in Österreich großteils positiv besetzt. Eine Umfrage hat ergeben, dass die Mehrzahl der KäuferInnen glaubt, ein Produkt zu erwerben, dessen Standards punkto Haltungsbedingungen und Tierschutz überdurchschnittlich gut sind. Dass dies nicht wahr ist, beweist der aktuelle Fall. Die „Bauernhofgarantie“ bezieht sich ausschließlich auf die Herkunft, die Haltung, also die Lebensbedingungen der Tiere (im aktuellen Fall: der Schweine), darf genauso schlecht sein, wie sie es auch ohne das Label nur sein könnte: nämlich am gesetzlichen Minimum! Mehr wird von Rewe nicht gefordert.

Die zuständige Tierärztin des Rewe-Konzerns, Abt. Qualitätsmanagement, Frau Dr. Andrea Römer-Kolbe, wurde vom VGT über die Zustände in diesem Betrieb informiert. Es bleibt abzuwarten, ob Rewe wieder einmal einen ihrer Zuliefer-Betriebe aufgrund der katastrophalen Zustände kurzfristig sperren wird.

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