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Wien, am 20.06.2017

Warum das Steak in der Pfanne das Klima erwärmt

Klimawandel - das klingt abstrakt und deswegen glauben viele Menschen, dass das mit ihrem eigenen Leben wenig zu tun hat. Wann wird der Klimawandel stattfinden, vielleicht wird es ihn ja nie geben, vielleicht wird er doch noch verhindert?

Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC) veröffentlicht laufend Berichte zu diesen Fragen. Seine Schlussfolgerungen drängen die Menschen zum sofortigen Handeln: Die Erderwärmung passiert bereits jetzt in diesem Moment! Laut ZAMG hat sich die bodennahe Lufttemperatur im 20. Jahrhundert in Europa im Jahresmittel um 1,5°C erhöht. Bis 2100 soll die Temperatur nochmals um 1 bis 4,5 Grad steigen. Dabei von natürlichen Schwankungen zu sprechen, wäre pure Verleugnung.

Alte Argumentationsmuster greifen nicht mehr

Nach wie vor versuchen viele Menschen den Klimawandel zu verleugnen. Dies ist auch praktischer, denn dann muss niemand seinen Lebensstil verändern. Die Fakten sind jedoch bereits so gravierend, dass die 309 WissenschaftlerInnen im Bericht des Weltklimarats zu dem Schluss kommen, dass Klimawandel bereits in vollem Gange ist und sich verschlimmern wird, wenn die Menschen nicht handeln. Jetzt werden einige vielleicht sagen "Es ist doch gut, wenn es bei uns wärmer wird". Der Bericht des Weltklimarates bestätigt jedoch, dass es nicht nur wärmer wird, sondern, dass auch in Europa Dürreperioden und Überschwemmungen am Zunehmen sind. Dadurch werden die Ernten in den Jahren 2030 bis 2049 nach den meisten Schätzungen um bis zu 25 Prozent zurückgehen. Diese Verluste werden bei weitem nicht durch die minimalen Erntesteigerungen in kälteren Regionen ausgeglichen. Auch Trinkwasserengpässe werden durch das Ausbleiben des Regens häufiger auftreten. Einige Wildtiere bedroht der Klimawandel besonders, da sie sich nicht so rasch an die Veränderungen im Ökosystem anpassen können. Französische ForscherInnen haben jetzt herausgefunden, dass immer weniger Rehkitze ihren ersten Sommer überleben. Dies hat damit zu tun, dass der Frühling immer früher kommt, die Rehe aber ihre Kitze nicht früher bekommen. Daher ist die Zeit mit dem höchsten Nahrungsangebot (nämlich wenn es die Frühlingsaustriebe gibt) schon vorbei, wenn die Kitze aufwachsen.

Was kann ich tun?

Eine unbequeme Wahrheit ist, dass die Tierindustrie 51% der weltweiten Treibhausgase freisetzt und damit weit an der Spitze der Ursachen für den Klimawandel steht. Zudem verschluckt die Tierindustrie enorme Mengen an Wasser: Für die Produktion von einem Kilo Rindfleisch werden 15.000 Liter Wasser benötigt (im Vergleich dazu: 106 Liter Wasser für ein Kilo Kartoffeln). In den Jahren 1980-2004 hat sich die Anzahl der Rinder auf der Erde verdoppelt und die Anzahl der Schweine und Hühner je vervierfacht. Dieser Trend wird sich ohne ein radikales Umdenken der Menschen weiter fortsetzen. Auf der Erde wird es durch den Fleischkonsum ,,sauheiß" werden! Der Umstieg auf Biofleisch bietet keine wirkliche Lösung in Bezug auf das Klimaproblem. Die Umstellung von konventionell auf bio reduziert den Ausstoß von Treibhausgasen in der Schweineproduktion nur um 5% und in der Rindfleischproduktion um 15%. Die Produktion von Tierprodukten setzt zudem große Mengen an Methan frei. Da die Lebensdauer von Methan in der Erdatmosphäre mit nur 15 Jahren viel kürzer ist als jene von Kohlendioxid, wäre als kurzfristige Hilfe gegen den Klimawandel eine Reduktion des Methanausstoßes besonders effektiv.

In diesem Sinne: Tauschen Sie Ihr Rinder-Steak in der Pfanne doch einmal durch ein Seitan-Steak aus! Stellen Sie heute auf eine pflanzliche Ernährung um und helfen Sie damit nicht nur den Tieren, sondern auch dem Klima. Die nachfolgenden Generationen werden es uns danken!

Treibhauseffekt pro Kopf und Jahr dargestellt in Autokilometern (Schweizer vegane Gesellschaft).

Quellen:

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)

Zusammenfassung des Berichts des Weltklimarats, zu finden unter IPCC

Zusammenhang zwischen Tierindustrie und Treibhausgasen zu finden bei Worldwatch

Wasserverbrauch für Lebensmittel einsehbar bei der VGÖ

Rehkitze werden Opfer des Klimawandels, siehe der Standard