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Buchvorstellung: Tiere als Freunde im Mittelalter, eine Anthologie

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (24.02.2010)

Wien, 24.02.2010

Eingeleitet, ausgewählt und kommentiert von Gabriela Kompatscher zusammen mit Albrecht Classen und Peter Dinzelbacher

Eingeleitet, ausgewählt und kommentiert von Gabriela Kompatscher zusammen mit Albrecht Classen und Peter Dinzelbacher

Freundschaften mit Tieren sind kein modernes Phänomen. Dies beweist die vorliegende Sammlung von vielfach bisher unbekannten Texten sehr eindrucksvoll: Sowohl gelehrte, lateinisch schreibende Autoren als auch volkssprachliche Dichter aus dem ganzen europäischen Raum geben darin zu erkennen, wie sehr ihnen bzw. ihren Protagonisten das freundschaftliche Verhältnis mit Tieren am Herzen lag.

Hundefreunde werden mit Begeisterung das Gedicht des Luxurius (6.Jh.) auf ein Schoßhündchen lesen und die Verse, in denen es heißt, dass das Tierchen weicheres Futter bekommen und auf weichem Lager schlafen dürfe, sehr gut nachvollziehen könnne. Texte auf verstorbene Hunde bringen die Trauer und die Liebe ihrer menschlichen Gefährten zum Ausdruck, wie das Gedicht von Abtes Theoderich aus dem 11. Jh. auf sein Hündchen Pitulus oder die Novelle aus dem 15. Jh. über den Priester, der seinen geliebten verstorbenen Hund auf geweihtem Boden begräbt.

Daneben nehmen die Erzählungen über Heilige und ihre Begegnungen mit wilden Tieren einen breiten Raum ein: sie schützen verfolgte, retten gefangene, pflegen verletzte und füttern hungrige Tiere; Franziskus kauft sogar aus Mitleid Tiere frei. Erstaunlich ist auch der zärtliche Umgang der mittelalterlichen Tierfreunde mit ihren Schutzbefohlenen und die in den Texten geschilderten Emotionen: Mitgefühl mit Tieren in Bedrängnis, Stolz auf die langjährigen Gefährten, Liebe und Zuneigung zu ihnen und der Wunsch, Tiere in die Arme zu nehmen und zu streicheln. Umgekehrt werden auch Emotionen der Tiere beschrieben, welche durch die moderne Verhaltensforschung mittlerweile bestätigt wurden.

Diese nach wissenschaftlichen Maßstäben dokumentiere Untersuchung richtet sich einerseits an alle Tierfreunde, die an diesem reichen Fundus an Erzählungen (in Original und deutscher Übersetzung) über Tierliebe und Tierschutz im Mittelalter ihre Freude haben werden, gleichzeitig aber auch an alle, die ein wissenschaftliches Interesse an mittelalterlicher Mentalitätsgeschichte haben.

 

Erschienen im Wissenschaftlichem Verlag Bachmann Badenweiler, 301 Seiten, broschiert, € 29,50

Ab sofort im VGT Shop erhältlich, Bestellungen bitte an: info@vgt.at

 

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