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Wien, am 07.11.2017

Internationaler Tierrechtskongress in Wien ein riesengroßer Erfolg!

Über 500 TeilnehmerInnen aus praktisch allen europäischen Ländern und auch aus anderen Kontinenten konnten sich vernetzen – die Tierrechtsbewegung ist nun global präsent!

Es war der bereits 7. Österreichische Tierrechtskongress, der vom VGT organisiert worden ist. Bereits 2006 hat der VGT in Wien einen internationalen Kongress mit Schwerpunkt auf Ost- und Südeuropa veranstaltet und so dazu beigetragen, dass sich dort zahlreiche Tierschutzorganisationen etablieren konnten. Erstmals wurde nun von 2.-5. November 2017 eine Kombination versucht, ein internationaler Tierrechtskongress in englischer Sprache zeitgleich mit dem 7. Österreichischen Tierrechtskongress auf deutsch. Und der Erfolg gab dem VGT recht. Es gab etwa 450 Anmeldungen im Vorfeld und mehr Vortragsangebote als angenommen werden konnte. Schließlich fanden sich über 500 TeilnehmerInnen ein und hörten 80 Vortragende in 3 verschiedenen Räumen parallel. Zusätzlich gab es eine Tierrechtskunstausstellung, die allerdings in diesem Jahr mit weniger Originalen auskommen musste. Von den Skulpturen von Chris Moser, sowie von einigen der Malereien u.a. von Hartmut Kiewert und Roland Straller, waren nur Prints zu sehen. Dennoch konnte man damit einen Eindruck von den Kunstwerken gewinnen. Insgesamt waren 9 KünstlerInnen aus Österreich, Deutschland, Italien, Kanada und Belgien beteiligt.

Als Hauptvortragende waren die Journalistin Hilal Sezgin aus Deutschland, der Universitätsprofessor Mark Rowlands aus den USA und der Universitätslektor Dan Lyons aus England geladen. Sezgin sprach über die Verbindung von Menschen- und Tierrechten, Rowlands über die Frage, ob auch Tiere moralisch handeln können – und beantwortete sie mit ja! - und Lyons wieder versuchte, Wege aufzuzeigen, wie Tierschutz in der Politik ein größeres Gewicht bekommen könnte. Unter dem Titel “Das Leben neu ausrichten” gab es ein Sprachcafé mit einem ehemaligen Rinderbauern, einem Haubenkoch und einem ehemaligen Großwildjäger, die alle mittlerweile vegan leben. Die verschiedenen Lebensgeschichten beeindruckten die ZuhörerInnen sehr. Der Haubenkoch zum Beispiel engagiert sich heute hauptsächlich in dem Projekt Vegucation, bei dem professionelle Köche und Köchinnen in die Feinheiten der veganen Küche eingeführt werden.

Grob gesprochen gibt es 2 distinkte Vorgangsweisen, die sich in der Tierrechtsbewegung herauskristallisiert haben. Da ist einerseits der Weg, möglichst viele Menschen für eine rein pflanzliche Lebensweise zu gewinnen, weil dadurch weniger Tiere missbraucht und genutzt werden. Der andere Weg dagegen ist die Reform im Umgang mit Tieren, entweder auf gesetzlicher Ebene oder durch das Überzeugen von Firmen, auf eine tierfreundlichere Produktion umzustellen. Beide Kampagnenarten waren auf dem Kongress gut vertreten, bei beiden konnte von großen Erfolgen berichtet werden.

So wurde eine weltumspannende Veganorganisation “ProVeg” gegründet, mit Sitz in Berlin, die sogar bereits in Afrika und Asien Stützpunkte hat. Immer mehr Firmen nehmen vegane Produktschienen in ihre Produktpalette auf und von den Projekten, bei denen Menschen aufgefordert werden, 30 Tage vegan zu leben zu versuchen, kommen nur positive Rückmeldungen. Vom Veggieboom, der 2009 weltweit begann, wird jedenfalls noch kein Abflauen gemeldet.

Besonders beeindruckend sind auch die Erfolge bei Gesetzesreformen im Tierschutz. In Tschechien konnte in einer 2-jährigen Kampagne ein Pelzfarmverbot ohne nennenswerte Kompensation für die Farmen und mit einer lediglich kurzen Übergangsfrist bis 2019 durchgesetzt werden. In Slowenien gelangen überraschende Fortschritte in den letzten beiden Jahren, so gibt es nun nicht nur ein Pelzfarmverbot und ein Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus, sondern auch ein Verbot, nur für den Gewinn von Pelz, Haut oder Federn zu jagen – wovon wir in Österreich noch weit entfernt sind. Dafür konnte vom Gatterjagdverbot hierzulande berichtet werden. In Kroatien ist heuer ein Verbot für die Tötung von Hunden und Katzen in Tierheimen, die nicht vermittelt werden können, erlassen worden.

Dazu hatte der Kongress auch eine sehr wissenschaftliche Komponente. Vor allem SoziologInnen nehmen sich momentan in Europa und Amerika den Fragen der Mensch-Tier Beziehung an. Die Ergebnisse sind für anstehende Tierschutzkampagnen vielseitig verwendbar.

Die Tierrechtsbewegung hat mit diesem Kongress bewiesen, dass sie sozusagen erwachsen geworden ist. Vorbei scheint die Zeit von internem Streit und undifferenziertem Geschrei. Überall auf der Welt nehmen Organisationen im Namen der Tiere im Rahmen effektiver Kampagnen auf wissenschaftlicher Basis die Tierindustrie aufs Korn, um neue pragmatische Fortschritte zu erzielen. Die Zukunft dieser sozialen Bewegung ist mehr als vielversprechend.

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