41 Vorträge, davon 8 abendliche Hauptvorträge, 18 Arbeitskreise und 4
Ausstellungen über 4 Tage hinweg in 4 Veranstaltungsräumen parallel
Im Jahr 2002 hat der VGT erstmals einen österreichischen
Tierrechtskongress ausgerichtet. Geplant war die Durchführung eines
derartigen Kongresses alle 2 Jahre und tatsächlich gab es 2004, 2006 und
2008 - unmittelbar nach Freilassung aus der U-Haft - Fortsetzungen. Doch
danach machten uns die Repression und der Tierschutzprozess einen Strich
durch die Rechnung. Doch heuer, 2011, konnten wir endlich wieder den
nächsten, den 5. Österreichischen Tierrechtskongress durchführen. Und im
Fahrwasser der großen Solidaritätswelle nach dem Freispruch, mit Hilfe
von zahlreichen neuen AktivistInnen in vielen österreichischen Städten,
die zum Gutteil durch Animal Liberation Workshops zur Mitarbeit
motiviert worden waren, wurde dieser Kongress zur größten Veranstaltung
dieser Art bisher. Mit 550 TeilnehmerInnen ist der österreichische
Tierrechtskongress sogar der größte Europas und unterstreicht damit die
Führungsrolle von Österreich im Tierschutz weltweit. Bei kaum einem
Thema progressiver Ideen ist Österreich international führend, aber im
Tierschutz können wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir für viele
andere Länder eine Vorbildwirkung entwickeln, auf die wir stolz sein können.
Der Kongress unterstrich auch, dass sich Tierschutz und die
Tierrechtsbewegung aus ihrer embryonalen Entstehungsphase
herausentwickelt haben. Längst geht es nicht nur um Propaganda,
Aufmerksam-Machen auf ein Thema und simple Lösungen. Mittlerweile sind
praktische Probleme der Umsetzung das zentrale Thema, zusammen mit den
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Reaktionen auf unsere
Tierschutzerfolge wie z.B. das Legebatterieverbot. Die
Tierschutzbewegung hat, ohne Zweifel, bereits einen großen Einfluss auf
Politik und Gesellschaft genommen. Dadurch ergeben sich neue
Fragestellungen, die nicht mehr nur noch schwarz oder weiß zu
beantworten sind. Deshalb sind derartige Kongresse besonders wichtig, um
gemeinsam Ideen abzustimmen und die Aktivitäten neu auszurichten.
Bis zuletzt beteiligten sich die BesucherInnen des Kongresses lebhaft an
allen Veranstaltungen. Manchmal quollen die Vortragssäle derartig über,
dass viele TeilnehmerInnen auf dem Boden sitzen oder an der Wand stehen
mussten. Sollte sich das Interesse für Tierschutz in den nächsten Jahren
weiter steigern, wird man eine Übersiedlung in ein größeres
Kongresszentrum ins Auge fassen müssen.
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