Verein gegen Tierfabriken
Verein gegen Tierfabriken
Steiermark, 14.01.2026
Der Tierschutzunterricht in der Steiermark im Rück- und Ausblick
Im Wintersemester 2025/26 konnten wir allein in der Steiermark mehr als 1000 Schüler:innen mit unserem Tierschutzunterricht erreichen. Besonders großes Interesse kam dabei von Mittelschulen und Oberstufen – aber auch zahlreiche Volksschulen zeigten sich engagiert und offen für Tierschutzthemen.
Von Tierversuchen, über die klimatischen Auswirkungen der Massentierhaltung, bis hin zu Tier-Mensch-Beziehungen. Auch heuer wurde wieder ein breites Themenspektrum in den meist zweistündigen Unterrichtseinheiten behandelt, um dem breitgefächerten Interesse der Lehrerpersonen und Schüler:innen gerecht zu werden.
Eine Lehrmethode, die sowohl bei den Älteren als auch den Jüngeren besonders gut ankommt, ist die „Bedürfnismethode“. Bei dieser simplen, aber doch lehrreichen Methode werden die Bedürfnisse von Hunden und Schweinen – also einem sogenannten "Haustier" und einem sogenannten "Nutztier" – gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten.
Die Schüler:innen treten einzeln an die Tafel, um die auf Karten ausgedruckten Bedürfnisse zuzuordnen, welche entweder nur auf eines oder auch auf beide Tiere zutreffen können. Ob richtig oder falsch zugeordnet wird, spielt hierbei vorerst keine Rolle – gefragt ist lediglich der erste Impuls der Kinder. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass die Bedürfnisse von Hunden fast immer treffsicher zugeordnet werden, während sich die Schüler:innen bei den Schweinen merklich schwerer tun – und das altersunabhängig. Nachdem alle Karten an der Tafel hängen, gelingt es gemeinsam in der Gruppe letztlich doch, alle Bedürfnisse richtig zuzuordnen.
Was nun auffällt: Die beiden Tiere haben sehr viel mehr Gemeinsamkeiten, als von den meisten Kindern anfangs angenommen. Beide Tiere sind Säugetiere, beide Tiere sind sehr intelligent und lernfähig, und vor allem sind beide Tiere sehr emotionale und soziale Wesen. Dennoch ist den Kindern klar, dass die Tiere kaum unterschiedlicher behandelt werden könnten: Während der Hund meist bei uns zu Hause lebt, gepflegt, gestreichelt und täglich auf Spaziergänge ausgeführt wird, ergeht es dem Schwein ganz anders. Keine langen Spaziergänge, keine artgerechte Beschäftigung und auch sonst sind die wenigsten anderen Bedürfnisse erfüllt. Stattdessen fristet das Schwein in der Regel ein trostloses und kurzes Leben auf Vollspaltenboden.
Dieses offenbare Missverhältnis zwischen den Gemeinsamkeiten und der dennoch vollkommen unterschiedlichen Behandlung bringt die Schüler:innen ins Grübeln. Und das ist es letztlich, was wir mit dem Tierschutzunterricht anregen wollen: ein Nachdenken.
Wir freuen uns auch im kommenden Semester über jede Schule, die sich mit uns gemeinsam für mehr Tierschutz in der Bildung einsetzen möchte. Dabei setzen wir weiterhin auf interaktive Methoden, die zum Mitdenken, Mitreden und Mitgestalten anregen. Interessierte Lehrer:innen können sich gerne jederzeit melden, um einen Termin für den Tierschutzunterricht zu vereinbaren. Am einfachsten funktioniert das über unser Onlineformular. Alternativ können Sie sich gerne direkt per Email an den zuständigen Tierschutzlehrer für die Steiermark wenden.
Wir blicken mit Vorfreude auf ein neues Semester voller spannender Begegnungen, neugieriger Fragen und wertvollen Gesprächen mit engagierten Schüler:innen!