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Tierschicksal: Legehenne Moni

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (10.03.2016)

Wien, 10.03.2016

Henne Moni ist nur ein Beispiel, welches Leben die Legehennen auch heute noch fristen, wie die Geschichte wohl ausgeht?

Henne Moni weiß nicht, wie lange sie schon in dieser riesigen Halle sitzt. Unter ihr und den anderen Hühern türmen sich die Ausscheidungen. Das Tageslicht hat Moni noch nie gesehen, jedoch hält sie das künstliche Licht in der Halle die ganze Zeit wach: Gut geschlafen hat sie hier noch nicht. Sie ist hier eine von vielen und hat sich doch so ein individuelles Leben gewünscht. Trotzdem war der Tag schön, als sie noch so jung war und ihr erstes Ei legte. Es sollte ihr erstes Baby werden, denn daraus würde nach wenigen Tagen ein Küken schlüpfen. Doch bevor Henne Moni noch mehr Eier legen konnte, um darauf zu brüten, wie brave Hennen das tun, war es plötzlich weg... das ging noch einige Wochen so und Moni verlor vor lauter Frust langsam den Appetit…

Anfang der 1990er Jahre wurden fast alle Legehühner in Käfigen gehalten. Diese sogenannten Legebatterien waren geschlossene Fabrikshallen ohne Fenster, mit ausschließlich künstlichem Licht, das lange eingeschaltet blieb, um den Tieren einen Frühling – die Zeit des Eierlegens – vorzugaukeln. Käfig stand direkt neben Käfig, in bis zu fünf langen Reihen übereinander. Diese Betriebe funktionierten voll automatisiert. Die BetreiberInnen legten nur einen Schalter um, dann fuhr das Futter auf einem Förderband hinein, Eier und Kot kamen auf anderen automatisierten Förderbändern wieder heraus. Man brauchte diese Betriebe über zwölf Monate hindurch gar nicht zu betreten. Nur die Eierproduktionsrate wurde akribisch verfolgt. Ging diese bergab war es Zeit die Häscher zu rufen, um die Tiere mit frischen Hühnern zu ersetzen. Die Hennen wurden aus den Käfigen gerissen, die ihnen die ganze Zeit als Gefängnisse dienten und an deren Gitterböden die Tiere manchmal sogar festgewachsen waren, weil ihre nie gestutzten Krallen die Drähte umschlossen. Danach stopfte man sie in Transportkisten. Am Weg zum Schlachthof war die Ausfallsrate oft höher als 30%. Die ausgelaugten Tierkörper konnten nur mehr als Suppenhühner gebraucht werden, ein so geringer Wert, dass sich ein tierfreundlicherer Transport finanziell nicht auszahlte.

Im Laufe der 1990er Jahre wurde diese Tierhölle publik und schließlich zum Paradebeispiel von Tierquälerei. Der VGT begann 2003 seine große Kampagne zum Verbot von Legebatterien. Am historischen 27. Mai 2004 war es dann soweit: das Parlament sprach sich einstimmig für ein absolutes Verbot aus, das auch die sogenannten ausgestalteten Legebatterien umfasste. Letztere bieten den Hühnern etwas mehr als 1 A4-Seite pro Tier Platz und in den Käfigen befinden sich eine Fußmatte, eine Sitzstange und ein Plastikvorhang als „Nest“. Das Verbot trat am 1. Jänner 2005 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt waren Neubauten von Legebatterien verboten, die bestehenden konventionellen mussten bis Anfang 2009 gesperrt werden, die bestehenden ausgestalteten aber dürfen noch bis 2020 weiterlaufen. Das Gesetz zeigte Wirkung: immer mehr Legebatterien wurden zu Freiland- bzw. Bodenhaltungen umgebaut. Einige wurden aber auch dauerhaft geschlossen. Aber genau in diesen 7 Monaten zwischen Mai 2004 und Jänner 2005 machten es sich 18 Personen zur Aufgabe noch ausgestaltete Legebatterien zu bauen, um diese Tierquälerei noch 11 Jahre länger beibehalten zu können. In Östereich gibt es daher noch immer sogenannte „ausgestaltete“ Käfige, die jedoch keine Verbesserung für die Tiere bedeuten und sie noch immer ein schreckliches kurzes Leben fristen müssen.

Alle bedeutenden Supermarktketten Österreichs haben aber 2006 durch den Einsatz des VGT den Verkauf von Käfigeiern als Schaleneier eingestellt! Großen Wert legten die Lebensmittelketten auf die österreichische Herkunft der Käfigalternativen. Jedoch verbergen sich hinter vielen Fertigprodukten (z.B. Kuchen, Nudeln) heute noch Käfigeier, da die Haltungsbedingungen der Tiere bei diesen Produkten für den Konsumenten nicht bekannt sein müssen.

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