Rinder werden gezielt auf bestimmte Eigenschaften gezüchtet, allen voran enorm hohe Milchleistung bei Kühen. Das Hauptziel der Zucht ist Profitmaximierung. Im Marktbericht einer Versteigerung vom Februar ist zu lesen, dass „robotertaugliche Kühe“ sehr gefragt waren3. Gemeint sind Kühe, die mit einem Melkroboter gemolken werden können.
„Milchkühe“ werden in verschiedene Leistungsklassen unterteilt, die von der erwarteten durchschnittlichen Milchleistung pro Tag abhängen: Bei Fleckvieh-Kühen der Leistungsklasse 1a (in Niederösterreich) hat der Verkäufer zum Beispiel zu garantieren, dass die Kuh durchschnittlich mindestens 25 kg Milch täglich produziert. Bei solchen der Leistungsklassen 3b sind es hingegen 15 kg. Dazwischen gibt es Abstufungen. Die Kategorisierungen verschiedener Rinderzuchtverbände weichen zum Teil voneinander ab.
Darüber hinaus werden weibliche Rinder nach Schwangerschaftsstadium bzw. nach Zeitpunkt der letzten „Abkalbung“ kategorisiert.
Kälber werden nach ihrem Nutzungszweck in „Nutz-“ und „Zuchtkälber“ unterteilt. „Nutzkälber“ werden gemästet und weibliche „Zuchtkälber“ werden später zur „Milchkuh“. Anhand der angebotenen Preise merkt man deutlich, wie unterschiedlich sie bewertet werden. Während der Zuschlagspreis für „Nutzkälber“ oft im einstelligen Bereich liegt, werden „Zuchtkälber“ um hunderte Euro verkauft.