Teilen:

ÖVP-Minister Totschnig versagt bei Gespräch mit Minister Rauch: kein Verbot Vollspalten

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (13.06.2022)

Wien, 13.06.2022

Aber noch ist nicht aller Tage Abend, der Weg zu früherer Version der Gesetzesreform offen: ab 2027 neuer Standard, ab 2040 für alle Schweinebetriebe verpflichtend

Die Schweinebranche tut sich schwer, irgendetwas an der Schweinehaltung zu ändern, und mit ihr die ÖVP, die sich der Branche verpflichtet fühlt. Dass aber die Mastschweine in Österreich am absoluten EU-Minimum leiden und dass die Haltung hierzulande selbst unter dem Niveau der miesesten Haltung in Deutschland liegt, das sind die harten Fakten. Eigentlich sollte auch den Schweinebetrieben klar sein, dass sie so nicht wettbewerbsfähig bleiben. Abgesehen vom Tierleid. Und dem großen Aufschrei, der wegen des einstreulosen Vollspaltenbodens durch die Lande geht. Der neue ÖVP-Landwirtschaftsminister Totschnig hat nach Angaben der Kronen Zeitung im Gespräch mit Tierschutzminister Rauch keinerlei Zusagen gemacht. Nicht einmal ein Ablaufdatum für den Vollspaltenboden am St. Nimmerleinstag kann er sich vorstellen.

Email-Appell:

Schreiben Sie der ÖVP, dass es höchste Zeit für ein Ende des Vollspaltenbodens ist!

Sie können Emails mit einem eigenen Text formulieren (das ist wirkungsvoller!) oder unsere Textvorschläge unten nutzen. Wichtig ist, dass Sie mitmachen!
 

Email an Landwirtschaftsminister Totschnig:

Sehr geehrter Herr Minister Totschnig,

seit 28 (!) Jahren fordern die Tierschutzorganisationen in Österreich, dass der Vollspaltenboden in der Schweinehaltung verboten werden muss. Die Haltung ist eine Katastrophe für die Tiere und es besteht absolut überhaupt kein Grund, sie nicht zu verbieten. Bitte läuten Sie eine neue Ära in Sachen Schweineschutz in Österreich ein!

Hochachtungsvoll,
 

Email an ÖVP-Tierschutzsprecher Eßl:

Sehr geehrter Herr Eßl,

90% der Schweine in Österreich sehen in ihrem ganzen Leben nicht einen einzigen Halm Stroh. Die meisten vegetieren auf Vollspaltenboden dahin. Das ist nicht tierschutzgerecht! Ich ersuche Sie dringend, sich jetzt für ein Verbot dieser Haltungsform einzusetzen.

Hochachtungsvoll,
 

Email an NR-Abgeordneten und Bauernbunddirektor Strasser:

Sehr geehrter Herr DI Strasser,

Tierschutz steht als Staatsziel in der Bundesverfassung. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass diesem Grundsatz Folge geleistet wird und Schweine nicht mehr auf Vollspaltenböden leiden müssen. Schweine brauchen Stroh!

Hochachtungsvoll,
 

 

Dabei wäre die Lösung so einfach. Es gab bereits eine Version zur Reform des Tierschutzgesetzes, die man als ersten ernsthaften Schritt in Richtung Ende des Vollspaltenbodens bezeichnen könnte. Darin war vorgesehen, bis 2027 einen neuen Haltungsstandard abseits des Vollspaltenbodens zu entwickeln, der ab dann für alle Neu- und Umbauten und ab 2040 für alle Schweinebetriebe gelten sollte. Das wäre analog zum seinerzeitigen Kompromiss bei der Kastenstandhaltung der Mutterschweine. Ein schmerzlicher Kompromiss für den Tierschutz, aber wenigstens ein Weg aus der Sackgasse. Der VGT appelliert an Landwirtschaftsminister Totschnig, diesen Weg jetzt zumindest zuzulassen!

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch dazu: Eine Übergangsfrist für das Ende des Vollspaltenbodens bis 2040 wäre entsetzlich lange. Und dass bis 2027 noch das dänische System mit der Hälfte der Spalten auf einem Drittel der Bodenfläche bei Neu- und Umbauten installiert werden dürfte, tut auch weh. Aber dennoch wäre das ein Commitment, das vom VGT zumindest dahingehend unterstützt werden würde, dass wir dann den Handel, die verarbeitenden Betriebe und die Gastronomie in die Pflicht nehmen würden, um die Umsetzung zu ermöglichen. So viel können wir garantieren.

24.09.2026, Wien

Unter Schweinen – Der Undercover-Einsatz, den ich nie wieder wollte

Filmvorführung am 18. November 2026 in Wien mit anschließendem Gespräch mit Protagonistin Samara Eckardt und der Regisseurin Carmen Hammerschmidt

17.09.2026, St. Pölten

Tierschützer:innen fordern Konsequenzen für Horrorstall

50 Personen schließen sich trotz Regenwetters VGT-Demomarsch bis vor die BH St. Pölten an

16.09.2026, Bad Goisern

1. Tag der neuen Singvogelfangsaison: VGT dokumentiert Fang bei Bad Goisern

Zwei Singvogelfänger wurden in flagranti bei Vogelfang im Wald der ÖBF erwischt, in 3 Stunden ging kein Vogel in die Fallen

16.09.2026, St. Pölten

Horror-Stall: Tierschutz-Demozug in St. Pölten

Anlässlich der Ende August aufgedeckten Tiermast im Bez. St. Pölten-Land ruft der VGT zum Protest-Marsch durch St. Pölten bis zur zuständigen Bezirkshauptmannschaft

14.09.2026, Salzkammergut

Singvogelfang: VGT beruft gegen ALLE 52 neuen Bescheide, die den Fang erlauben

Morgen beginnt die neue Singvogelfangsaison im OÖ Salzkammergut; der VGT hält die reformierte Artenschutzverordnung für verfassungswidrig und ruft VfGH an

11.09.2026, Klagenfurt

Einladung Klagenfurt: 2 Personen 11 Std auf Schweine-Vollspaltenboden

Einer der Tierschützer:innen wird auf einem klassischen Vollspaltenboden sitzen, der 2034/2038 verboten wird, die andere auf der Neuversion des Vollspaltenbodens, die kein Ablaufdatum hat

10.09.2026, Färöer

Waljagd auf den Färöer-Inseln: VGT spricht mit Walfänger

Heuer wurden schon über 800 Grindwale auf den Färöer-Inseln massakriert – die zu Dänemark gehörende Inselgruppe beruft sich auf Tradition

09.09.2026, Wien

Noch immer kein Schweine-Vollspaltenbodenverbot: VGT-Protest beim Ministerrat

Der VGT erinnert die Regierung daran, dass im Tierschutzgesetz festgelegt ist, dass es ab Ende 2026 einen neuen Mindeststandard für die Haltung von Schweinen geben muss