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Hunderte verhungerte Schweine womöglich monatelang ohne Futter

Wien, 11.08.2026

Im Fall der mehr als 400 toten Schweine, die in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten vorgefunden wurden, zeichnet sich ein immer grausameres Bild der Tierquälerei

Ende Juli wurden bei einer Polizeikontrolle in einer niederösterreichischen Schweinemast 400 tote, vermutlich größtenteils verhungerte, Schweine vorgefunden. Nur 88 Tiere waren noch am Leben. Zur selben Zeit meldeten sich mehrere Personen unabhängig voneinander beim VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN, um ihre Eindrücke anonym zu schildern.

Schweine hungerten angeblich seit April

Eine Meldeperson behauptete, dass die Tiere im Betrieb seit April nicht mehr ausreichend gefüttert worden wären. Eine weitere Meldeperson berichtete, dass schon seit Monaten Verwesungsgestank in der Umgebung des Betriebs wahrnehmbar war.
Im Betrieb sollen rund 500 Schweine gehalten worden sein – 400 von ihnen starben aufgrund der Vernachlässigung. „Wir haben es hier mit einem Fall zu tun, den man sich im schlimmsten Albtraum nicht ausmalen kann. Hier wurden hunderte Tiere den größtvorstellbaren Qualen ausgesetzt, und das über Wochen oder Monate. 400 Schweine verhungern nicht über Nacht. Dieses Ausmaß an Tierquälerei kann nicht entschuldigt werden und verlangt den vollen Umfang der Rechtssprechung“, so Isabell Eckl vom VGT.

Kontrollen zu langsam?

Fragen zum Einschreiten der Polizei wirft eine weitere Meldung auf, die beim VGT einging. Der massive Verwesungsgeruch war bereits am 17. Juli gemeldet worden. Die Polizei hatte den Stall jedoch nicht betreten können, da der Betreiber sie nicht hineinließ. Auch bei einem weiteren Kontrollversuch waren die Beamt:innen daran gehindert worden, den Stall zu betreten. Erst am 24. und 25. Juli – also rund eine Woche nach der Erstanzeige! - konnten Polizei und Amtstierärzt:innen den Betrieb genauer kontrollieren und entdeckten dabei die hunderten Tierleichen.
„Wir können nicht verstehen, dass selbst bei Verwesungsgeruch und dringender Gefahr in Verzug kein Betreten von Stallungen durch die Polizei möglich ist, sollte ein Betreiber die Kooperation verweigern. Es geht buchstäblich um Leben und Tod für diese Tiere“, so Isabell Eckl.

Tierhaltungsverbot notwendig

Hunderte Schweine mussten grausam verhungern, weil sich der verantwortliche Landwirt nicht um sie kümmern wollte. Keine Ausrede kann die Leben von hunderten Tieren aufwiegen, die unter immensen Leid sterben mussten. VGT-Campaignerin Isabell Eckl dazu: „Wir hören viel zu oft, dass schwerste Vernachlässigung mit angeblicher Überforderung begründet wird. Das kann nicht akzeptiert werden. Jemand, der hunderte Schweine einem elendigen Tod überlässt, sollte keine Tiere mehr halten dürfen. Wir fordern ein umgehendes Tierhaltungsverbot für den Verantwortlichen. Es braucht außerdem eine gesetzliche Änderung, die es in den Behörden ermöglicht, in solchen extremen Fällen ein sofortiges Tierhaltungsverbot auszusprechen, ohne auf den Ausgang strafrechtlicher und tierschutzrechtlicher Verfahren warten zu müssen.“

Der VGT wird Anzeige wegen Tierquälerei nach §222 StGB gegen den Landwirt erstatten und ruft die Behörde dazu auf, mögliche weitere Tierhaltungen des Betreibers ebenfalls zu kontrollieren.

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