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Tierschützer:innen fordern Konsequenzen für Horrorstall

St. Pölten, 17.09.2026

50 Personen schließen sich trotz Regenwetters VGT-Demomarsch bis vor die BH St. Pölten an

Trotz angeblich engmaschiger Kontrollen in den vergangenen drei Jahren deckte der VGT Ende August zum bereits vierten Mal horrende Zustände in einem Mastbetrieb mit Ziegen, Schafen und Rindern im Bezirk St. Pölten-Land auf. Heute zogen 50 Tierschützer:innen gemeinsam durch die niederösterreichische Landeshauptstadt, um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen. Das Ziel des Protestzugs ist die Bezirkshauptmannschaft, die primär für die behördlichen Kontrollen und die Aufarbeitung von Tierleid-Anzeigen im Bezirk verantwortlich ist.
David Richter, VGT-Campaigner, führt den Protest an: „Die Menschen haben es satt, dass Tierquälerei in Österreich als Kavaliersdelikt behandelt wird. Selbst wiederholte, schwerste Missstände ziehen kaum Konsequenzen nach sich. Die Betriebe laufen einfach weiter, die Tiere leiden. Das muss sich ändern!“

Immer dieselben Missstände im Betrieb

Im Tierquälerei-Gerichtsverfahren im Jahr 2023 gegen den damaligen Betreiber attestierten ein Gutachten und Aussagen von BH-Vertreter:innen vor Gericht eine „positive Prognose“ für den Skandal- Betrieb. Die Aufdeckungen durch den VGT von 2022, 2023 und 2026 zeichnen ein völlig anderes Bild: Gülle-Seen in den Rinderbuchten, magere, kränkliche Schafe und Ziegen, sterbende, bewegungsunfähige Tiere. Verbesserungen sind nicht zu erkennen, die seit Jahren bekannten Missstände halten an.
David Richter ordnet die Missstände über die Jahre hinweg ein: „Wir sehen in den Aufnahmen aus dem Stall wiederholt dieselben Probleme. Das muss auch bei den behördlichen Kontrollen auffallen. Eine „positive Prognose“ war schon von 2022 bis 2023 nicht zu erkennen und ist auch nach den aktuellen Bildern von 2026 Unfug. Gerade dass es immer wieder dieselben gravierenden Missstände sind, beweist die fehlende Einsicht im Betrieb.“

VGT ruft BH zur Verantwortung

Zwei Tage nach der aktuellen Aufdeckung und Anzeige des Betriebs schlossen sich 400 Menschen dem Protest vor dem Mastbetrieb an. Nun richtet sich der Appell auch an die Verantwortlichen in der Bezirksbehörde. Insbesondere, dass sich die BH mit temporären Maßnahmen im Betrieb zufrieden zu geben scheint, sorgt für Kopfschütteln. „Es ist ja nicht überraschend, dass ein angezeigter Betrieb für eine Weile Ordnung hält – doch die Chronologie in dem Fall zeigt, dass es wieder und wieder zu denselben Missständen kommt. Auch die Missachtung des Tierhaltungsverbots und die massive physische Gewalt in den aktuellen Aufdeckungsvideos werden scheinbar nicht ernst genommen. Wird die gesamte Betriebsgeschichte der letzten Jahre berücksichtigt, muss das Urteil eigentlich vernichtend ausfallen,“ ärgert sich David Richter.

Der VGT und die Unterstützer:innen in ganz Österreich fordern eine umfassende Reform im Umgang mit Tierquälerei, in den Kontroll- und Strafsystemen. Petition: VGT.at/kontrollversagen

Pressefotos vom Protest in St. Pölten

(Copyright für beide: VGT.at)

Pressefotos vom aufgedeckten Betrieb

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