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Hintergrundwissen Legehennen

Vom Küken zur Eierlegerin und schließlich zum Suppenhuhn. Legehühner müssen erst ein bestimmtes Alter und eine bestimmte Größe erreichen bevor sie Eier legen. In Elterntierfarmen müssen Hennen für einen ständigen Nachschub an neuen Legehennen sorgen. Sie dürfen dabei allerdings niemals ihre eigenen Eier ausbrüten, stattdessen leben sie in engen Ställen auf ihrem eigenen Kot. Die Eier werden in Kunstbrutanlagen ausgebrütet, ohne elterliche Fürsorge. Wer es nach genau 21 Tagen nicht aus dem Ei geschafft hat, wird mit den Schalen der bereits geschlüpften Küken entsorgt. In der Natur würde die Mutter den Jungen aus dem Ei helfen, wenn diese es nicht allein schaffen. Noch tragischer wird dieser Umstand durch die Erkenntnis, dass Küken schon im Ei mit dem Muttertier kommunizieren können, etwa durch Klopfgeräusche und Pieplaute. Gleich nach dem Schlüpfen werden die männlichen Jungen aussortiert. Da sie keine Eier legen können, werden sie lebendig zerhechselt oder mittels Gaszufuhr erstickt. Nach etwa vier Monaten kommen die weiblichen Tiere in die jeweilige Haltungsform, wo sie etwa 12-14 Monate – je nach Legeleistung sowie Nachfrage nach Eiern – leben. Lässt die Leistung nach bzw. werden die Eier nicht mehr benötigt, werden alle Tiere eingefangen und geschlachtet.

Inhalt

Genetik

Das Urhuhn (Bankivahuhn), von dem die Legehenne heute abstammt, legt zur Fortpflanzung nur wenige Eier im ganzen Jahr. Heute sind Legehennen dazu gezüchtet, ca. 1 Ei am Tag zu legen, die Entwicklung des Eis dauert etwa 24 Stunden. Das ist äußerst anstrengend für den Organismus der Henne, weshalb die Tiere bereits nach kurzer Zeit völlig ausgelaugt sind. Von Natur aus würde eine Henne etwa 10 bis 15 Eier sammeln und sie dann gemeinsam in einem Nest ausbrüten. Nimmt man dem Tier allerdings jeden Tag die Eier weg, legt sie immer neue in dem verzweifelten Versuch, ihr Nest zu füllen. Das Wegnehmen der Eier sorgt bei der Henne für enormen Stress. In Legebatterien mit Förderbändern konnte bereits beobachtet werden, dass die Hühner verzweifelt versuchen, ihr Ei zurückzuholen. Auch auf kleineren Bauernhöfen kann man beobachten, dass Hennen, deren Eiern man wegnimmt, noch Stunden nach ihren Jungen suchen und sogar andere Hühner zur Hilfe holen.

Kükenschreddern

Bei Hochleistungs-Legerassen sind männliche Küken unerwünscht. Sie legen keine Eier und können nicht zur Fleischproduktion verwendet werden, weil sie als Legerasse zu langsam wachsen. Sie werden sofort nach dem Schlüpfen entsorgt: mittels Gaszufuhr erstickt, lebendig zerschnitten oder ganz einfach in Abfallbehältern entsorgt, in denen sie qualvoll ersticken. In Österreich waren es im Jahr 2016 9,3 Millionen männliche Küken, die gleich nach der Geburt getötet wurden. Diese Praxis wird unabhängig von der Haltungsform angewandt. Erst langsam bilden sich im Bio-Bereich einzelne Alternativen, bei denen auch die männlichen Küken einige Wochen am Leben gehalten werden. Auch für Eier müssen also Tiere unnötig leiden und sterben.

Hochleistungsrassen

Hochleistungsrassen sind dazu gezüchtet, besonders viele Eier in kurzer Zeit zu legen. Nach etwa einem Jahr sind die Tiere so ausgelaugt, dass sie nicht mehr genug Leistung erbringen und werden umgebracht. Am Ende ihres Lebens sind die Tiere durch ihr grausames Leben stark geschwächt, haben eine entzündete Kloake und haben fast keine Federn mehr. Mit bereits 12-15 Monaten werden die Tiere geschlachtet und oft noch als Suppenhühner vermarktet. Beim Einfangen der Hühner tritt im Stall oft Panik auf, viele Hühner ersticken dabei oder verletzen sich.

Zweinutzungsrassen und Bruderhahnaufzucht

Zweinutzungshühner können sowohl zur Fleisch- als auch zur Eierproduktion herangezogen werden. Diese Form der Haltung hat sich noch nicht durchgesetzt, da die heutigen Zweinutzungsrassen weniger Eier legen als die Hochleistungsrassen und auch weniger Fleisch ansetzen. Das Endprodukt kostet also dementsprechend mehr und verkauft sich nicht so leicht. Daneben gibt es die Bruderhahnaufzucht. Als Bruderhähne werden die männlichen Legehühner, also die Brüder der Hennen der Hochleistungsrassen bezeichnet. Sie sind für die Eiergewinnung naturgemäß nicht geeignet und werden daher meist entsorgt. Bei der Bruderhahnaufzucht werden die Hähne auch aufgezogen. Diese Praktik hat sich noch nicht durchgesetzt, da es bislang für die Betriebe nicht rentabel ist. Die Hähne entstammen der Genetik der Legehühner und setzen daher nicht viel Fleisch an. Dennoch müssen sie gefüttert und betreut werden, was Geld kostet. Im Bio-Bereich ist die Aufzucht der Brüderhähne vorgeschrieben.

Geschlechtsbestimmung im Ei (In-Ovo-Geschlechtsbestimmung)

Mit einem neuen Verfahren soll das Geschlecht der Tiere bereits im Ei festgestellt werden, sodass es gar nicht zu so vielen ausgebrüteten männlichen Hühnern kommen soll. Diese Methode ist derzeit allerdings noch nicht praxisreif, in Deutschland wurde jedoch schon ein Prototyp entwickelt, der die Bestimmung des Geschlechts im Ei ermöglichen soll. An weiteren Methoden wird derzeit geforscht.

Mauser

Unter natürlichen Umständen kommen Hühner im Herbst in die Mauser. In dieser Zeit legen sie keine Eier, ihr Legeapparat regeneriert sich und sie ersetzen ihre Federn. Sie überwintern in diesem Zustand und können im Frühjahr wieder erfrischt und erholt Eier legen. Bei uns kommen Legehennen, die in einer Tierfabrik leben müssen, nicht in die Mauser, da die Umstände im Stall ihnen vorgaukeln, dass ständig dieselbe Jahreszeit vorherrscht.

Um das Kükenschreddern einzudämmen, gibt es die Überlegung, die Tiere in eine künstliche Mauser zu schicken, da die Tiere dadurch länger leben und weniger männliche Küken entstehen. Diese Winterpause verkürzt man dann in der Praxis auf vier Wochen. Diese erzwungene Mauser bedeutet allerdings großes Leid für die Hennen. In China und den USA, wo eine künstliche Mauser üblich ist, werden den Tieren drei Tage lang Wasser und Futter entzogen, um dem Körper eine Extremsituation vorzugaukeln, welche die Mauser auslöst. Außerdem ist es üblich, die Tiere für diese Zeit im Dunklen zu lassen.

Beim Konsum von Eiern nimmt man zwar nicht direkt ein totes Tier zu sich, dennoch sterben für die Produktion von Eiern unzählige Tiere. Noch im Ei, wenn sie nicht rechtzeitig geschlüpft sind, kurz nach der Geburt, wenn sie männlich sind oder im jungen Alter, wenn die Legeleistung nachlässt, immer wieder werden Tiere während der Eierproduktion getötet. Dabei ist es besonders in verarbeiteten Produkten gar nicht notwendig, auf Eier zurückzugreifen, denn in vielen Rezepten können sie einfach ersetzt werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Kennzeichnungspflicht

Seit 1. 1. 2004 ist die genaue Kennzeichnung von Schaleneiern EU-weit vorgeschrieben. D.h. die KonsumentInnen können anhand der auf die Eier gedruckten Kürzel genau feststellen, aus welcher Haltungsform das jeweilige Ei stammt. Im Bereich der verarbeiteten Eier (z.B. in Kuchen, Nudeln etc.) sind die Hersteller leider zu keinerlei Kennzeichnung verpflichtet.

Käfighaltung = 3

Seit dem 1. 1. 2009 ist die Haltung von Hühnern in konventionellen Käfigen nicht mehr erlaubt. Bis zum 1. 1. 2020 bleiben allerdings ausgestaltete Käfige erlaubt. Diese enthalten eine Sitzstange,einen mit mit Plastikstreifen-Vorhang umhängten Nestbereich und eine Kunststoffgittermatte zum Scharren. All das ist meist Teil der statischen Käfigkonstruktion und somit keine Bereicherung für das Wohlbefinden der Hennen.

In der europäischen Union ist der konventionelle Käfig seit 2012 verboten. Von da an sind nur noch ausgestaltete Käfige erlaubt, wobei kein Verbot in Sicht ist. Weiterhin bleibt die Einfuhr von Eiern bzw. Eiprodukten nach Österreich uneingeschränkt erlaubt. In verarbeiteten Produkten werden häufig billige Käfigeier verwendet, was für die KonsumentInnen nirgendwo ersichtlich ist.

Bodenhaltung = 2

Die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestflächen bei der Bodenhaltung betragen 1 qm für max. 7-9 Tiere. Die Besatzdichte richtet sich nach der Einrichtung der Halle und dem Vorhandensein von Außenscharrräumen. Sitzstangen müssen vorhanden sein. Mindestens ein Drittel der Stallfläche muss eingestreut sein. Bis zu 6.000 Hühner dürfen in einer Halle gehalten werden. Diese unnatürliche Dichte erfordert gezielte Maßnahmen, um Verhaltensstörungen wie Kannibalismus oder Federpicken zu verhindern.

Freilandhaltung = 1

Bei der Freilandhaltung muss den Hennen tagsüber ein Auslauf von 8 qm pro Tier zur Verfügung stehen. Bei der konventionellen Freilandhaltung entsprechen die Mindestflächen in der Halle denen der Bodenhaltung. Weiters müssen Sitzstangen für die Tiere vorhanden und mindestens ein Drittel der Stallfläche eingestreut sein. Die Freilandhaltung ist im Vergleich zur Bodenhaltung die tierfreundlichste Tierhaltungsform.

Biologische Freilandhaltung = 0

Bei der Biologischen Freilandhaltung sind 10 qm Auslauf pro Henne vorgeschrieben. Im Stall dürfen pro Quadratmeter max. 6-7 Tiere leben. Zusätzlich muss ein Drittel der Stallfläche eingestreut sein. Legenester und Sitzstangen müssen den Tieren zur Verfügung stehen. Die maximale Besatzdichte pro Stall beträgt 3.000 Hennen, deutlich weniger als bei der Bodenhaltung. Weitere Vorteile sind u.a. das Verbot des prophylaktischen Medikamenteneinsatzes und das biologisch erzeugte Futter für die Tiere. Die biologische Freilandhaltung ist – neben der "Tierschutz geprüften" Freilandhaltung – derzeit die tierfreundlichste Haltungsform für Legehennen.

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