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VGT deckt weiter auf: nun auch grauenhafte Bilder der Zucht der Skandal-Schweinefabrik

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (14.04.2020)

Lichtenwörth, 14.04.2020

Der AMA-Betrieb mit laut eigenen Angaben „artgerechter Haltung“ hält die Mutterschweine in körpergroßen Käfigen und Buchten mit Vollspaltenboden ohne jede Stroheinstreu

Vor einer Woche veröffentlichte der VGT grauenhafte Filmaufnahmen aus einer Schweinemast mit Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu in Lichtenwörth, Niederösterreich, die ihr Fleisch in einem sogenannten Bauernkistl im Ort mit der Bezeichnung „aus artgerechter Haltung“ und mit AMA Gütesiegel verkauft. Heute legt der VGT nach: nun liegen auch Bilder aus der Zucht dieses Betriebs vor, auf denen man die Mutterschweine in enger Haltung auf Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu, im Deckstall in geschlossenen Kastenständen und im Abferkelstall in körpergroßen Käfigen sieht.

Der Zuchteber liegt in einer völlig verdreckten Bucht auf Betonboden ohne Stroh und ohne jede Struktur oder abwechslungsreiche Umgebung, obwohl das Gesetz eine weiche Liegefläche vorschreibt. Aus der schieren Anzahl der Ferkel kann man darauf schließen, dass es der Betrieb auf Maximierung der Fleischproduktion, und nicht auf das Wohl der Ferkel abgesehen hat. Dieser Zuchtbetrieb befindet sich direkt hinter der Bauernkistl-Verkaufsstelle in Lichtenwörth und hält zusammen mit dem Mastbetrieb fast 4.000 Schweine. Die Haltungsbedingungen sind am absoluten Minimum, das die EU erlaubt. Und das nennen die Betreiber_innen „artgerechte Haltung“ und „artgerecht aufwachsen“ der Ferkel!

Zusätzlich ist der Betrieb mit dem AMA Gütesiegel ausgestattet. Der VGT kritisiert, dass dieses Siegel viel zu wenig die Bedürfnisse der Tiere in Betracht zieht. Auszeichnen sollte man nur einen Betrieb dürfen, der eine deutlich bessere als die Haltung der Schweine am EU-Minimum praktiziert. Der VGT fordert von der AMA, für ihr Gütesiegel keine Betriebe mit Vollspaltenboden und ohne Stroheinstreu zuzulassen.

VGT-Obmann Martin Balluch: Sehr viele Menschen landauf landab, und nicht zuletzt auch Landwirt_innen, setzen sich für eine bessere Haltung von Schweinen ein. Und dann kommt dieser Betrieb daher, hält seine Schweine so schlecht, dass es mieser nicht mehr geht, und verkauft das Fleisch als artgerecht! Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Menschen, der sich für Tiere einsetzt, und dem eine wirklich artgerechte Haltung von Tieren wichtig ist. Mit solchen Tricks und Betrügereien werden alle Bemühungen für eine bessere Tierhaltung unterlaufen. Wie kann man denen, die die Schweine wirklich besser halten, das glauben, wenn solche Betriebe ihre Haltung ungestraft als artgerecht bezeichnen können und ein AMA-Gütesiegel bekommen?!

Der VGT hat einen Online-Protest gegen die furchtbaren Zustände veranstaltet.


Pressefotos frei zum Abdruck (Copyright: VGT/VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN)

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