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Wien, 02.05.2026

Neuer Bericht bestätigt: Massive Tierschutzprobleme beim Thunfischfang

Samstag, 2. Mai 2026 war der diesjährige Welt-Thunfisch-Tag. Der VGT organisierte deshalb eine Informationskundgebung am Stephansplatz in Wien, um die Öffentlichkeit über die Tierschutzprobleme beim Thunfischfang informieren. "Das Leiden der Thunfische geht auch uns in Österreich was an, weil hierzulande viel Thunfischfleisch gegessen wird", sagt VGT-Campaigner Mag. Erich Schacherl.

Thunfischimporte sind gestiegen

Die Menge der gesamten Thunfischimporte im Jahr 2024 machte 13.198.545 kg aus. (1) Im Vergleich mit den Importmengen der Jahre 2023 und 2022 stellt das eine Steigerung dar. Im Jahr 2023 lag die Importmenge bei 10.780.291 kg, im Jahr 2022 wurden 11.261.330 kg Thunfisch nach Österreich importiert.

Thunfisch beliebt in Österreich

13.198.545 kg sind etwas mehr als ein Sechstel der Gesamtimportmenge von Fisch, die im Jahr 2024 81.326.000 kg betrug. (2) 2024 wurde in Österreich insgesamt 73.166.000 kg Fisch in Österreich gegessen. Davon waren zirka 5,5 % das Fleisch von Thunfischen. Die Zahlen verdeutlichen die Beliebtheit von Thunfisch in Österreich.

Die Österreicher:innen bevorzugen Thunfisch aus der Dose. Das geht aus der Importstatistik hervor.

12.685.940 kg Thunfischfleisch in Dosen sind im Jahr 2024 nach Österreich importiert worden. Die Dosen waren hauptsächlich mit dem Fleisch von Echten Bonitos (Katsuwonus pelamis) gefüllt.

Millionengeschäft mit Thunfischfleisch

Die mehr als 13.198 Tonnen importiertes Thunfischfleisch im Jahr 2024 hatten einen Wert von 87.444.666 Euro. (1) Im Jahr 2023 lag der Wert der Thunfischimporte bei 73.654.965 Euro. Im Jahr 2022 waren es 72.408.570 Euro. Mag. Erich Schacherl: "Thunfischfleisch im Wert von mehr als 87 Millionen Euro wurde im Jahr 2024 nach Österreich importiert. Das zeigt deutlich, dass der Handel mit Thunfischfleisch ein lukratives Millionengeschäft ist".

Tierleid im Thunfischfleisch

Ein Millionengeschäft, das in Zusammenhang mit viel Tierqual und Tierleid steht. Denn alle Fangmethoden, mit denen Thunfische aus dem Indischen Ozean, dem Pazifik oder Atlantik gefischt werden, sind tierquälerisch, weil den Thunfischen und anderen Meerestieren beim Fang Schmerzen, Leiden, Schäden, Stress und Angst zugefügt werden. Mag. Erich Schacherl: "Würden die Tierschutzgrundsätze beim Thunfischfang angewendet, dürfte er nicht stattfinden, weil er tierquälerisch ist."

Neuer Bericht verdeutlicht enormes Tierleid

Ein anschauliches Beispiel für die zahlreichen tierquälerischen Aspekte bei der Thunfisch-Fischerei ist der vom Carefish/catch-Konsortium im August 2025 veröffentlichte Bericht "Welfare Assessment in Pole and Line Fisheries". (3) Mit wissenschaftlichen Methoden haben Expert:innen Untersuchungen des Thunfischfangs mit der "Pole and Line Fischereimethode" durchgeführt. Dabei wurden massive Tierschutzprobleme aufgedeckt. Pole and Line ist eine Fangmethode mit Angelrute und Angelleine, die als nachhaltig und selektiv gilt. Sie ist nicht fischfreundlich oder schonend im Umgang mit den Fischen. In der Pressemitteilung vom 12. August 2025 zur Veröffentlichung des Berichts heißt es: "Doch der Bericht zeigt, dass auch diese Form der Fischerei massive Risiken für das Tierwohl birgt. Zwar fangen die Crews gezielt einzelne Fische und vermeiden Beifang, doch setzen sie viele Thunfische lange Hitze und Luft aus, verletzen sie auf dem harten Deck und betäuben sie häufig nicht korrekt, bevor sie sie töten".

Tierquälerische Ringwadenfischerei

Zirka 66 Prozent der Thunfische werden mit sogenannten Ringwadennetzen gefangen. (4) Bei der Ringwadenfischerei werden Fischschwärme an oder in der Nähe der Wasseroberfläche eingekreist, umschlossen und dann aus dem Wasser gezogen. Die tierquälerischen Aspekte von Ringwaden werden in einem Bericht über das Leid und Wohl gefangener Wildfische aus dem Jahr 2010 beschrieben. (5)

Besser kein Thunfisch am Esstisch

Der VGT informiert nicht nur über die tierquälerischen Aspekte des Thunfischfangs, sondern appelliert auch an Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein von Konsument:innen. Mag. Erich Schacherl: "Wir vom VGT bitten, auf den Konsum von Thunfisch zu verzichten. Zeigen Sie Herz und Mitgefühl. Essen Sie keinen Thunfisch. In jedem Bissen Thunfischfleisch steckt Thunfischleid".

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist der Konsum von Thunfischfleisch nicht notwendig. Die Nährstoffe im Thunfischfleisch sind auch in anderen Nahrungsmitteln enthalten. Die aktuellen Ernährungsempfehlungen für Österreich sehen den Konsum von Thunfischfleisch nicht notwendigerweise vor. (6)

Auch in Mödling fand eine VGT - Fischschutzaktion anlässlich des diesjährigen Welt-Thunfischtages statt.

Wir vom VGT bitten, auf den Konsum von Thunfisch zu verzichten. Zeigen Sie Herz und Mitgefühl. Essen Sie keinen Thunfisch. In jedem Bissen Thunfischfleisch steckt Thunfischleid.

VGT-Campaigner Mag. Erich Schacherl

(1) Statistik Austria: Thunfischimporte nach Österreich im Jahr 2020 bis 2024
(vom VGT in Auftrag gegebene Datenerhebung)

(2) Statistik Austria: Versorgungsbilanzen für tierische Produkte 2024

https://www.statistik.at/fileadmin/publications/SB_1-27_Versorgungsbilanzen-tierische-Produkte-2024.pdf

(3) Pressemitteilung von Carefish/catch am 12.08.2025: Neuer Bericht zeigt Tierschutzprobleme in der Angelruten-Thunfischerei
https://esszett.cloud/s/smQaLr7Q3LW6KyK

(4) International Seafood Sustainability Foundation: Fishing Methods
https://www.iss-foundation.org/tuna-stocks-and-management/tuna-fishing/fishing-methods/

(5) fair fish, fish-facts 13, 2010
Auf See geht es schlimmer zu: Leid und Wohl gefangener Wildfische
https://think.fish/wp-content/uploads/2025/05/facts_13.pdf

(6) Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Österreichische Ernährungsempfehlungen 
https://ernaehrungsempfehlung.at/