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Animal Rights Lectures 2026 mit DDr. Martin Balluch

In fünf Vorträgen wird VGT-Obperson DDr. Martin Balluch über die philosophische Basis der Tierrechtsbewegung referieren, die in den 1980ern – 2000ern noch sehr stark diskutiert wurde, und aktuell ruhiger ist. Dass diese Themen noch lange nicht ausdiskutiert sind, wird sich bei unseren ANIMAL RIGHTS LECTURES zeigen - nach einem einstündigen Vortrag gibt es eine kurze Pause zur Stärkung für die anschließende Diskussion.

Die Tierrechtsbewegung ist sehr aktivismuszentriert. Es gibt so viel zu tun, also machen machen machen. Darüber nachzudenken, was unser Ziel ist und wie am besten vorzugehen, kommt dabei oft zu kurz. In den 1980er bis 2000er Jahren gab es noch viel "Theoriearbeit" in der Tierrechtsbewegung. Ständig erschienen neue philosophische und politische Bücher und Texte über Tierrechte, um 2005 war z.B. die Frage Abolitionismus versus Welfare virulent. Aber dann wurde es ruhig. War das Thema ausdiskutiert? Mitnichten. Aber diejenigen, die seither neu in die Bewegung gekommen sind, kennen diese Diskussionen gar nicht und so haben sich erstaunliche Überzeugungen etabliert, als ob sie Konsens in der Tierrechtsbewegung wären, die aber Vielem, was damals diskutiert wurde, diametral entgegen stehen. Diese Lecture Series soll diese Themen aufarbeiten und an die Diskussionen von früher anknüpfen. In vieler Hinsicht könnte es wirklich wichtig sein, sich mehr grundlegende Gedanken abseits von Kampagnenstrategien zu machen, ohne darüber den Aktivismus zu vergessen. Gedacht ist an einen Impulsvortrag von etwa 1 Stunde mit anschließender open end Diskussionsmöglichkeit.

Alle sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Wir bitten um Anmeldung unter: events@vgt.at

Alle Termine:

Dienstag 13.10.2026, 18:00

Bewusstsein:

Zentral für die Ethik der Tierrechtsbewegung ist die Leidensfähigkeit. Was macht diese Leidensfähigkeit aus? Und was wollen leidensfähige Lebewesen eigentlich? Bewusstsein ist ein Begriff, der offensichtlich für viele Menschen sehr viele verschiedene Bedeutungen haben kann, oft esoterisch überhöht und von der Naturwissenschaft entkoppelt. Im Impulsvortrag wird dafür argumentiert, dass das Bewusstsein ein rein naturwissenschaftliches Phänomen darstellt, das mit dem Freien Willen verbunden ist und die zentrale Größe in der Ethik darstellt, um die sich alles dreht.

📍GB*Stadtteilbüro - Nordbahnstraße 14, 1020 Wien

Donnerstag 22.10.2026, 18:00

Leidreduktion oder Recht auf Autonomie:

In der Tierrechtsbewegung hat sich erstaunlicher Weise wie selbstverständlich die Vorstellung etabliert, dass ihre wichtigste Aufgabe wäre, das Leid auf der Welt zu verringern. Das ist in mehrfacher Hinsicht seltsam. Erstens haben jene Denker:innen, die erstmals die Ethik der Leidreduktion formulierten, Rechte - wie Tierrechte - für einen absoluten Unsinn erklärt ("nonsense on stilts"). Rechte stehen nämlich der Leidreduktion manchmal entgegen. Zweitens wird stillschweigend davon ausgegangen, dass Leid ein universell objektiv negativer Wert ist. Dabei kann es keine objektiven Werte geben, weil es keine Gottheiten gibt, die diese festlegen könnten. Und drittens sind Rechte statt Leidreduktion bei Menschen die zentrale ethische Determinante. Als Anti-Speziesist:innen sollten wir nicht nur Menschen dieses Privileg zugestehen. Auf der anderen Seite wirkt es so offensichtlich: Wie kann man nicht Leid reduzieren wollen?

📍GB*Stadtteilbüro - Max-Winter-Platz 23, 1020 Wien

Donnerstag 05.11.2026, 18:00

Autonomie:

Was ist Autonomie und Freiheit? Hat der Unabomber recht gehabt, wenn er die technische Entwicklung als zentrale Bedrohung unserer Freiheit sah? Und stirbt die Freiheit mit Sicherheit? Die Tierrechtsbewegung ist eine Befreiungsbewegung und ihr Ziel ist daher die Freiheit nichtmenschlicher Tiere. Aber was bedeutet das genau?

📍GB*Stadtteilbüro - Nordbahnstraße 14, 1020 Wien

Dienstag 17.11.2026, 18:00

Zivilisationsbias und Wildtierleid:

Den meisten Menschen (in der Zivilisation, d.i. die technologische Massengesellschaft) erscheint es offensichtlich, dass das Leben in der Zivilisation jedem Leben außerhalb in der Wildnis vorzuziehen ist. Medizinisch versorgt, von der Polizei geschützt, auf dem weichen Sofa hinter Dreifachverglasung, das Essen im Eiskasten. Die armen Tiere draußen müssen frieren, hungern und sind ständig in Angst. Aber Moment! Das ist die Sicht von Wesen, die auf diese Weise sozialisiert wurden. Wie sehen das Menschen, die in der Wildnis sozialisiert wurden? Und wie sehen das Wildtiere?

📍GB*Stadtteilbüro - Nordbahnstraße 14, 1020 Wien

Donnerstag 26.11.2026, 18:00

Reformismus und Vegan-Outreach:

PETA hat kürzlich sehr viele Organisationen weltweit kontaktiert und erklärt, Reformen in der Nutztierhaltung zu erzielen sei kontraproduktiv. Das würde die Tiernutzung nur einzementieren und den Kauf von Tierprodukten für ethisch motivierte Konsument:innen erleichtern. Stattdessen sollten alle nur vegan outreach machen. Offenbar steckt der Gedanke dahinter, dass die Tierbefreiung letztlich dadurch erreicht wird, dass immer mehr Menschen vegan werden, bis die ganze Gesellschaft kippt. Der Impulsvortrag legt dar, warum das völlig irreal ist und, umgekehrt, Reformen den einzig realistischen Weg zur Tierbefreiung darstellen. Was hatten die bisherigen Reformen im Bereich der „Nutztier“-Haltung für Auswirkungen?

📍tba