Wien/EU, 13.10.2026
Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.
Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN präsentiert heute die Ergebnisse einer neuen EU-weiten Umfrage von Savanta: 85 % der Menschen in Österreich sprechen sich für ein Ende der Käfighaltung von Legehennen in der EU bis spätestens 2035 aus.(1) Dagegen stellt sich COPA-COGECA, eine Vereinigung landwirtschaftlicher Dachorganisationen, die für eine Übergangsfrist bis 2045 lobbyiert.
Das Marktforschungsunternehmen Savanta befragte 25.000 Menschen in 25 EU-Mitgliedsstaaten, bis wann die Käfighaltung von Legehennen EU-weit beendet werden sollte:
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Drei von vier Befragten halten eine Übergangsfrist bis 2035 für ausreichend.
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Die Hälfte aller Befragten und 65 % der Österreicher:innen sind der Meinung, dass alle Legehennen längst aus den Käfigen befreit sein sollten.
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Akzeptanz für eine Übergangsfrist bis 2045 geben nur 7 von 100 Menschen an.
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Fazit: In allen befragten Ländern will die Mehrheit der Bürger:innen, unabhängig von ihrer politischen Orientierung, dass Käfige für Legehennen bis spätestens 2035 abgeschafft werden.
Diese Umfrageergebnisse erscheinen fünf Jahre, nachdem die Europäische Kommission versprochen hat, die Käfighaltung zu beenden. Das geschah als Reaktion auf die Europäische Bürger:innen-Initiative „End the Cage Age“, die von 1,4 Millionen Menschen unterstützt wurde. Der EU-Kommissar für Tierschutz, Olivér Várhelyi, betonte bereits mehrmals, dass die Kommission heuer einen Gesetzesvorschlag liefern wird. Umso verwunderlicher ist, dass es in den ersten 15 Monaten der Amtszeit der EU-Kommissare für Landwirtschaft und Tierschutz mindestens 46 Treffen mit den Lobbyvertretungen der Fleisch-, Geflügel- und Milchindustrie gegeben hat. Mit Tierschutzorganisationen hat man dagegen nur siebenmal gesprochen.(2)
„Fünf Jahre lang hat die Kommission den Willen der Bevölkerung ignoriert und sich der Käfiglobby gebeugt. Jetzt haben die Menschen erneut ihre Stimmen erhoben. Dass die Hennen bis 2045 weiter in Käfigen leiden sollen, ist absurd. Ein Großteil der befragten EU-Bürger:innen hält eine Übergangsfrist bis maximal 2035 für mehr als angemessen”, sagt VGT-Campaignerin Denise Kubala, MSc.
Österreich importiert jährlich rund 250 Millionen Eier.(3) So gelangen Käfigeier trotz des bestehenden Käfigverbots ins Land. In der EU werden heute noch über 140 Millionen Hennen im Käfig gehalten, das ist ca. jede dritte Henne. Eine von COPA-COGECA selbst finanzierte Studie zeigt, dass die Hennen für weniger als ein Prozent der Gewinne der Eierbranche sofort aus den Käfigen befreit werden könnten.(4) Trotzdem fordert der Verband, dass Käfige bis 2045 bestehen bleiben. Die Industrie verlangt also noch 15 Jahre ab 2030. Doch das Ende der Käfighaltung wurde schon 2021 angekündigt. Die gewünschten 15 Jahre enden damit im Jahr 2035.
„Warum sollten die Hennen noch länger in Käfigen leiden und den Preis für die Versäumnisse der Industrie bezahlen, die längst handeln hätte können? Drei von Vier Befragten sind der Meinung, dass der Umstieg bis 2035 abgeschlossen sein muss. Es liegt nun an der EU-Kommission, sich entweder auf die Seite der Industrie zu stellen, oder den Wünschen der EU-Bürger:innen und ihren eigenen Versprechen zu folgen“ so Kubala weiter.
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Quellen:
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Savanta : EU poll on cages for hens - Austria (2026), Auftraggeber: Humánny pokrok
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Animal Equality: "Tierindustrie dominiert Zugang zur EU-Tierschutzpolitik – zentrale Reformen werden verschleppt" (19.3.2026) [13.10.2026]
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Statistik Austria – Versorgungsbilanz Eier
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Potori, N., E. Majewski et al.: "An assessment of the impacts of the phasing out of cages in EU livestock farming: the pig and layer sectors, Final Report", AKI (Budapest 2023)