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Nein zur tierquälerischen Garnelenzucht

Salzburg, 16.10.2026

Zwei Tage Aktivismus in Salzburg für den Schutz von Garnelen. Der VGT war dabei.

Das ist grausam. Weiblichen Zuchtgarnelen werden ohne Betäubung eines oder beide Augen abgeschnitten. Damit sie mehr Eier legen. Mehr Eier bedeutet mehr gezüchtete Garnelen, bedeutet mehr Profit. Diese Tierquälerei ist gängige Praxis in vielen kommerziellen Zuchtbetrieben weltweit. Am Ende der Zucht werden Garnelen ohne Betäubung in Eiswasser geworfen, wo sie langsam und qualvoll sterben. Das ist ebenfalls Tierquälerei und in vielen Garnelenzuchten üblich.

Abgetrennte Augen und Tod auf Eis

Diese zwei Themen standen im Zentrum der "Tage für Garnelen in Salzburg", die am 14. und 15. Oktober 2026 stattfanden. Aktivist:innen des VGT waren dabei. Am Abend des 14.10. fand ein Vortrag über die tierquälerische Garnelenzucht statt.
VGT-Mitarbeiterin Jun Tian hörte zu: "Es war inspirierend zu sehen, welche Fortschritte für Garnelen bereits erzielt wurden und dass manche Unternehmen schon auf diese grausamen Praktiken verzichten, auch wenn noch viel zu tun ist. Besonders schön fand ich das Gemeinschaftsgefühl und das Wissen, dass wir alle für dasselbe Ziel kämpfen, egal, für welche Tiere wir uns einsetzen."

Protestaktion in Salzburg

Am 15.10. gab es eine lautstarke Protestkundgebung mit circa 25 Tierschützer:innen. VGT Vize-Obmann Georg Prinz war dabei: "Das war die wahrscheinlich erste Demonstration in Österreich überhaupt, die sich dem Schutz der Garnelen widmet. Unsere Demo hat ein kraftvolles Zeichen für diese bis jetzt so vergessenen Tiere gesetzt. Auch Anrainer:innen und Mitarbeiter:innen anderer Firmen in dem Betriebsgebiet, wo die Demo stattfand, solidarisierten sich mit unserem Anliegen. So weitet sich der Kreis der Tiere, die wir in unseren moralischen Überlegungen miteinbeziehen immer weiter aus!"

Vortrag und Demo für den Schutz von Garnelen waren Teil mehrerer Tierschutzaktivitäten im Rahmen der RAGE-Tour, die von mehreren Tierschutz- bzw. Tierrechtsorganisationen wie ICAW (International Council for Animal Welfare), AAC (Animal Activism Collective), CAFT (Coalition to Abolish the Fur Trade) und dem VGT organisiert wurden.

Garnelen: Die am häufigsten für die Lebensmittelproduktion getöteten Tiere

Garnelen werden in großen Mengen auch in Österreich gegessen. Genaue Zahlen liegen dem VGT derzeit nicht vor, Schätzungen erwähnen circa 3.000 Tonnen Garnelen jährlich1. Bei einer Produktrecherche in den vier großen Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen Billa Plus (Rewe), Lidl, Hofer und Spar fanden VGT-Mitarbeiter:innen mehr als 80 unterschiedliche Lebensmittel mit Garnelen. Angeboten werden gekühlte und tiefgekühlte Lebensmittel mit Garnelen. In den meisten davon befinden sich tote White Tiger Garnelen (Litopenaeus vannamei). In einigen tote Black Tiger Garnelen (Penaeus monodon). Diese zwei Arten stammen aus Zucht. Produkte mit Eismeergarnelen (Pandalus borealis) und Argentinischen Rotgarnelen (Pleoticus muelleri) wurden auch gefunden. Sie werden mit Schleppnetzen aus den Meeren gefischt.

Garnelen sind jene Tiere, die am häufigsten für die Lebensmittelproduktion genutzt und getötet werden. Die englische Non-Profit-Organisation Rethink Priorities hat einen Bericht darüber verfasst2. "Jährlich werden rund 440 Milliarden gezüchtete Garnelen getötet; diese Zahl übersteigt bei Weitem die Bestände der am häufigsten für die Nahrungsmittelproduktion genutzten Wirbeltiere – nämlich Fische und Hühner", steht dort. Und weiter: "Zu jedem beliebigen Zeitpunkt leben rund 230 Milliarden Garnelen in Zuchtanlagen; dieser Wert übertrifft alle bisher bekannten Schätzungen zu Nutztierbeständen, einschließlich der Zahlen zur Insektenzucht."

Einer weiblichen Zuchtgarnele wurde ein Auge entfernt.
Eine große Garnelenzucht in Malaysia. Viele Zuchtanlagen befinden sich auch in Hallen.

Profit mit Tierleid

Die Garnelenindustrie - Garnelenzucht, Garnelenfischerei und Garnelenhandel - ist ein lukratives Geschäft. Die FAO erwähnt in der Globefish Quarterly Shrimp Analysis vom Mai 2026: "Der internationale Garnelenhandel verzeichnete 2025 einen moderaten Anstieg gegenüber dem Vorjahr: Die Menge wuchs um 3,9 Prozent auf 3,74 Millionen Tonnen, der Wert legte um 12 Prozent auf 28,42 Milliarden US-Dollar zu."3

Mag. Erich Schacherl, VGT-Campaigner: "Die Garnelenzucht ist ein grausames Geschäft, in dem viel Tierleid und Tierqual stecken."

Garnelen fühlen Schmerzen und sie leiden, wenn ihnen Schmerzen zugefügt werden. Wie das bei der Augenentfernung der Fall ist. PETA Deutschland schreibt dazu: "Die Augenstielablation erfolgt meist ohne Betäubung und führt zu Schmerzen und Desorientierung. Die Garnelen reagieren mit Zuckungen und Schwanzschlagen (ein Anzeichen für Rückstoß und Flucht), dem Reiben der verstümmelten Stelle, Desorientierung und Aggressivität. Außerdem ist die Sehfähigkeit beeinträchtigt, was zu Stress führt. Es können Infektionen und Komplikationen auftreten, die die Garnelen ihr restliches Leben beeinträchtigen und die Mortalität erhöhen."4

Qualvoll ist auch das langsame Ersticken im Eiswasser. In einer wissenschaftlichen Studie aus dem Jahr 2021 steht in den Schlussfolgerungen: "Daher sind das Abkühlen an der Luft oder auf Eis, die Narkose mittels Kohlendioxid sowie das „Ertränken“ als Schlachtmethoden für Krebstiere generell nicht zu empfehlen."5

Appell an den Handel und an die Konsument:innen

Der VGT und die Tierschützer:innen von ACW, AAC und CAFT fordern ein Ende der grausamen Praktiken der Augenentfernung und des Tötens in Eiswasser. Aufgerufen sind einerseits Handelsunternehmen, die tierquälerisch produzierte Garnelenprodukte verkaufen. Sie sollen sich verpflichten, keine solchen Produkte mehr zu führen. Durch das fokussierte Vorgehen von ICAW ist es in Großbritannien bereits gelungen, große Handelsunternehmen wie Waitrose, Co-op und Morrisons zu überzeugen. Die Strategie wird nun in Europa umgesetzt: "Mit dem Erfolg in Großbritannien – wo mittlerweile die Mehrheit der Supermärkte strengere Regeln zugesagt hat – baut ICAW nun Momentum in weiteren europäischen Märkten auf, um ähnliche Zusagen zu erreichen und einen Branchenstandard zu etablieren."6

Andererseits sind auch Konsument:innen von tierquälerisch produzierten Lebensmitteln mit Garnelen mitverantwortlich für das, was passiert. Deshalb richtet VGT auch einen Appell an sie. Mag. Erich Schacherl: "Der Konsum von tierquälerisch erzeugten Garnelen unterstützt das Leiden und die Qualen der Tiere. Zeigen Sie Mitgefühl, agieren sie verantwortungsvoll und verzichten Sie bitte auf den Kauf und Konsum solcher Produkte."

  1. SalzburgerLand Tourismus GmbH, SalzburgerLand Magazin, Garnelen aus dem Salzburgerland
  2. Rethink Priorities: Shrimp: The animals most commonly used and killed for food production, August 2023
    https://rethinkpriorities.org/research-area/shrimp-the-animals-most-commonly-used-and-killed-for-food-production/
    Übersetzung der Zitate mit Google Übersetzer
  3. FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations): Globefish Quarterly Shrimp Analysis vom Mai 2026
    https://openknowledge.fao.org/server/api/core/bitstreams/da4bdd54-8d21-4f51-a545-0bd6d8609e09/content
  4. PETA Deutschland, Augenstielablation: warum Garnelen die Augen abgeschnitten werden, 13.11.2024
    https://www.peta.de/themen/garnelen-augen-abschneiden/
  5. Humane Slaughter of Edible Decapod Crustaceans, 2021
    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8069407/#sec5-animals-11-01089
  6. ICAW - Tierschutz von Garnelen, Oktober 2025