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400 Menschen versammeln sich gegen Tierquälerei in Traismauer

St. Pölten-Land, 28.08.2026

Überwältigendes Signal in Traismauer, NÖ, aus der Bevölkerung: Tierleid darf nicht länger toleriert werden

Am Donnerstagnachmittag (27.08.2026) folgten rund 400 Menschen dem spontanen Aufruf zum friedlichen Protest des VGT vor dem aufgedeckten Mastbetrieb im Bezirk St. Pölten-Land. Der Betrieb steht seit mindestens 2013 nach wiederholten Tierqual-Aufdeckungen massiv in der Kritik. Mittlerweile gilt seit 2023 ein Tierhaltungsverbot gegen den Betreiber – gegen seine Frau, die den Betrieb momentan führt, läuft ebenfalls ein Verfahren bezüglich eines Tierhaltungsverbots.

„Kontrolliert, dokumentiert, ignoriert?“
Plakatsprüche wie dieser waren bei dem Protest zu sehen. Von der Kremser Straße aus zog der Demozug durch das Traismaurer Siedlungsgebiet bis zum Mastbetrieb, wo der Protest als friedliche Mahnwache mit Ansprachen beendet wurde. Besonders viele Schilder riefen die Behörden zur Verantwortung. David Richter, VGT-Campaigner, ordnet die Empörung der Menschen ein: „Es ist nicht nachzuvollziehen, was noch passieren muss, damit die Behörden endlich durchgreifen können. Dieser Fall zeigt wie kein anderer auf, wo die größten Schwächen im behördlichen und rechtlichen System zum Schutz der Tiere sind.“

Video von dem Protest: https://youtube.com/shorts/kX9v9oOcchs

„Nicht gesehen – nicht passiert“: Die Schwäche der Kontrollen
Selbst unangekündigte Behördenkontrollen können nur das ahnden, was unmittelbar bei der Kontrolle wahrgenommen wird. Gerade Missachtungen von Tierhaltungsverboten im landwirtschaftlichen Bereich sind so kaum zu bestrafen – zu schnell können Betroffene bei Ankunft der Kontrollorgane einfach den Stall verlassen. David Richter schlägt Plausibilitätsprüfungen vor: „Man muss sich schon die Frage stellen, ob ein Betrieb weitergeführt werden kann, wenn eine oder sogar zwei Hauptverantwortliche aufgrund von Tierhaltungsverboten keine Arbeit mit den Tieren verrichten dürfen. Wer übernimmt diese Aufgaben? Zumal in diesem Betrieb ja schon vor dem Tierhaltungsverbot grobe Vernachlässigung herrschte.“
Besonders die im Betrieb dokumentierte Gewalt entsetzte die Protest-Teilnehmer:innen. „Die derzeitige Betreiberin schlägt darin zwei Ziegen mit einer Mistgabel gegen den Kopf. Dieser brutale Umgang mit den Tieren ist ebenfalls etwas, das behördliche Kontrollen kaum wahrnehmen.“

Seit VGT-Anzeige keine behördliche Kontrolle im Betrieb
Besonders erschüttert zeigten sich die Protest-Teilnehmer:innen über die Information, dass seit der Anzeige des VGT am Montag, 24.08., noch keine erneute behördliche Kontrolle stattgefunden haben soll. Die Aussagen der Landesrätin Susanne Rosenkranz, wonach die Aufdeckungsbilder nicht den aktuellen Zuständen entsprächen, beruht offenbar nicht auf einer Kontrolle in dieser Woche, sondern der letzten am 12.08. dieses Jahres.
David Richter dazu: „Die Bilder, die der VGT bekommen hat, stammen aus der zweiten August-Woche, also nur wenige Tage vor der behördlichen Kontrolle, in der ebenfalls Missstände festgestellt wurden. Wenn nun von unterschiedlichen Zuständen im Betrieb die Rede ist, dann zeigt das nur, wie schnell sich hier die Lage für die Tiere ändern kann. Wie es momentan, Ende August (!), im Betrieb aussieht, kann die Behörde ohne Kontrolle überhaupt nicht wissen!“

Übertretungen müssen Folgen haben
Die Landesveterinärdirektion teilte schon am Tag nach der Aufdeckung mit, dass „die rechtlichen Mittel ausgeschöpft“ seien in Bezug auf den Skandalbetrieb. Für die Tierschutz-Expert:innen des VGT, die wöchentlich Tierqual-Meldungen aus der Bevölkerung erhalten, ist das schwer zu glauben. David Richter: „Auch in der landwirtschaftlichen Tierhaltung gibt es Gesetze und Tierhaltungsrichtlinien, deren Übertretung bestraft werden muss. Viel zu oft hören wir jedoch, dass es selbst bei durchaus weitgreifenden Übertretungen lediglich Nachbesserungsaufträge gibt, statt Verfahren nach dem Tierschutzgesetz oder Strafen. Womöglich würden sich Betriebe, die über Jahre hinweg Rinder in Gülle-Seen halten oder Ziegen und Schafe in den Buchten sterben lassen, eher ändern, wenn Tierquälerei konsequent und hart bestraft wird. Die aktuelle Tiermast wurde laut Landesrätin Rosenkranz in den letzten vier Jahren 30-mal kontrolliert: Wie oft gab es Übertretungen und was waren die Konsequenzen dieser Übertretungen?“

Der VGT verweist auf die neu gestartete Petition und appelliert an die Verantwortlichen, den Ruf aus der Bevölkerung ernstzunehmen: Tierquälerei darf in Österreich nicht länger geduldet werden!

Pressefotos vom Betrieb (Copyright: VGT.at)
Ein Roh-Videoschnitt kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Fotos vom Protest: Pressefotos Demo (Copyright: VGT.at)

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