St. Pölten-Land, 26.08.2026
VGT konfrontiert Landwirt vor Betrieb und übt Kritik an den Behörden. Den Tieren vor Ort muss umgehend geholfen werden!
Im Fall des gestern aufgedeckten Mastbetriebs mit horrenden Haltungsbedingungen für rund 1.000 Rinder, Ziegen und Schafe sind längst nicht alle Fragen beantwortet. Insbesondere den extrem mageren Tieren, die in den dem VGT zugespielten Videoaufnahmen, teilweise schon bewegungsunfähig am Boden liegen und augenscheinlich akut unterernährt und krank sind, muss sofort geholfen werden, bevor noch mehr Tiere qualvoll sterben.
Am gestrigen Morgen stellte David Richter, VGT-Kampagnenleiter, den Landwirt mit Tierhaltungsverbot bei der Betriebszufahrt zur Rede: „Ich habe ihn gefragt, warum er immer noch im Stall mit den Tieren arbeitet. Ich habe Fotos von den verhungerten Ziegen und den Rindern in der Gülle gezeigt. Er hat bestritten, im Stall zu arbeiten, obwohl wir den aktuellen Videonachweis dafür haben.“ Mehrmals überfuhren der Landwirt und Familienangehörige mit ihren Autos dabei beinahe Katzen, die sich vor dem Betrieb aufhielten.
Zum Video der Konfrontation vor dem Betrieb
Die ganze Familie betroffen
Nach dem Tierhaltungsverbot im Mai 2023 ging die offizielle Haltung der Tiere im Betrieb an die Frau des ehemaligen Betreibers über. Ein Tierhaltungsverbot verbietet nicht nur den Besitz, sondern auch den Umgang mit Tieren. Ein Verstoß dagegen kann zur Tierabnahme führen. Es läuft jedoch auch gegen die aktuelle Betreiberin bereits ein Verfahren wegen eines Tierhaltungsverbots (liegt derzeit wegen Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht Niederösterreich).
David Richter dazu: „Es kann doch nicht Monate und Jahre dauern, bis so offensichtliche Missstände zu einer Tierabnahme und Betriebsschließung führen! Schon 2022 – bevor der Mann ein Tierhaltungsverbot hatte – lebten die Tiere zwischen Fäkalien und toten Artgenossen. Dem Landwirt ist es seit 2023 verboten, mit den Tieren zu arbeiten, aber an den Zuständen hat sich nichts geändert. Nun läuft das Verfahren gegen die Frau – wer in der Familie übernimmt den Betrieb denn dann, ohne dass sich etwas für die Tiere ändert?“
Der VGT stellt infrage, ob die familiäre Betriebsübernahme der Plausibilitätsprüfung standhält (sprich, ob eine adäquate Versorgung der Tiere überhaupt geleistet werden kann) und ob die Übertretungen des Tierhaltungsverbots den Kontrollorganen nicht schon früher hätte auffallen müssen. Auch die Aussagen der Bezirkshauptmannschaft, wonach der Betrieb ohnehin engmaschig kontrolliert werden würde und die „Einhaltung tierschutzrechtlicher Vorgaben“ geprüft werde, kann David Richter so nicht stehen lassen: „Entweder sind diese Kontrollen vollkommen zahnlos oder es gibt einfach keine Konsequenzen bei weitreichenden Übertretungen. Wenn Missstände sich über Jahre ziehen, kann doch nicht ernsthaft geantwortet werden, dass der Betrieb ohnehin regelmäßig kontrolliert wird!“
Jetzt Petition für mehr Kontrollen und härtere Strafen unterschreiben!
Neueröffnung von Tierquälerei-Verfahren notwendig
Anfang 2023 kam der Landwirt im Gerichtsprozess mit einer Diversion davon. Damals wurden die Missstände verhandelt, die durch die VGT-Aufdeckung im Sommer 2022 ans Licht kamen. Nun liegt der Beweis vor, dass der Landwirt nach wie vor im Betrieb arbeitet und die Tiere weiterhin massiv leiden. In solchen Fällen können die Staatsanwaltschaften die Verfahren neu eröffnen und eine Verurteilung erreichen.
Pressefotos vom Betrieb (Copyright: VGT.at)
Ein Roh-Videoschnitt kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.
Protest und Mahnwache vor Ort
Der VGT ruft zur Demonstration vor dem Skandalbetrieb auf.
Treffpunkt für den Demomarsch ist Donnerstag, 27.08.2026, um 16 Uhr in der Kremser Straße 1, 3133 Traismauer. Die Demonstration zieht dann gemeinsam zum eigentlichen Ort der Demonstration, vor den Betrieb, wo sie ab ca. 16 Uhr 30 erwartet wird.
Fotos vom Protest werden am Donnerstag ab ca. 17 Uhr hier bereitgestellt: Pressefotos Demo (Copyright: VGT.at)
Das Hauptvideo zur Aufdeckung: