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Ried im Oberinntal, 15.10.2026

Vergangenen Freitag wurde die große Ausstellung "30 Jahre Radikalkunst, 50 Jahre Chris Moser" in Schloss Sigmundsried eröffnet

Eine Jubiläumsausstellung, die keine sein „wollte“ - die Vernissage wurde zu einem Abend voller Kunst, Subkultur und Nostalgie, die unvergessen bleibt!
Im Schloss Sigmundsried im Oberinntal, im Dreiländereck Schweiz, Italien und Österreich, wurde am Freitag, dem 9. Oktober, die umfangreiche Werkschau anlässlich Chris Mosers fünfzigstem Geburtstag und 30 Jahren seiner Radikalkunst eröffnet. Chris Moser ist ohne Zweifel einer der Wegbereiter zum Thema Tierbefreiung und Tierrechte in der bildenden Kunst.

Seit nunmehr 30 Jahren arbeitet er künstlerisch zu dem Thema, vor 25 Jahren kreuzten sich erstmals die Wege des Künstlers Chris Moser mit dem VGT, und zwar am Kunstsymposium "Das Tier als Subjekt" in Großwarasdorf.

Seit 20 Jahren ist Moser zudem als Campaigner für Tirol für den VGT tätig, 2008 verbrachte er 3 Monate in Untersuchungshaft im Verdacht "... einer der Hauptakteure der militanten Tierrechtsszene" (Zitat Polizeibericht) zu sein.

Rund 80 Besucher:innen aus ganz Tirol fanden sich pünktlich um 19:00 im beeindruckenden Schloss Sigmundsried ein; vereinzelte Autonummern aus Linz, Kitzbühel, Kufstein und Schwaz am fast zu knapp bemessenen Parkplatz machten deutlich, dass hier diesmal keinesfalls nur regionale Besucher:innen ins Schloss Sigmundsried kamen.

Nach einleitenden Worten des Galeristen von Schloss Sigmundsried, Christoph Mathoy, und der Kunsthistorikerin Sylvia Mader, bedankte sich Moser vor allem bei seiner Familie für ihren Rückhalt und ihre Unterstützung: Er wüsste, es sei keinesfalls immer leicht mit ihm.

Gespannt wurde danach die in den zahlreichen Ankündigungen nur kryptisch kommunizierte Performance "Roots in Metal" erwartet, und die Besucher:innen, viele auch durchaus eher als subkulturell interessiert denn als klassisches Vernissagenpublikum erkennbar, wurden keinesfalls enttäuscht: Tatsächlich spielte Moser zusammen mit 3/4 der Originalbesetzung der legendären 90er-Jahre Bands "Harmonic Death" und "State of Mind", denen Moser damals angehörte, einen (Cover-)Song aus gemeinsamen Zeiten! Unterstützt von Musikern der Bands "YMP" und "Dangerboy Samahl". Für Kenner:innen der Szene unvergesslich!

Danach wurden die Ausstellungsräume samt veganem Buffet eröffnet. Mosers umfangreiche Werkschau füllt die sechs ehrwürdigen Galerieräume des Schlosses, sowie drei der historischen Gefängniszellen. Die Ausstellung umfasst Arbeiten von 1996 bis 2026, getrieben und geprägt von Mosers radikalem Veränderungswillen.

Interessierte wurden vom Künstler selbst durch die gesamte Ausstellung geführt und zu den einzelnen Werken teilte er bereitwillig Hintergrundinfos und oft auch die Entstehungsgeschichten.

Für Chris Moser, der bereits 1995 seine erste Einzelausstellung in der legendären Galerie Elefant in Landeck bestritt, damals noch unter dem Pseudonym "Illegaler Kunstverein", schloss sich so ein Kreis, wieder im Tiroler Oberland auszustellen.

Die letzten Jahre war Moser unter anderem mit Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, in Kulturzentren und Galerien in Bozen, Lienz, mehrmals Wien, Berlin, Luxemburg, Dortmund, Dresden, Leipzig, Hamburg, Appelschah (Niederlande) uvm. vertreten.

Gegen 22:00 schloss das Konzert von "Dangerboy Samahl" diesen gelungenen Abend voller Radikalkunst, (Sub-)Kultur und Nostalgie.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag, den 30. Oktober, immer Mittwoch und Sonntag von 18:00 bis 20:00 Uhr sowie immer nach Vereinbarung zu sehen.