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Taubenleid in Bischofshofen – Lösung in Sicht?!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (28.11.2023)

Salzburg, 28.11.2023

Verhungernd, verletzt, gestorben – Tauben fristen momentan ein trauriges, meist von Krankheiten und Hunger geplagtes Dasein auf den Straßen und in den Tiefgaragen von Bischofshofen. Doch nun scheint eine Lösung des Tierschutzproblems in Sicht. Bürgermeister Hansjörg Obinger (SPÖ) möchte sich aktiv auf die Suche nach einem geeigneten Platz für einen betreuten Taubenschlag begeben.

Wie in der Stadt Salzburg gibt es auch in Bischofshofen eine Taubenpopulation, die sich aufgrund des angezüchteten Brutzwangs exponentiell vermehrt. Bei Tauben handelt es sich nicht um Wildtiere, die für sich selbst sorgen können, sondern um Haustiere – gezüchtet als Brief-, Sport- oder Hochzeitstauben werden sie ausgesetzt oder gehen verloren. Als Haustiere sind Tauben auf die Versorgung durch den Menschen angewiesen. Die Verwahrlosung der Stadttauben und die artfremden Bedingungen erkennt man an ihrem erschreckenden Untergewicht, parasitärem Befall, Krankheiten, offenen Wunden sowie am ausgeschiedenen sog. "Hungerkot", einer dünnflüssigen, ätzenden Ausscheidung, die durch die Aufnahme von menschlichem Müll als nicht artgerechtes Futter zustande kommt. Dies bedingt, dass Stadttauben gerade einmal zwei Jahre alt werden, obwohl sie bei artgerechter Betreuung 16 Jahre alt werden könnten. Die Sterblichkeit der Nachkommenschaft in den ersten Lebensmonaten liegt in Bischofshofen sogar bei 90%.

Lösung in Sicht?

Eine Lösung für diese tragische Situation ist ein Taubenschlag. In einem betreuten Taubenschlag können Tauben artgerecht gefüttert werden, sich warm halten und veterinärmedizinisch versorgt werden. Ihre Eier können zur Populationskontrolle durch Gipseier ausgetauscht werden.

Dass ein Taubenschlag die tierschutzkonforme und nachhaltige Lösung des Problems darstellt, ist auch Bürgermeister Hansjörg Obinger bewusst. Vor allem ein Taubenschlag, beispielsweise in Form eines ausgestalteten Containers, scheint für die Gemeinde ein kostengünstiges und schnell umsetzbares Projekt zu sein. Man sei nur noch auf der Suche nach einer passenden Örtlichkeit.

Dr. Dr. Martin Balluch, Obmann des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN dazu: Tierschutz ist als Staatsziel in der österreichischen Verfassung verankert, somit ist jede Gemeinde dazu verpflichtet, sich um Tierschutzangelegenheiten - wie die leidenden Stadttauben - zu kümmern. Dass Metall-Spikes und Taubenabwehrnetze keine Lösung sind, zeigt ein Lokalaugenschein vor Ort sehr deutlich. Es ist erfreulich, dass sich Herr Obinger für einen betreuten Taubenschlag einsetzt und so den Tieren ein qualvolles Leben auf der Straße ersparen will. Wir freuen uns über diese Initiative der Gemeinde Bischofshofen und stehen sehr gerne beratend zur Seite.

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

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