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VGT zu Totschnig: wenn wir "Nutztieren" so viel verdanken, müssen wir sie gut halten

Wien, 18.12.2025

Landwirtschaftsminister hat Studie mit Wertschöpfung aus Nutztierhaltung präsentiert – dieser Profit verpflichtet moralisch dazu, den Tieren etwas zurück zu geben: Vollspaltenverbot!

Gestern hat Landwirtschaftsminister Totschnig eine Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Nutztierhaltung präsentiert. Es gäbe dadurch eine hohe Wertschöpfung und es würden über 100.000 Arbeitsplätze geschaffen. Doch das Los der sogenannten Nutztiere wird dabei nicht erwähnt. Diese Wertschöpfung und Bedeutung für die Gesellschaft darf nicht unter brutalster Ausbeutung leidens- und empfindungsfähiger Tiere geschaffen werden. Schweine und Mastrinder müssen noch immer auf Beton-Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu bei geringstem Platzangebot vor sich hin vegetieren, und kein Ende ist absehbar, auch 2034 bzw. 2038 nicht. Während die Schweine also extrem leiden, schwärmt man vom Profit, der dadurch erwirtschaftet wird. Fair sein heißt, dass man denen, auf dessen Rücken dieser Profit erwirtschaftet wird, auch wenigstens ein Minimum an Lebensqualität bietet. Eine tiefe Stroheinstreu dafür ist sicher nicht zu viel verlangt. Deshalb hat der VGT gestern vor dem Ministerrat und in den Tagen davor zu den Nationalratssitzungen gegen den Vollspaltenboden in der Schweinehaltung demonstriert. Der VGT wird nicht müde, die Regierung an ihre moralische Verantwortung den sogenannten Nutztieren gegenüber zu erinnern, insbesondere, wenn sie so viel Profit bringen, wie der Landwirtschaftsminister behauptet.

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch relativiert allerdings die übertriebenen Aussagen von Totschnig: „Da wird seitens der Tierindustrie so getan, als könnten wir ohne die sogenannte Nutztierhaltung in Österreich nicht auskommen. Aber gegessen wird immer, und wenn es weniger Fleisch wäre, dann würde eben mehr pflanzliche Nahrung angebaut. Die Schwärmerei wegen der Bedeutung der Almwirtschaft für den Tourismus ist auch völlig übertrieben. Erstens gibt es auch Lebenshöfe, die ihre Tiere auf der Alm halten, ohne sie nachher zu nutzen oder zu töten, und zweitens werden zunehmend mehr Almen verlassen, ohne dass deshalb der Tourismus einbricht. Die Menschen suchen ursprüngliche Natur in unseren Bergen, und die gibt es oft gerade abseits von Almen oder auf verlassenen Almen in besonders wertvoller Weise. Also, nein, die Wertschöpfung durch die Ausbeutung von Tieren kann kein Argument sein, Tiere weiterhin auszubeuten. Insbesondere in einer so brutalen Weise wie auf Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu.“

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

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