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Während die Stadt Wien seit letztem Jahr strenge Richtlinien umgesetzt hat, werden
in Niederösterreich weiterhin Tausende
Tiere zu Ware degradiert und wie Ramsch
verschleudert
Die
Stadt Wien hat in vorbildlicher Weise
die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes
in Richtlinien zur Abhaltung von Reptilienbörsen
konkretisiert. Diese setzen unter anderem
folgende Punkte fest:
- Abgabe
einer Liste mit Kfz-Kennzeichen der
AusstellerInnen (sodass sichergestellt
werden kann, dass vor allem bei
zweitägigen
Messen die erlaubte Börsendauer
von 8
Stunden nicht überschritten wird)
- Dokumentation
der Verkäufe
- Abgabe der Tiere an
die KäuferInnen in thermostabilen
Behältern
- Hinweisschild, dass Wildtiere
behördlich gemeldet werden
müssen
Seit
Bestehen dieser strikten Bestimmungen
werden in Wien keine nennenswerten Reptilienbörsen
mehr abgehalten. Eine Abwanderung in
das angrenzende Niederösterreich ist
die Folge. Warum in St. Pölten das Abhalten
der Reptilienbörse Exotica, trotz zigfacher
Anzeigen von verschiedenen Tierschutzvereinen
und den nachgewiesenen Gesetzesübertretungen,
in dieser Form weiterhin erlaubt bleibt,
ist vollkommen unverständlich.
Reptilienbörsen
in Niederösterreich
Die
Missstände bei diesen Börsen werden seit
dem Jahr 2006 mit unzähligen Fotos und
Kurzvideos dokumentiert und angezeigt.
Verbesserungen gibt es keine, Ende November
letzten Jahres bot sich das gewohnt traurige
Bild an:
Tiere
in viel zu kleine Behältnisse gepresst.
In diesen kleinen Boxen gibt es keine
Rückzugsmöglichkeit oder einen Sichtschutz.
Der unaufhörlich vorbeiziehende Menschenstrom
bedeutet für diese Wildtiere permanenten
Stress und Angst. Auch wurden wieder
Tiere an BesucherInnen gereicht, gestreichelt
und von Hand zu Hand weitergegeben. Diese
verbotene Handlung erhöht den Stresspegel
der Tiere, durch ständig neue Gerüche,
noch weiter und ist tierschutzmäßig in
keinster Weise vertretbar.
Ein
Krebs hat sich bei seinem Fluchtversuch
ein Bein im Deckel eingeklemmt, hilflos
hing er in der Luft und konnte sich keinen
Zentimeter mehr bewegen. Viele andere
Tiere versuchten in ihrer Panik mit immer
wieder kehrenden Bewegungen ihren kleinen
Gefängnissen zu entkommen.
Es
wurde auch beobachtet, dass Tiere, die
noch nicht auf den Ausstellungstischen
Platz gefunden haben, in noch kleineren
Boxen in den Transportkisten ausharren
mussten. Erst wenn am Tisch durch einen
Kauf Platz für eine weitere Ausstellungsbox
frei wurde, kamen die Tiere in Behältnisse,
die den Anforderungen der Börsenverordnung
entsprechen. Allerdings gilt für alle
Tiere bei Eröffnen der Börse die Börsenverordnung!
Allgemeine Fakten zu Reptilienbörsen
- Reptilienbörsen
sind durch Transport und Zurschaustellung immer mit
enormen Stress und Leid
für die betroffenen Tiere verbunden.
- Etliche
Tiere sind aufgrund der Transporte
krank oder dehydriert.
- Auf Börsen
werden auch immer wieder seltene Arten
und illegale Wildfänge vertrieben. Der
Fang und Verkauf von Reptilien
hat bereits zur Ausrottung ganzer
Arten geführt.
- Reptilienbörsen stellen die
Behörde vor eine unlösbare Aufgabe,
denn die Einhaltung der Gesetze ist
praktisch unkontrollierbar,
weshalb es, wie die Praxis zeigt, zu einem fortwährenden
Vollzugsdefizit
kommt.
- Tierbörsen verleiten
Menschen die keine entsprechende
Sachkunde
für die Haltung
dieser Tiere aufweisen und
die zu Hause über keinerlei
Einrichtung
für die
Haltung dieser Tiere verfügen
aufgrund der billigen
Preise und der vielen bunten, exotischen
Tiere zu Spontankäufen. Für
die Tiere bedeutet
das meist ein rasches Ende
im Mistkübel.
Die Konsequenz kann nur lauten: Reptilienbörsen
müssen verboten werden!
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