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Reptilienbörsen: Die Tiere leiden stumm!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (19.01.2012)

Wien, 19.01.2012

Während die Stadt Wien seit letztem Jahr strenge Richtlinien umgesetzt hat, werden in Niederösterreich weiterhin Tausende Tiere zu Ware degradiert und wie Ramsch verschleudert

Während die Stadt Wien seit letztem Jahr strenge Richtlinien umgesetzt hat, werden in Niederösterreich weiterhin Tausende Tiere zu Ware degradiert und wie Ramsch verschleudert

Die Stadt Wien hat in vorbildlicher Weise die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes in Richtlinien zur Abhaltung von Reptilienbörsen konkretisiert. Diese setzen unter anderem folgende Punkte fest:

    • Abgabe einer Liste mit Kfz-Kennzeichen der AusstellerInnen (sodass sichergestellt werden kann, dass vor allem bei zweitägigen Messen die erlaubte Börsendauer von 8 Stunden nicht überschritten wird)
    • Dokumentation der Verkäufe
    • Abgabe der Tiere an die KäuferInnen in thermostabilen Behältern
    • Hinweisschild, dass Wildtiere behördlich gemeldet werden müssen

Seit Bestehen dieser strikten Bestimmungen werden in Wien keine nennenswerten Reptilienbörsen mehr abgehalten. Eine Abwanderung in das angrenzende Niederösterreich ist die Folge. Warum in St. Pölten das Abhalten der Reptilienbörse Exotica, trotz zigfacher Anzeigen von verschiedenen Tierschutzvereinen und den nachgewiesenen Gesetzesübertretungen, in dieser Form weiterhin erlaubt bleibt, ist vollkommen unverständlich.

Reptilienbörsen in Niederösterreich

Die Missstände bei diesen Börsen werden seit dem Jahr 2006 mit unzähligen Fotos und Kurzvideos dokumentiert und angezeigt. Verbesserungen gibt es keine, Ende November letzten Jahres bot sich das gewohnt traurige Bild an:

Tiere in viel zu kleine Behältnisse gepresst. In diesen kleinen Boxen gibt es keine Rückzugsmöglichkeit oder einen Sichtschutz. Der unaufhörlich vorbeiziehende Menschenstrom bedeutet für diese Wildtiere permanenten Stress und Angst. Auch wurden wieder Tiere an BesucherInnen gereicht, gestreichelt und von Hand zu Hand weitergegeben. Diese verbotene Handlung erhöht den Stresspegel der Tiere, durch ständig neue Gerüche, noch weiter und ist tierschutzmäßig in keinster Weise vertretbar.

Ein Krebs hat sich bei seinem Fluchtversuch ein Bein im Deckel eingeklemmt, hilflos hing er in der Luft und konnte sich keinen Zentimeter mehr bewegen. Viele andere Tiere versuchten in ihrer Panik mit immer wieder kehrenden Bewegungen ihren kleinen Gefängnissen zu entkommen.

Es wurde auch beobachtet, dass Tiere, die noch nicht auf den Ausstellungstischen Platz gefunden haben, in noch kleineren Boxen in den Transportkisten ausharren mussten. Erst wenn am Tisch durch einen Kauf Platz für eine weitere Ausstellungsbox frei wurde, kamen die Tiere in Behältnisse, die den Anforderungen der Börsenverordnung entsprechen. Allerdings gilt für alle Tiere bei Eröffnen der Börse die Börsenverordnung!

Allgemeine Fakten zu Reptilienbörsen

    • Reptilienbörsen sind durch Transport und Zurschaustellung immer mit enormen Stress und Leid für die betroffenen Tiere verbunden.
    • Etliche Tiere sind aufgrund der Transporte krank oder dehydriert.
    • Auf Börsen werden auch immer wieder seltene Arten und illegale Wildfänge vertrieben. Der Fang und Verkauf von Reptilien hat bereits zur Ausrottung ganzer Arten geführt.
    • Reptilienbörsen stellen die Behörde vor eine unlösbare Aufgabe, denn die Einhaltung der Gesetze ist praktisch unkontrollierbar, weshalb es, wie die Praxis zeigt, zu einem fortwährenden Vollzugsdefizit kommt.
    • Tierbörsen verleiten Menschen die keine entsprechende Sachkunde für die Haltung dieser Tiere aufweisen und die zu Hause über keinerlei Einrichtung für die Haltung dieser Tiere verfügen aufgrund der billigen Preise und der vielen bunten, exotischen Tiere zu Spontankäufen. Für die Tiere bedeutet das meist ein rasches Ende im Mistkübel.

Die Konsequenz kann nur lauten:
Reptilienbörsen müssen verboten werden!

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