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Aktionen des VGT

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.02.2016)

Wien, 15.02.2016

Der VGT thematisiert mit einer Vielzahl von Aktionen die Missstände um die Jagd in Österreich. Die Reaktionen blieben nicht aus ...

Eine große Kampagne der Art, wie sie momentan für ein Verbot der Jagd auf Zuchttiere durchgeführt wird, benötigt viel öffentliche Aufmerksamkeit. PolitikerInnen werden zumeist versuchen, den Weg des kleinsten Widerstands zu gehen. Wenn also GroßgrundbesitzerInnen ihren politischen Einfluss geltend machen, um ihre Feudaljagd auf Zuchttiere zu erhalten, dann muss die Zivilgesellschaft dagegen die Öffentlichkeit mobilisieren und gegen diesen Missstand aufbringen. Mit anderen Worten, der VGT muss einen Wirbel um die Gatterjagd und das Aussetzen von Zuchttieren auslösen, der größer ist, als jener Wirbel, den die FeudaljägerInnen lostreten können.

Mit einer Serie von Aktionen wurde die Thematik an die Öffentlichkeit gebracht:

  • Es wurde ein Gatter, komplett mit Jägerzaun und lebensgroßem Hochstand, in verschiedenen Stadtzentren errichtet. Oben saßen TierschützerInnen mit den Masken bekannter GatterjägerInnen, am Boden lagen AktivistInnen mit Tiermasken und Schusswunden.
  • Da Alfons Mensdorff-Pouilly seine Rebhühner in illegalen Kistln aussetzte und die Tiere bereits am Sterben waren, befreiten AktivistInnen 17 der Tiere und brachten sie zum Wiener Tierschutzhaus in Pflege.
  • Bei der Aktion „Tatort Gatterjagd“ wurden Utensilien dieser Jagdform ausgelegt und forensisch untersucht, um das Verbrechen an Tieren zu symbolisieren, das damit einhergeht. AktivistInnen mit den Masken bekannter GatterjägerInnen wurden festgenommen und in einen Käfig vor Ort gesteckt.
  • Bei einem großen Laternenmarsch in Wien wurden den Opfern der Jagd auf Zuchttiere gedacht.
  • Anlässlich der Hubertusmessen in den verschiedenen Bundesländern wurden die JägerInnen informiert und der VGT-Obmann hielt eine Ansprache gegen die Jagd auf Zuchttiere.
  • TierschützerInnen mit Masken von Mensdorff-Pouilly hielten „pro-Gatterjagd“ Demos in verschiedenen Städten ab.
  • Topmodel Mia stieg mit Body Painting als Fasan in eine Fasanvoliere am Wiener Stefansplatz.
  • „Gatterjagd stinkt zum Himmel“ - Aktionen mit bekannten GatterjägerInnen, die auf 10 Toiletten sitzen, die in Stadtzentren aufgebaut wurden.
  • Gatterjagd-Awards am Ende der Jagdsaison für jene GatterjägerInnen, die sich erfolgreich jeder Diskussion mit dem Tierschutz entzogen haben.
  • Zusätzlich gab es unzählige Kundgebungen gegen die Jagd auf Zuchttiere an verschiedenen Plätzen Österreichs und insbesondere anlässlich von Jägerbällen im Fasching.

Anzeigen des VGT

Von September bis Ende Jänner dokumentierten AktivistInnen des VGT zahlreiche Jagden im Gatter oder auf ausgesetzte Zuchtvögel. Sämtliche dieser Jagden wurden wegen Tierquälerei zur Anzeige gebracht. Während die Bezirkshauptmannschaft, insbesondere in Güssing, keine Schritte setzt, um die entsprechenden Verwaltungsstrafverfahren neutral durchzuführen, zeigen die Staatsanwaltschaften sehr wohl mehrheitlich Interessen. Wer ein Tier unnötig Qualen aussetzt, der ist nach dem Strafgesetzbuch mit bis zu 2 Jahren Haft zu bestrafen. Nichts Anderes ist das Hetzen gefangener Tiere bei einer Treibjagd im Gatter, und nichts Anderes ist das Aussetzen von Zuchtvögeln, die auf ein eigenständiges Leben in freier Wildbahn nie vorbereitet wurden.

Behördenschikanen

Statt die Anzeigen des VGT ausreichend ernst zu nehmen und zu handeln, entschieden sich manche Behörden, allen voran die Bezirkshauptmannschaft Güssing, ihrerseits den VGT mit Strafverfügungen zuzuschütten. Dabei reicht die Palette an Vorwürfen von Betreten eines Jagdgebiets und Betreten einer Sperrzone, bis zu illegalem Grenzübertritt, Anstandsverletzung, Störung der öffentlichen Ordnung und Bedrohung durch Flug mit einer Drohne.

Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorbekämpfung im Burgenland ließ eine polizeiliche Sperrzone in weitem Umkreis um das Jagdrevier von Alfons Mensdorff-Pouilly einrichten und setzte alles daran, diese auch zu kontrollieren. Dabei saß der Chef dieses Amts in einem Dienstauto und fuhr den ganzen Tag im Jagdrevier auf und ab, um TierschützerInnen beim Fotografieren zu erwischen. Zusätzlich wurden zahlreiche Straßensperren errichtet, bei denen man auch AnrainerInnen und HolzarbeiterInnen kontrollierte. Entlang der grünen Grenze nach Ungarn wurden Terrorbekämpfer postiert.

In Niederösterreich dagegen führte man rasch und an der Öffentlichkeit vorbei ein neues Gesetz ein, demzufolge es ab Mitte Dezember 2015 verboten ist, sich Treibjagden auf öffentlichen Straßen zu nähern. Das Ziel dieser Maßnahme war, die Dokumentationsarbeit der TierschützerInnen zu behindern. Nun können Jagden in Niederösterreich auch nicht mehr von öffentlichen Straßen aus gefilmt werden.

Zivilklagen und Gewalt gegen den VGT

Einige bekannte Gatterjäger beschlossen, den VGT und seinen Obmann mit Zivilklagen einzudecken. Obwohl die Arbeit des VGT völlig legal ist und dem öffentlichen Interesse an dieser Feudaljagd dient, will man gerichtlich erwirken, dass das Gericht dem VGT aufträgt, das Filmen von Gatterjagden zu unterlassen. Zusätzlich soll der VGT durch diese teuren Klagsbegehren eingeschüchtert werden, sich nicht mehr zu engagieren.

Zusätzlich gab es auch einige Vorfälle von Gewalt bei der Dokumentation von Treibjagden auf Zuchttiere. Einmal wurde eine Aktivistin mit einer ätzenden Flüssigkeit, vermutlich Benzin, überschüttet. Einmal griff ein Jagdaufseher zwei friedliche TierschützerInnen, die auf einem öffentlichen Weg von außen ins Gatter filmen wollten, physisch an. Und einmal wurde mehrmals auf eine Drohne geschossen, die gerade hunderte Kadaver erschossener Wildschweine filmte. Mehrmals bereits wurden Reifen von VGT-Autos, die in der Nähe von Jagdgattern standen, beschädigt.

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