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"Wir haben es satt!" meint auch der VGT zur Landwirtschaftspolitik

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (22.03.2012)

Wien, 22.03.2012

Der VGT solidarisiert sich mit der breiten Plattform von Umwelt-, EZA- und bäuerlichen Organisationen, die heute in einer Pressekonferenz die Agrarindustrie kritisieren

Der VGT solidarisiert sich mit der breiten Plattform von Umwelt-, EZA- und bäuerlichen Organisationen, die heute in einer Pressekonferenz die Agrarindustrie kritisieren

2,5 Milliarden Euro werden pro Jahr in Österreich in Form von Subventionen in die Landwirtschaft gesteckt, davon aber 80% in die Tierproduktion und nur 1% in den Anbau von Obst und Gemüse. Die größten Tierfabriken und Schlachthöfe werden massiv gefördert, weil man sie für wettbewerbsfähiger hält als die kleinbäuerlichen Betriebe. 20% der Agrarbetriebe erhalten 73% der Subventionen, die größten 0,2% sogar 29% aller Subventionen (mit mehr als € 50.000 pro Betrieb und Jahr). Die Folge ist ein beschleunigtes Bauernsterben während die Tierfabriken immer größer werden. Deshalb hat sich der VGT einer breiten Koalition von Initiativen unter dem Namen „Wir haben es satt!“ angeschlossen, um auf die neue EU-Agrarpolitik (GAP), die ab 2014 für weitere 5 Jahre in Kraft treten wird, Einfluss zu nehmen.

Trotzdem in den letzten 10 Jahren in Österreich der Fleischkonsum um 3% zurückgegangen ist (von 68,3 kg pro Person und Jahr auf 66,3), stieg die Fleischproduktion um 11% auf 974.957 Tonnen pro Jahr an.

Des Rätsels Lösung: die Fleischberge werden ins Ausland gebracht. In denselben letzten 10 Jahren wuchs der Fleischexport nämlich um sage und schreibe 125% auf 491.827 Tonnen pro Jahr. D.h. über 50% des in Österreich produzierten Fleisches wird bereits exportiert! Wie das geht? Mittels Exportsubventionen! Zuerst werden die großen Tierfabriken subventioniert, um möglichst viel billiges Fleisch zu produzieren, und dann wird dieses viel zu viel an Fleisch mit Exportsubventionen an die Entwicklungsländer zum Billigpreis verscherbelt. Für den Fleischkonsum in Österreich importiert man wiederum das billigste Fleisch aus den Tierfabriksregionen im Norden und Osten der EU. Beim Geflügelfleisch z.B. stammt das in Österreich verzehrte Hühnerfleisch zu 50% aus dem Ausland, das in Österreich verzehrte Putenfleisch sogar zu 93%. Auf der anderen Seite wird durch unsere mit Subventionen gestützten Geflügelfleischexporte (Anstieg um das 9-fache in den letzten 10 Jahren!) die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern nachhaltig zerstört.

Die ÖVP-Landwirtschaftspolitik führt zum Bauernsterben, subventioniert werden hauptsächlich die großen Tierfabriken, z.B. Österreichs größte Schweinefabrik mit rund € 1 Million pro Jahr. Auch die großen Schlachthöfe werden massiv gefördert, die kleinbäuerlichen Betriebe bleiben auf der Strecke. Deshalb schließen sich jetzt Bauernschaft, Tierschutz, Umweltschutz, Entwicklungshilfe und weitere Organisationen der Zivilgesellschaft zu einer großen Koalition zusammen, um die Landwirtschaftspolitik in die richtige Richtung zu bewegen!

 

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