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Skandal in der Hühnerindustrie

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (16.01.2015)

16.01.2015

„Ich wollt ich wär ein Huhn...“, diesem Satz eines alten Schlagers würde heutzutage niemand mehr zustimmen. Sowohl bei den Legehennen als auch beim Mastgeflügel herrschen fürchterliche Zustände.

Skandal Hühnerindustrie

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„Ich wollt ich wär ein Huhn...“, diesem Satz eines alten Schlagers würde heutzutage niemand mehr zustimmen. Sowohl bei den Legehennen als auch beim Mastgeflügel herrschen fürchterliche Zustände.

Legebatterien als Bodenhaltung

Im Jahr 2005 konnten wir nach einer großen Kampagne erreichen, dass Legebatterien in Österreich verboten werden. Das Gesetz trat 2009 in Kraft und ist bei weitem strenger, als die EU Vorgaben, die nur bestimmte Käfige verbieten. Zusätzlich gelang es uns, alle Supermärkte davon zu überzeugen, auf den Verkauf von Käfigeiern zu verzichten. Es wird seither zwischen Freiland- und Bodenhaltung unterschieden, wobei letztere als billige Alternative von der Industrie sehr geschätzt wird. Leider zeigte sich in den letzten Jahren, dass bei bestimmten Bodenhaltungsbetrieben Zustände herrschen, die so manche Legebatterie in den Schatten stellt. Lange Käfigreihen, vollgestopft mit Hühnern; wohin man sieht, nur Gitter. Diese Haltungsform ist tatsächlich legal, sofern eine Käfigreihe offen steht! Jedoch bleibt auch diese oftmals verschlossen...

AMA Gütesiegel für illegale Legebatterie?

Mitte Dezember 2013 bekamen wir Kenntnis von einem AMA Gütesiegelbetrieb, welcher Bodenhaltungseier produziert und die besagte Käfigform nutzt. Ein 24 Stunden Video zeigte, dass die Käfige kein einziges Mal geöffnet wurden. Es handelte sich also um Eier aus reiner Käfighaltung, die als AMA Qualitätseier verkauft wurden! Mit einer spektakulären Aktion brachten wir diesen Skandal an die Öffentlichkeit!

Ein Käfig darf keine Bodenhaltung sein! KonsumentInnen zahlen mehr für Eier aus Alternativhaltung, um damit bessere Bedingungen für die Tiere zu finanzieren. Haltungsformen mit Käfigen müssen verboten werden, da sie zu Konsumententäuschung führen!

Wie erkenne ich aus welcher Haltungsform mein Ei kommt?

Verpflichtend ist die Deklaration nur bei Schaleneiern. Die Haltungsform erkennt man an dem Stempel der direkt auf dem Ei angebracht ist.

0 = Bio Freilandhaltung

1 = Freilandhaltung

2 = Bodenhaltung

3 = Käfighaltung

Die Deklarationspflicht besteht jedoch nicht bei verarbeiteten Eiern. Haltungsformen werden von den Herstellern freiwillig angegeben. Wenn keine Angabe vorhanden ist, kann man davon ausgehen, dass es sich um Käfigeier handelt. Der Import von Käfigeiern ist nämlich nach wie vor erlaubt!

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Masthühner: Besatzdichten sollen erhöht werden!

Die Situation ist alarmierend. Masthuhnrassen sind auf rasantes Wachstum gezüchtet. Ihr Organismus hält dieser Belastung aber nicht stand. Die Knochen und Gelenke leiden unter dem unnatürlichen Gewicht, brechen, verkrüppeln. Auch Krankheiten sind oft die Folge der Zucht. Zusätzlich werden so viele Hühner wie möglich in eine riesige Halle gestopft, um den Profit zu maximieren. Die Geflügelindustrie möchte die Besatzdichten jedoch noch weiter erhöhen. Dies konnten wir immer wieder verhindern. Jetzt soll ein weiterer Versuch der QGV (Qualitatsgeflügelvereinigung) durchgesetzt werden. Die QGV bietet an, Kontrollen am Schlachtkörper zuzulassen und im Gegenzug dazu will sie, die Besatzdichten von 20 auf 26 Tiere pro m2 erhöhen (auf 38kg/m2)! Eine Zahl welche eine massive Sterberate zur Folge hat, die aber mit einkalkuliert wird. Der Profit zählt und durch die Erhöhung der Besatzdichten wird er optimiert. Das Leiden der Tiere zählt nichts! Wenn die vom Gesetz vorgeschlagenen 38 kg/m² voll ausgenutzt werden, besetzen allein die Körper der Hühner bereits 92% der Halle!

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