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VGT verhindert Mensdorff-Pouilly Jagd auf gezüchtete Rebhühner in Kistln

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (05.10.2015)

Wien, 05.10.2015

30 TierschützerInnen vor Ort, kein Schuss fällt, Rebhühner aus österreichischer Voliere, manche Schnäbel kupiert, knapp über Grenze in Ungarn in Kistln vor 7 Schützen ausgesetzt

Drei Tage lang lagen die TierschützerInnen des VGT auf der Lauer, dann schnappte die Falle zu. Am letzten Wochenende fuhr bereits um 7 Uhr früh ein Transporter von Mensdorff-Pouilly bei seinen zahlreichen Rebhuhnvolieren im südburgenländischen Luising vor. Diese Rebhühner hätten bereits Anfang September ausgesetzt werden müssen, eine entsprechende Anzeige des VGT wurde von der BH Güssing offenbar ignoriert. So konnten die Jagdhelfer von Mensdorff-Pouilly ungehindert mehrere hundert Rebhühner – einige davon mit abgeschnittenen Schnäbeln – zu jeweils fünft in winzige Kisten der Größe 40 cm x 40 cm und 10 cm Höhe verladen. Dann fuhr das Fahrzeug über die Grenze nach Ungarn ins dortige Jagdrevier des Waffenlobbyisten und die Kisten wurden verschlossen in Heckenreihen und Kukuruzfeldern ausgelegt, oft nur wenige Meter von österreichischem Boden entfernt. Doch als die Jagdhelfer der TierschützerInnen gewahr wurden, die sie beobachteten, brachen sie das Auslegen der Kisten ab und flohen in die nahe Jagdvilla von Mensdorff-Pouilly. Dort beratschlagten sie offenbar, wie weiter vorzugehen sei. Die VGT-AktivistInnen fanden 80 Kisten mit lebenden Rebhühnern darin.

Unterdessen trafen die Jagdgäste ein, vermutlich sieben Personen, da ebensoviele Markierungsstangen vor den jeweiligen Heckenreihen mit den Rebhuhnkistln darin aufgestellt waren. Mensdorff-Pouilly fürchtet offenbar die Öffentlichkeit, so wurde die Jagd abgeblasen und kein einziger Schuss abgefeuert. Die Jäger mit Gewehr, die kurzzeitig die Jagdvilla verlassen hatten, wagten sich nicht in die Nähe der Rebhuhnkistln und zogen sich bald wieder zurück. 5 Stunden nach Aussetzen der Rebhühner in ihren kleinen Gefängnissen, kamen zwei Jagdhelfer und öffneten die Schiebetüren der meisten Kisten. Viele der zarten Tiere waren unterdessen in ihren winzigen Gefängnissen furchtbar verendet. An den toten Tieren konnten die AktivistInnen des VGT deutlich die kupierten Schnäbel erkennen.

VGT-Obmann Martin Balluch war dabei: „Das ist das Gesicht der Jagd auf Zuchttiere, wie es vor den Augen der Öffentlichkeit verheimlicht werden sollte. Harmlose Wildtiere, die in der freien Wildbahn nicht lebensfähig sind, ihre Schnäbel kupiert, warten in Kisten darauf, dass komplexbeladene Mitmenschen mit Schrotladungen auf sie ballern können. Armselig! Niemand mit auch nur einem Funken Verstand und einem Herzen in der Brust kann so etwas goutieren!“

Und weiter: „Am Donnerstag davor, etwa um 21:30 Uhr, wurde ich in meinem Auto von zwei Jagdaufsehern von Mennsdorff-Pouilly auf der ungarischen Seite seines Reviers blockiert und an der Weiterfahrt gehindert. Die beiden Herren hielten Schusswaffen in der Hand und zwangen mich so, ihnen meinen Führerschein zu zeigen. Doch auch diese Art der Abschreckung funktioniert nicht. Wir lassen jetzt nicht mehr locker, bis diese Barbarei österreichweit verboten wird!“

Und zuletzt: „Nachdem die Kistln geöffnet waren, ging ich durch die Heckenreihen. Hunderte fiepende kleine Rebhühner saßen herum oder liefen kopflos im Kreis, erstmals in Freiheit, aber völlig hilflos und zahm. Man musste achtgeben, nicht drauf zu treten. Sie werden die nächsten Tage nicht überleben, wir fanden bereits vom Fuchs getötete Tiere. Wenn Landesrätin Dunst behauptet, das Aussetzen dieser Tiere sei ein Artenschutzprojekt, dann kann ich nur lachen. Diese Tiere können in Freiheit nicht überleben, insbesondere mit kupierten Schnäbeln nicht. Wenn Landesrätin Dunst die Niederwildpopulationen schützen will, dann sollte sie deren Abschuss verhindern! Wir fordern jetzt sofort und ohne wenn und aber ein absolutes Verbot, gezüchtete Tiere für die Jagd auszusetzen!“

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