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VGT-Obmann und Forstdirektor Wien: neues Wildtiermanagment Lainzer Tiergarten

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (16.12.2015)

Wien, 16.12.2015

Historischer Moment: gemeinsame Pressekonferenz nach Entwicklungsprozess am runden Tisch; keine Fütterungen, Verhütungsprojekt, Grünbrücken, aber weiterhin Jagdgäste

Im Sommer 2015 begann der VGT mit seiner großen Tierschutzkampagne, um ein generelles Verbot von Jagdgattern in Österreich zu erreichen. Auch der Lainzer Tiergarten ist ein Jagdgatter, selbst wenn er wesentlich größer als andere Gatter ist. Auch mit sehr langer Kette bleibt ein daran hängender Hund ein Kettenhund. Die Stadt Wien reagierte auf die Demos vor dem Eingang des Lainzer Tiergartens demokratiepolitisch reif und lud zum runden Tisch. Da zeigte sich, dass bei der Forstdirektion bereits seit längerem ein Umdenken stattfindet: man will weg von der Trophäenjagd mit Spaßfaktor, hin zur Ultima Ratio Jagd nach ökologischen Indikatoren und unter Beachtung von Tierschutzbelangen. Bei mehreren moderierten Sitzungen zwischen dem VGT und der Stadt Wien konnte ein Kompromisspapier erarbeitet werden, das man wirklich revolutionär nennen muss. Wermutstropfen bleibt lediglich, dass bis auf weiteres zahlende Jagdgäste zum Trophäenabschuss in den Lainzer Tiergarten kommen dürfen, wenn auch unter Anleitung von BerufsjägerInnen.

Doch die konkreten Verbesserungen können sich sehen lassen:

  • Jagd nur noch auf Wildschweine und Rehwild

  • Keine Fütterungen

  • Grünbrücken zum Wildwechsel in den Wienerwald

  • Verhütungsprojekt zunächst bei Damwild und Mufflons, Ausweitung je nach Resultat

  • Abschüsse nur nach ökologischen Kriterien, wenn notwendig

  • Halbjährliche Treffen des VGT mit der Forstdirektion zur Evaluierung

VGT-Obmann Martin Balluch sprach auf der heutigen Pressekonferenz neben der MA22-Chefin Karin Büchl-Krammerstätter und dem Forstdirektor Andreas Januskovecz: „Gestern noch wurde ich bei der Dokumentation der Gatterjagd von Mayr-Melnhof herumgestoßen und beleidigt, heute sitze ich mit dem zweitgrößten Jagdanbieter Österreichs gemeinsam auf einer Pressekonferenz, um den Paradigmenwechsel von der Trophäenjagd zum Wildtiermanagement im Lainzer Tiergarten vorzustellen. Ein historischer Moment. Die VertreterInnen der Stadt Wien haben dafür meinen vollsten Respekt. Jetzt steht einer Reform des Wiener Jagdgesetzes nichts mehr im Weg, um für den Rest Österreichs eine Vorbildwirkung zu etablieren.“

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