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Jetzt: zwei 6 m hohe Dreibeine vor Schloss Esterhazy mit Protestbanner gegen Gatterjagd

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.03.2016)

Burgenland, 15.03.2016

Esterhazy betreiben nordöstlich von Eisenstadt ein Jagdgatter für vornehmlich ausländische Gäste mit Preisen bis zu € 22.000 für Rothirsche und Sonderpreise für „abnorme“ Geweihe

Das große Jagdgatter „Tiergarten Esterhazy“ mag seit 1756 existieren, doch 2016 ist seine Zeit abgelaufen. Die Feudaljagd im ummäuerten Gehege, noble Jagdgäste mit Kosten von € 22.000 für einen kapitalen Rothirsch, Sonderzulagen für abnorme Geweihe, all das ist nicht nur ein Anachronismus, sondern auch mit dem heutigen Verständnis von Tierschutz nicht vereinbar. Entweder man züchtet Wildtiere wie Rothirsch und Wildschwein für die Fleischproduktion, dann muss das Tierschutzgesetz gelten und die Schlachtung erfolgt nach veterinärrechtlichen Bestimmungen, oder die Wildtiere leben in freier Wildbahn, ernähren sich selbst aus dem Ökosystem und werden bejagt. Eine Jagd auf gezüchtete Tiere in Freilandhaltung ist jedenfalls Tierquälerei und muss verboten werden. Das fordern jetzt gerade 15 TierschützerInnen des VGT, die vor dem Schloss Esterhazy in Eisenstadt zwei je 6 m hohe Dreibeine aufgestellt haben. Mit Riesentransparenten setzen sie sich für das Verbot der Gatterjagd und die Schließung des Jagdgatters Esterhazy ein.

Für den Abschuss im Tiergarten Esterhazy gibt es lange Preislisten, die sich an den gehobenen Jagdgast, vornehmlich aus dem Ausland, wie es heißt, wenden, siehe Martin Balluchs Blog. Aus den Tierarten Rothirsch, Damhirsch, Mufflon, Wildschwein und Reh kann man sich, wie im Supermarkt, jenes „Stück“ aussuchen, das den eigenen Preisvorstellungen entspricht. Die Jagdwaffe wird von Esterhazy zum Ausleihen bereitgestellt. Bis zu € 2500 Anzahlung ist notwendig, bevor man sich in die lustige Treibjagd auf Zuchttiere einreihen kann. Wird das Tier nur angeschossen, sind lediglich 30 % der Kosten zu bezahlen. Die Trophäe wird extra zubereitet und ausgekocht, man erhält sie, wenn der gesamte Geldbetrag, die sogenannte „Abschusstaxe“, überwiesen wurde. Ein Formular ermöglicht die bequeme Zusammenstellung der „Stücke“ für den „erlebnisreichen Jagdtag“ im Gatter von zu Hause aus.

VGT-Obmann Martin Balluch ist entsetzt: „Jeder Mensch mit ein bisschen Mitgefühl mit Tieren und einem normalen Empfinden ist bei diesem Jagdangebot sprachlos. Da merkt man, wie weit sich die Gatterjagdgesellschaft bereits von der Normalbevölkerung entfernt hat. Tiere sind keine 'Stücke', die man bestellen und dann im umzäunten Gehege für den Abschuss geliefert bekommen kann. Ballern im Bordell nannte eine Wildbiologin nicht umsonst dieses perverse Verhalten. Wir hoffen, dass mit der Reform des Jagdgesetzes im Burgenland dieser Spuk ein für alle Mal ein Ende finden wird!“

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