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VGT fordert Exportstopp schwangerer Rinder in Tierschutz-Hochrisikostaaten wie Algerien

Bergland, 01.04.2026

Tierschützer:innen demonstrieren vor Rinder-Versteigerung gegen Tiertransporte

Heute findet in der Berglandhalle im Bezirk Melk eine Versteigerung von Rindern – darunter auch schwangere „Kalbinnen“ aus Milchbetrieben – statt. Tierschützer:innen des VGT versammelten sich zu diesem Anlass vor der Halle, um gegen tierschutzwidrige und riskante Transporte in Drittländer wie Algerien zu demonstrieren.

Video von der Demo: Wir protestieren vor einer Rinderversteigerungshalle!

Gestern veröffentlichte der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN neue schockierende Aufnahmen vom brutalen Umgang mit Rindern auf unterschiedlichen Versteigerungen in ganz Österreich. Exportfirmen, die schwangere Kalbinnen von Milchbetrieben ankaufen, um sie in Drittländer wie Algerien oder Aserbaidschan zu verkaufen, sind regelmäßig auf solchen Veranstaltungen vertreten. Diese beiden Drittländer zählen, u.a. auch laut Expert:innen aus der Veterinärmedizin, insbesondere wegen ihres Umgangs mit Tieren beim Transport, während der Haltung und bei der Schlachtung, zu den sogenannten „Tierschutz-Hochrisikostaaten“.(1)

Als Hauptkritikpunkt sind die dort üblichen tierschutzwidrigen Schlachtmethoden zu erwähnen, die ohne Betäubung erfolgen und zu erheblichen Schmerzen und Leiden bei den betroffenen Tieren führen. Erst letztes Jahr hat der VGT Aufnahmen aus der Türkei veröffentlicht, die solche Schlachtungen zeigen. Die Türkei war bis zum Ausbruch der Blauzungenkrankheit im September 2024 eines der Hauptexportländer von schwangeren Kalbinnen aus Österreich. Aktuell ist Algerien das wichtigste außereuropäische Rinderexportland. Letztes Jahr wurden 8.860 Kalbinnen dorthin transportiert.(2)

Auch die Exportfirma Klinger aus dem Waldviertel, die zuletzt aufgrund ihrer mutmaßlichen Verantwortlichkeit für den Skandal rund um das Tiertransport-Schiff Spiridon II in die Schlagzeilen geriet, kaufte zuletzt in der Berglandhalle Kalbinnen für den Export ein.(3) Ob sie heute auch anwesend ist, ist unklar. Beim Eingang wird streng kontrolliert und nur Leute, die eine Betriebsnummer haben und für die Versteigerung registriert sind, werden hineingelassen. Der VGT geht davon aus, dass diese Maßnahmen eine Reaktion auf die angekündigte Demonstration und möglicherweise auch den aktuellen Skandal um die Firma Klinger darstellen. Allem Anschein nach möchte der NÖ. Genetik Rinderzuchtverband verhindern, dass die Öffentlichkeit mitbekommt, welche Exportfirmen auf dieser Versteigerung anwesend sind, um Rinder zu kaufen und auf tage- bis wochenlange riskante Schiffstransporte zu schicken. Möglicherweise wollen sie auch verbergen, wie mit den Tieren im Ring und im Stall umgegangen wird. Der Geschäftsführer der NÖ. Genetik, Karl Zottl, stört sich gegenüber der NÖN jedenfalls hauptsächlich an Begrifflichkeiten statt am offensichtlich groben Umgang mit den Tieren vor Ort. 

VGT-Campaignerin Isabell Eckl: „Es ist erschreckend, dass österreichische Milchbetriebe regelmäßig schwangere Rinder in Tierschutz-Hochrisiko-Staaten wie Algerien exportieren lassen und die Rinderzuchtverbände diesen Handel auch noch begünstigen. Viele dieser riskanten Tiertransporte nehmen bei Versteigerungshallen ihren Ausgang und erfolgen zum Teil auch per Schiff. Diese tierquälerische Praxis muss ein Ende haben.“

Der VGT fordert ein Ende von Tiertransporten in Drittländer wie Algerien und hat eine Petition ins Leben gerufen, in der eine maximale Transportdauer von 8 Stunden gefordert wird.

Pressefotos Demo (Copyright VGT.at)

Pressefotos von diversen Versteigerungsstandorten in Österreich (Copyright: VGT.at)

 

Quellen:

(1) Eberhard, Ulrich, Eggert-Satzinger, Claudia et al.: "Warum Tiertransporte in die Türkei nicht genehmigungsfähig sind", in: TiRuP 2025, Johannes Kepler Universität Linz, S. 96F

(2) TRACES Bericht 2025 (AGES)

(3) https://www.noegenetik.at/news/artikel/marktbericht-versteigerung-bergland-1

(4) Tierschützer:innen verwenden Begriffe wie „schwanger“ statt „trächtig“ oder „sterben“ statt „verenden“ auch für Tiere, um auf den Speziesismus in der Sprache aufmerksam zu machen.

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