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Grober Umgang mit Rindern auf Versteigerungen

Wien, 31.03.2026

Ausgangspunkt tagelanger Tiertransporte - VGT veröffentlicht aktuelle Aufnahmen von Verkaufsveranstaltungen österreichischer Rinder und kündigt Protest an

An 13 Standorten österreichweit finden regelmäßig Rinder-Versteigerungen statt. Milchbetriebe verkaufen dort sowohl ihre überschüssigen Kälber, als auch weibliche Rinder - viele davon schwanger. Auch Stiere für Besamungszwecke werden angeboten und am Nasenring durch den Ring gezogen. Solche Verkaufsveranstaltungen sind ein fester Bestandteil des Handels mit lebenden Tieren und Ausgangspunkt unzähliger Tiertransporte. Viele davon enden in weit entfernten Ländern wie Algerien oder Aserbaidschan (1) und erfolgen zum Teil sogar per Schiff und LKW.

Das aktuelle Video zeigt grobe Umgangsformen mit Tieren, wie illegales Schwanzverdrehen und Schläge mit Stöcken, sowie Verladungen auf Tiertransporter. Die vom VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN veröffentlichten Aufnahmen stammen von sechs verschiedenen Versteigerungen in Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Tirol und der Steiermark im Zeitraum Dezember 2025 bis Februar 2026.

Aktuelles Video: Der Ausgangspunkt von Tiertransporten

Alle Versteigerungen laufen ähnlich ab: Vor der Veranstaltung werden Rinder und Kälber von ihren Ursprungsbetrieben angeliefert. Am Anfang werden meist Kälber versteigert, dann Stiere und zum Schluss weibliche Rinder. Die ungewohnte Umgebung, eine Fülle an neuen Reizen sowie die Begegnung mit unbekannten Tieren und Menschen kann für die Rinder eine enorme Belastung darstellen. Während der Versteigerung werden sie mit Führseilen in einem Ring vorgeführt und von Handels- und Exportfirmen und Landwirt:innen, die rundherum sitzen, ersteigert. Dieser Part ist oft mit besonders viel Stress verbunden, da alles möglichst schnell gehen muss und oft ein hoher Geräuschpegel herrscht. Gefüllte Publikumsränge können zusätzlich zu einer Reizüberflutung der Tiere beitragen. Die Aufnahmen zeigen einen groben Umgang mancher Rinderhalter:innen mit den sensiblen Lebewesen: Teilweise werden sie mit Stöcken getrieben oder an Seilen herum gezerrt. Vereinzelt wird wehrhaften Tieren sogar mit einem Stock ins Gesicht geschlagen oder der Schwanz verdreht, was zu erheblichen Schmerzen und sogar Wirbelschäden führen kann und illegal ist. Stiere werden üblicherweise durch Schmerzen gefügig gemacht, indem sie an einem Nasenring durch den Ring gezogen werden.

VGT-Campaignerin Isabell Eckl: „Die Szenen, die sich auf solchen Versteigerungen zum Teil abspielen, sind für empathische Menschen nur schwer zu ertragen. In einer Versteigerungshalle hängt sogar der Kopf und die Haut einer Kuh an der Wand. Dass ein ehemals fühlendes Lebewesen auf diese Weise präsentiert wird, während im Ring seine Artgenoss:innen herumgezerrt werden, zeugt von enormer Respektlosigkeit gegenüber Tieren.“

Die Käufer:innen der Tiere sind meist entweder andere Landwirt:innen von Milch- oder Mastbetrieben oder Handels- und Exportfirmen. Schwangere Kalbinnen (weibliche Rinder, die noch kein Kalb geboren haben) werden oft in Tierschutz-Hochrisikostaaten mit niedrigen oder keinen Tierschutzstandards exportiert, derzeit hauptsächlich nach Algerien. Der Transport dorthin erfolgt per LKW und Schiff. Auch die Firma Klinger, die zuletzt massiver öffentlicher Kritik ausgesetzt war, kauft regelmäßig Kalbinnen auf Versteigerungen, vorwiegend in Nieder- und Oberösterreich, an und exportiert sie nach Algerien. Die Waldviertler Exportfirma soll für das Leid tausender und den Tod hunderter Rinder aus Uruguay auf der Spiridon II vergangenen Herbst verantwortlich sein.(2)

Der VGT veranstaltet am Mittwoch, den 1. April 2026 von 9.00-11.00 Uhr eine Demonstration gegen Drittlandexporte vor der Berglandhalle bei Wieselburg in Niederösterreich, während in der Halle eine Versteigerung stattfindet und fordert in einer Petition strengere Gesetze für Tiertransporte.

Pressefotos (Copyright: VGT.at) 

 

(1) TRACES Bericht 2025 (AGES)

(2) ORF: Österreicher hinter tödlichem Tiertransport [31.3.2026]

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