Wien, 26.03.2026
10 Jahre Welttag für das Ende der Fischerei. Der VGT informiert mit einer Fischschutz-Aktion über den internationalen Aktionstag und die tierquälerische Fischerei.
Am 28. März ist der diesjährige Welttag für das Ende der Fischerei (WODEF). Bereits zum 10. Mal wird dieser internationale Aktions- und Informationstag weltweit von zahlreichen Tierschutz- und/oder Tierrechtsorganisationen genutzt, um auf Tierschutzprobleme im Zusammenhang mit Fischerei hinzuweisen. Im Jahr 2025 wurden 213 Fischschutzaktionen von 157 Organisationen in 31 Ländern durchgeführt. (1)
Der VGT unterstützt den Welttag für das Ende der Fischerei auch heuer. Unter dem Motto "Fische schützen, statt Fische fischen" hat der VGT heute Vormittag bei strömendem Regen eine Informations-kundgebung am Stephansplatz abgehalten. Mit Transparenten, Infoschildern und kostümierten Aktivist:innen informierten Tierschützer:innen die Öffentlichkeit und Passant:innen über die tierquälerischen Hintergründe unterschiedlicher Fischereimethoden.
Mag. Erich Schacherl, VGT Kampagnenteam: "Der Welttag für das Ende der Fischerei ist eine gute Gelegenheit, um auf die Tierquälerei, zu der es bei ALLEN Fischereimethoden kommt, hinzuweisen. Die wenigsten Menschen wissen, dass Fischerei Qualen und Leiden für die betroffenen Fische bedeutet.“
Aus Sicht des VGT ist in Österreich die Angelfischerei ein großes Problem. Mag. Erich Schacherl: "Zirka 350.000 Österreicher und Österreicherinnen holen regelmäßig mit Angeln Fische aus dem Wasser. (2) Als Freizeitbeschäftigung machen sie das. Angelfischerei ist ein Hobby, bei dem Fische verwundet, verletzt, schwer gestresst und viele auch getötet werden. Es hat den Anschein, als wäre den Angler:innen nicht bewusst, dass Angeln tierquälerisch ist.“
Mit Angeln zu fischen ist gesetzlich erlaubt. Neun Landesfischereigesetze regeln das. Die tierquälerischen Aspekte wie das Zufügen von Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwerer Angst, wie das Tierschutzgesetz Tierquälerei definiert, gelten laut den Landesfischereigesetzen nicht. Mag. Erich Schacherl: "Die gesetzliche Situation ist bedenklich. Fischen dürfen bei der Angelfischerei Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst zugefügt werden. Nicht weil die Angelfischerei tierfreundlich, schonend oder ungefährlich wäre, sondern nur deshalb, weil die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes bei der Ausübung der Angelfischerei nicht gelten.“
Auch die tierquälerische Meeresfischerei mit Netzen ist ein Problem, das Österreich betrifft. Weil Österreich Fische und Fischprodukte importiert, die mit tierquälerischen Fangmethoden aus den Meeren gefischt werden. Im Jahr 2024 waren es 81.326 Tonnen Fische. Gegessen wurden 73.166 Tonnen. Der statistisch berechnete Pro-Kopf-Verbrauch pro Einwohner:in lag 2024 bei 8 kg Fisch. (3) Mag. Erich Schacherl: " Die Meeresfischerei ist eine andere Fischereimethode als die Angelfischerei, aber sie ist nicht minder tierquälerisch".
Der WODEF ist Teil einer weltweiten Kampagne unter dem Titel „Ein neuer Blick auf Fische“, welche die öffentliche Aufmerksamkeit auf Wassertiere lenkt und das Ende ihrer Ausbeutung fordert. Auch der VGT fordert ein Umdenken im Umgang mit Fischen und anderen Wassertieren. Mag. Erich Schacherl:"Es ist notwendig, dass wir Menschen unser Bild von Fischen und anderen Wassertieren grundlegend verändern. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass Fische Schmerzen empfinden und leidensfähig sind. Obwohl das bekannt ist, werden Fische bei der Fischerei nach wie vor gequält.“
Pressefotos (Copyright: VGT.at)
Quellen:
(1) Welttag für das Ende der Fischerei
https://end-of-fishing.org/de/
(2) Angelfischerei in Österreich, Die sozio-ökonomische Bedeutung
https://www.fishlife.at/wp-content/uploads/2023/10/O%CC%88KF-Studie-170x240-V3-Screen.pdf
(3) Versorgungsbilanzen für tierische Produkte 2024
https://www.statistik.at/fileadmin/publications/SB_1-27_Versorgungsbilanzen-tierische-Produkte-2024.pdf