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Anzeige gegen Privatzoo

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.10.2017)

Teichhäuser bei Zwettl, 02.10.2017

VGT deckt illegale Haltungen von Berberaffen und anderen Tieren in NÖ auf

Es wäre ein sehr netter Ausflugsort mit vielen Spielmöglichkeiten für Kinder, das Wirtshaus zur Minidampfbahn. Es wäre sehr nett, würden sich die BetreiberInnen nicht beflissen fühlen, neben heimischen Tieren wie Zwergschafen, Minischweinen, Ziegen, Eseln und Ponys auch Tiere wie einen Berberaffen oder Wallabys zu präsentieren - und das alles andere als artgerecht. Auch ein Ponykarussell ist dort nach wie vor in Betrieb, während das Ponykarussell im Prater jetzt zum Glück der Geschichte angehört.

MitarbeiterInnen des VGT bekamen den Hinweis, dass die Tierhaltung des Wirtshauses zur Minidampfbahn alles andere als artgerecht sei, dass vor allem der Affe sehr leiden würde. Daraufhin machten wir uns ein eigenes Bild und besuchten besagten Gasthof.

Ein recht durchschnittlicher Gasthof, der eine kleine Minidampfbahn als Attraktion hat, einige Gehege mit Tieren und in seinem Innenhof einige zusätzliche Spielgeräte für Kinder bietet und auch dort wurde besagter Affe ausgestellt.

Das Bild, das sich uns präsentierte, war ein sehr Trauriges. Ein Berberaffe saß allein in einem Gehege, unterbeschäftigt, ständig auf der Suche nach Kontakten. Sobald ein Mensch sich dem Gehege näherte kam der Affe auf einen zu, der Wunsch nach Gesellschaft war sehr eindeutig. Essen gab es keines für den Affen, zumindest wurde keines gesehen, allerdings wurde vom Betreiber auf einen Futterspender hingewiesen,  der Futter für alle Tierarten beinhalten sollte. Für 50 Cent Einwurf bekam man einen kleinen Becher voll sehr staubigem Getreide/Mais Mix, den man über eine Rinne in das Affengehege rieseln lassen konnte. Eine ziemlich erbärmliche Mahlzeit für einen Berberaffen, der sich auf einen zusätzlichen Apfel, der von einem Mitarbeiter des VGT auch noch dazugegeben wurde, regelrecht draufstürzte.

Der Berberaffe ist eine Makkakenart und ist außer dem Menschen die einzige freilebende Primatenart in Europa. In Gibraltar gibt es große Populationen, die vermutlich vom Menschen eingeführt wurden. Berberaffen leben in Gruppen von ca 12 bis 60 Tieren und ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Blättern, Knospen und Wurzeln, gelegentlich stehen auch Insekten, Würmer, Vogeleier oder Spinnen auf dem Speiseplan. So ein Tier alleine zu halten ist laut Gesetz nicht erlaubt, auch müsste ein Innenraum zum Rückzug geboten werden.

Neben dem Berberaffen wurde auch ein Meerschweinchen alleine in einem kleinen Gehege gehalten, ebenfalls gesetzeswidrig, da es für diese Tiere eine große Qual bedeutet, alleine zu sein.

Der VGT hat gegen diese Verstöße Anzeige erstattet!

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