Teilen:

Wie stehen die Parteien zum Tierschutz?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (06.10.2020)

Wien, 06.10.2020

Der VGT-Obmann diskutierte am Welt-Tierschutztag mit Vertreter_innen der in der Wien-Wahl 2020 kandidierenden Parteien in einer Videokonferenz über ihre Tierschutz-Pläne.

Der Welt-Tierschutztag war am Sonntag, den 4. Oktober und damit nur eine Woche vor der Wiener Bezirks- und Gemeinderatswahl. Der Gesprächseinladung des VGT folgten Christoph Schütter (WANDEL), Bettina Emmerling (NEOS), Katharina Nora Bruhn (LINKS) und Rüdiger Maresch (Die Grünen). Die FPÖ lehnte eine Teilnahme unmittelbar ab, die ÖVP gab an, dass sie gerne teilgenommen hätte aber dass die Einladung zu kurzfristig gewesen wäre. Die SPÖ sagte ursprünglich die Teilnahme zu, aber es meldete sich schließlich doch keine Vertretung der Partei bei uns.

Tierschutz liegt seit Einführung des nationalen Tierschutzgesetzes in der Kompetenz des Nationalrats, doch gibt es durchaus für den Tierschutz relevante Themen, die auch auf regionaler Ebene geregelt werden können.

Nachdem die Parteivertreter_innen die Gelegenheit bekamen, ihre Tierschutzprogramme vorzustellen, befragte sie Martin Balluch zu ihrer Haltung gegenüber Normen-Feststellungs-Klagen und dem Vereinsklagerecht im Tierschutz. Dabei geht es einerseits um die Möglichkeit, einen Prozess zur Klärung starten zu können, der prüft, ob Verordnungen den Gesetzen entsprechen. Im Tierschutz gibt es nämlich immer wieder Verordnungen, die zum Beispiel in der Tiernutzung Haltungsformen explizit regeln, die laut einer vernünftigen Interpretation des zu Grunde liegenden Gesetzes gar nicht zulässig sein sollten. Andererseits soll das Verbandsklagerecht Organisationen, die die Interessen von Tieren vertreten, die Möglichkeit geben, Klagen für die betroffenen Tiere einbringen zu können, da diese selbst keine Möglichkeit dazu haben. Dadurch ist es bisher möglich, dass sich zwar Tiernutzungsunternehmen bei Verletzung ihrer wirtschaftlichen Interessen gegenseitig klagen können, dass es aber für die dabei in erster Linie betroffenen Tiere keinerlei Vertretung gibt. Somit haben Tierschutzvereine bisher nicht einmal in eindeutigen Fällen das Recht, das Verfahren zu begleiten oder auch nur zu erfahren, wie diese Verfahren überhaupt enden. Es gibt also für die betroffenen Tiere in solchen Verfahren keinerlei Vertretung. Dementsprechend wenig werden ihre Interessen auch berücksichtigt.

Danach wurde das Jagdrecht angesprochen, das ja – obwohl es den Tierschutz natürlich betrifft – immer noch bundesländerspezifisch geregelt ist. Speziell erörtert wurden die Positionen der Parteien zum immer noch erlaubten Abschuss von Haustieren und zur Praxis, gezüchtete Wildtiere auszusetzen.

Thema war auch, wie die jeweiligen Parteien zur Idee stehen, in Wien in Zukunft nur noch Zirkusse zuzulassen, die keine Tiere in ihren Aufführungen verwenden. Zudem wurde diskutiert, welche Pläne die Parteien bezüglich Fiaker haben. Etwa ob sie für eine Herabsetzung der Hitzefrei-Regelung von 35 auf 30 Grad und für eine Verkürzung der Arbeitszeiten auf 8 Stunden sind. Aber auch eine Reduktion der Standplätze und ein eventuelles Verbot in der Stadt wurde diskutiert.

Allgemein herrschte in der Runde ein konstruktives Gesprächsklima und alle Kandidat_innen vertraten erfreulich tierfreundliche Positionen. Wir danken den Teilnehmer_innen dafür, sich Zeit genommen zu haben und hoffen, dass die Aufzeichnung unserer Videokonferenz einen nützlichen Beitrag zur Meinungsbildung hinsichtlich der Wahlentscheidung tierfreundlicher Wähler_innen sein kann.

Schriftlicher Fragenkatalog

Zusätzlich zur Diskussion haben einige Parteien unsere Tierschutz-Fragen zur Wien-Wahl auch schriftlich beantwortet.

Nachstehend die Antworten der jeweiligen Parteien.

19.03.2026, Wien

Immaterielles UNESCO-Kulturerbe? VGT präsentiert Video zum Singvogelfang in OÖ

Anlässlich der Überprüfung durch die Österreichische UNESCO-Kommission, ob der Singvogelfgang im OÖ Salzkammergut Kulturerbe bleiben soll, zeigt VGT Dokumentation

18.03.2026, Wien

VGT-Riesenhuhn räumt mit Eier-Mythen auf

Eine Protestaktion des VGT macht heute am Stephansplatz auf die Missstände in der Eierproduktion aufmerksam.

17.03.2026, Wien

Mythen rund ums Ei: VGT zeigt Realität

VGT veröffentlicht neues Bildmaterial aus Legehennenhaltungen in NÖ und lädt zu einer Protestaktion mit "Riesenhuhn" ein.

10.03.2026, Wien

Termine Informationsveranstaltung "Wochen des guten Testaments"

Sowie ein Interview von der Vergissmeinnicht-Initiative mit VGT-Obperson DDr. Martin Balluch

05.03.2026, Österreich

E-Mail-Appell gegen den Singvogelfang

Der Singvogelfang im Salzkammergut muss aus dem UNESCO-Kulturerbe gestrichen werden

04.03.2026, Wien

Reindling vegan

Backe einen veganen Reindling mit unserem Rezept!

04.03.2026, Wien

Wien Simmering: Verunfalltes Fiakerpferd eingeschläfert

VGT fordert erneut ein Ende der Fiakerei in Wien, die Gefahr für Tier und Mensch bedeutet

03.03.2026, Wien

Letzter Tag im SLAPP-Prozess von SPAR gegen VGT am Wiener Handelsgericht!

Schweinebauer Hubmann: Umstieg der gesamten Schweinebranche auf Stroh wäre leicht machbar; Vet-Uni Prof. Baumgartner: Vollspaltenboden Vorteil für Halter auf Kosten der Tiere