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VGT-Demo gegen Volksbelustigung beim tierquälerischen "Sportfischen"

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.08.1999)

15.08.1999

Man braucht keine Ahnung von Fischen und vom Fischen zu haben an diesem Teich bekommt jeder für 100,-- S eine Angel: Väter, Mütter, kleine Kinder. Väter, die offensichtlich selbst nichts vom Fischen verstehen, versuchen ihren Kleinsten beizubringen, wie lustig es ist, einen hilflosen Fisch in Todesangst an der Angel zappeln zu sehen. Daß irgendwann einmal einer anbeißt, bevor die Geduld des Kleinen zu Ende geht, ist gewiß: Der Teich ist voller Fische. Wo immer die Angel hineintaucht, überall sind Fische -- Intensivhaltung auch im idyllischen Waldviertel.

Die Fische werden dort gezüchtet, gemästet und ausgesetzt, nur zur profitablen Belustigung von naiven Familien, welche ihre kleinen Kinder frühzeitig zum Tiere quälen abhärten wollen. So heißt es in der Ankündigung des Karpfenfestes: "Kinder dürfen entweder selbst zur Angel greifen oder beim Fischen und anschließendem Ausnehmen, Schuppen und Zubereiten der Fische zusehen...". 

Ein Tier zweimal oder gar dreimal zu jagen und dann umzubringen, wie es bei derartigen "Sport"-Veranstaltungen üblich ist, nur aus Spaß und zur Unterhaltung, würde zwar klar gegen § 2 des NÖ Tierschutzgesetzes ("Tierquälerei: Niemand darf einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen") verstoßen, wäre da nicht vorsichtshalber gleich im § 3 die Klausel eingebaut, daß "herkömmliche" Fischerei keine Tierquälerei bedeute!

Von ungerechtfertigten Schmerzen, Leiden und Schäden bekommen die Fische bei derartigen "Sportfischereien" jedenfalls jede Menge: Wenn ein Fisch anbeißt, geht die meist dilettantische, qualvolle Prozedur los: Er wird an Land gezogen, meistens ohne Hilfe eines Keschers (Unterfangnetz), am Angelhaken über den Weg gezogen und liegengelassen bis der des Fischens unkundige «Fischer» überlegt hat, was er nun tun soll. Indessen zappelt und windet sich der Fisch und fällt mit seiner empfindlichen Haut und seinen lidlosen Augen immer wieder auf den scharfkantigen Splitt, die schmerzende Angel im Rachen. Schließlich versucht der Fischer, ihm die Angel mit einer Zange oder -- da das nötige Instrumentarium meistens nicht zur Hand ist -- mit den Fingern herauszuwürgen, was oft lange dauert, besonders ohne Erfahrung. Hat er das endlich geschafft, legt er den Fisch wieder hin und geht auf die Suche nach einem Holz zum Totschlagen der Fische, oder er irrt mit dem zappelnden Fisch in der Hand oder noch am Haken herum und schlägt ihn dann auf einer Kante endlich tot -- aber nicht etwa mit einem kräftigen Schlag. Erwachsene wie kleine Kinder trommeln zaghaft, dafür mit Dutzenden von Schlägen auf den immer noch lebenden Fisch ein. Andere werfen die lebenden Fisch einfach in einen Eimer -- halbvoll mit zuckenden Karpfen, die langsam ersticken....

Aber wen kümmert's: Es sind ja nur Tiere. Das völlig unzureichende NÖ Tierschutzgesetz wurde offenbar nicht geschaffen, um die Tiere zu schützen, sondern um die Bevölkerung zu beruhigen und die gewerbsmäßigen Tierquäler zu schützen: Alle üblichen Tierquälereien, v.a. bei der in NÖ besonders intensiv betriebenen Massentierhaltung, werden als "gesetzeskonform" erklärt. Wann ringen sich unsere "Volksvertreter" endlich zu einem wirkungsvollen, bundesweiten Tierschutzgesetz durch, welches auch "traditionelle" Tierquälereien verbietet? Der VGT wird am Sonntag, dem 15.8. ab 12 Uhr vor Ort gegen diese tierquälerische Volksbelustigung demonstrieren und mit Transparenten, Flugblättern und Megaphon präsent sein.

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