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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (18.10.2001)

Laaben, am 18.10.2001

Heute 20 "Nutz"-Tiere gerettet

Bereits am Mittwoch abend erreichten den VGT verzweifelte Anrufe, nachdem in einer Fernsehsendung ein Kurzbericht über einen Vorfall in Frastanz (Vbg.) gebracht wurde: Eine Kuh ist vor der Verfrachtung in einen Schlachttiertransporter ausgerissen und in die Wohnung eines benachbarten Bauern geflüchtet, dann allerdings wieder eingefangen worden. Durch diesen panikbedingten Umstand wurden ihr noch ein paar Tage Galgenfrist eingeräumt, um ihren Streß abzubauen und die Fleischqualität nicht zu gefährden. Von einigen Tierfreunden alarmiert, setzten wir uns heute den ganzen Tag - gemeinsam mit der Vorarlberger Tierrechtsorganisation "Humanitas" - dafür ein, die Jungkuh freizukaufen und an einem sicheren Bauernhof vor Ort, bzw. später auf einem Gnadenhof unterzubringen. Dies ist nunmehr gelungen: Für 14.000,- öS konnten wir gemeinsam die 400 kg schwere Tiroler Grauvieh-Kalbin, die wegen Fruchtbarkeitsstörungen bereits im Alter von ca. 30 Monaten zum Schlachter geschickt wurde, freikaufen und in einem Freiland-Hof im Bregenzer Wald unterbringen. Dort wird sie bleiben können, bis der Gnadenhof von "Humanitas" fertiggestellt sein wird und sie ihr restliches Leben in Freiheit und Sicherheit verbringen darf.

"Zufällig" zur gleichen Zeit erreichten uns heute verzweifelte Anrufe von Tierschützern aus NÖ, daß in einem fensterlosen Silo eines verwahrlosten "Bauernhofes" 19 Ziegen ohne Versorgung eingepfercht seien. Sie kämen morgen, also am 19.10. um 9 Uhr, zur Schlachtung, wenn nicht vorher ein Platz für sie gefunden würde. Also hat sich auch hier der "Verein gegen Tierfabriken" (VGT) bereit erklärt, diese zumindest vorübergehend auf den Weiden seines Gnadenhofes in Laaben aufzunehmen. Sie werden bereits um 8 Uhr zu uns gebracht und dürfen dann - wohl zum ersten Mal in ihrem Leben - frisches Gras, Sonnenlicht und Freiheit genießen. In weiterer Folge werden wir versuchen, dauerhafte Plätze zu finden, soweit sie nicht bei uns überwintern können. Wer diesbezüglich etwas weiß oder zur Verfügung stellen kann, ist aufgerufen, sich bei uns im VGT-Büro unter 01/929 14 98 zu melden.

Auch wenn diese Rettungsaktionen bei ca. 70 Millionen geschlachteten "Nutz"-Tieren pro Jahr allein in Österreich nur wie "ein Tropfen auf den heißen Stein" erscheinen mögen, so wollen wir damit die Symbolkraft für das Recht auf artgemäßes Leben jedes einzelnen fühlenden Wesen unterstreichen. Nichtmenschliche Tiere haben - auch wenn sie nicht zu den relativ privilegierten Heimtieren gehören - eine Eigenwürde und ein moralisches (aber leider keinerlei legistisches) Recht auf Leben in Freiheit und ohne Leiden. Das wollen wir zumindest an diesen 20 Individuen, die wir heute vor dem sicheren Tod bewahren konnten, aufzeigen.

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