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VGT präsentiert neueste Recherche-Ergebnisse aus Skandinavien

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (24.11.2003)

wien, 24.11.2003

Pelzfarmen sind weltweit Tierquälerei!

Detaillierte Daten und Fakten zur Untersuchung der Pelzfarmen in Skandinavien sowie viele Bilder: www.vgt.at/pelz.html

Der VGT war von 17. – 29. Oktober und von 9. – 14. November 2003 in Skandinavien um eine Bestandsaufnahme der weltgrößten Pelzindustrie zu machen und die Pelzfarmen zu filmen und zu fotografieren. Unter widrigsten Bedingungen – von Pelzfarmern u.a. mit Waffen bedroht und von der Polizei 3 Tage festgehalten – wurden 80 Pelzfarmen besucht.

Der VGT fand, dass sich in Skandinavien die Situation für die Pelztiere um nichts anders darstellt, als in Osteuropa, China oder Russland. Jeweils 2 Nerze müssen sich einen Käfig der Größe 30 cm x 90 cm teilen, ohne Schwimmwasser und mit Gitterboden. Die Füchse haben es auch nicht besser. Ein bis zwei Füchse leben in Käfigen der Größe 50 cm x 60 cm ohne jegliche Struktur, auch auf einem Gitterboden 1 m über dem Boden. Die Tiere sind Wind und Wetter ausgesetzt – vorsätzlich, damit der Winterpelz sehr dicht wird – und müssen dabei ununterbrochen auf Metallgittern leben, im eiskalten hohen Norden!

Der VGT präsentiert auch erstmals Fotos vom Superfuchs, dem neuesten finnischen Pelztierzucht“erfolg“, der aufgrund einer Mutation entstanden ist und jetzt vorsätzlich weiter vermehrt wird: er hat doppelt soviel Pelz wie ein normaler Fuchs, in dicken Falten am Körper und im Gesicht. Der Superfuchs kann nur noch unter Schmerzen stehen und sich kaum mehr bewegen.

In Skandinavien werden 55% aller Pelze weltweit produziert. In manchen Regionen in Finnland schließt sich eine riesige Pelzfarm direkt neben die andere an. So hat z.B. Nykarleby mit 7000 Einwohnern 350 Pelzfarmen oder Kaustinen mit 1000 Einwohnern 130 Pelzfarmen.Österreichische Kürschner behaupten nur aus Skandinavien Pelze zu beziehen, weil dort der beste Tierschutzstandard bestünde. Der VGT konnte jetzt nachweisen, dass auch in Skandinavien die Pelzfarmen die weltweit üblichen Haltungsbedingungen haben. Der Tierschutz in ganz Skandinavien ist deswegen auch ausnahmslos für die Abschaffung aller Pelzfarmen. Und tatsächlich nimmt die Anzahl der Farmen rapide ab: in den letzten 5 Jahren gingen in Norwegen die Farmen um 45%, in Schweden um 30%, in Finnland um 23% und in Dänemark um 25% zurück. Die letzte Pelzfarmerschule in Finnland musste mangels Interesse schließen.

Aus Finnland und Norwegen wurden die erstellten Filmmaterialien per Post nach Österreich geschickt. Die finnische Polizei beschlagnahmte aber die Filme aus Finnland, obwohl sie völlig legal gefilmt worden waren. So musste am 9. November ein VGT-Filmteam wieder nach Finnland zurückkehren. Während ein Aktivist in einer Pelzfarm filmte, wurde der Fahrer des Autos viele km entfernt auf einer Tankstelle von Pelzfarmern umstellt und mit dem geladenen Gewehr bedroht. Er rief die Polizei zu Hilfe, die allerdings ihn und nicht die Pelzfarmer wegen Störung der öffentlichen Ordnung festnahm. Viele Stunden später und weitere 10 km entfernt wurde der andere Aktivist in einem Supermarkt von Pelzfarmern angegriffen und flüchtete auf die Toilette. Die ebenfalls mit dem Notruf herbeigerufene Polizei verhaftete auch ihn. Die VGT-Aktivisten wurden 3 Tage lang in einer Zelle festgehalten und alle ihre Filme wurden wiederum konfisziert. Unmittelbar vor dem Abflug ihres Flugzeuges wurden sie freigelassen, um zu verhindern, dass sie weitere Filmaufnahmen machen könnten. Dennoch gelang es Filmaufnahmen jetzt auch von finnischen Pelzfarmen aus dem Land zu bringen.

„Fast alle der zahllosen Pelztiere, denen ich auf meiner Skandinavien-Tour in die Augen geschaut habe“, sagt VGT-Obmann Martin Balluch, „werden jetzt gerade mit der Metallzange aus den Käfigen geholt und mit Gas oder Elektroschock getötet, nachdem sie ihr kurzes Leben in einem winzigen Drahtgitterkäfig verbracht hatten. Wer so etwas gesehen hat, könnte nie wieder Pelz kaufen!“

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