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Steinbockgipfel an der Hohen Wand: VGT bietet Umsiedlung als gewaltfreie Lösung

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (18.04.2013)

Zweiersdorf, 18.04.2013

2 Gutachten der Umweltanwaltschaft bestätigen: Population von 60-70 Steinböcken nur wegen ganzjähriger Schalenwildfütterungen durch die Jägerschaft in der Region so hoch

Die Hohe Wand sei als Natura 2000 Schutzgebiet besonders sensibel, erklärten die Gutachter der nö Umweltanwaltschaft Dr, Traxler und DI Forstner beim heutigen Steinbockgipfel in Zweiersdorf, Bezirk Neunkirchen. Anwesend waren neben den beiden Hauptleuten der betroffenen Bezirke sowie der Jägerschaft, den GrundeigentümerInnen, der Bergrettung und einigen AnrainerInnen auch der VGT. „Der Tierschutz“, erklärte VGT-Obmann DDr. Martin Balluch, „muss auch in die Entscheidung über die Zukunft der Steinböcke einbezogen werden.“ Dabei hob er 2300 Unterstützungserklärungen gegen einen Abschuss in die Höhe.

Die Gutachter der nö Umweltanwaltschaft wiesen nach, dass es zur Beschädigung einiger Pflanzenarten durch die hohe Schalenwilddichte an der Hohen Wand gekommen ist. Neben den 60-70 Steinböcken und 50 Gemsen der Region sind dafür aber auch die zahlreichen Rehe und Hirsche mitverantwortlich. Die überhöhten Wildpopulationen, und insbesondere der starke Zuwachs der Steinbockanzahl, geht aber direkt auf die oft ganzjährigen Fütterungen in den betroffenen Jagdrevieren zurück. Mit vielen Bildern wurde belegt, dass sich neben Steinböcken und Gemsen auch Wildschweine an dem gebotenen Kraftfutter mästen. „Kein Wunder“, fügte der VGT-Obmann hinzu, „dass es ein zunehmendes Wildschweinproblem gibt, wenn man die Tiere alle durchfüttert. Da muss sich die Jägerschaft schon selbst bei der Nase nehmen. Zuerst werden Überpopulationen künstlich hervorgerufen, und dann 'muss leider' geschossen werden!“

Doch der VGT hatte eine gewaltfreie Lösung zu bieten: die Umsiedlung. Es gäbe bereits sowohl einen Grundeigentümer, der den Fang mit Kastenfallen ermöglichen würde, als auch ein Hochgebirgsrevier in Salzburg, das die Tiere aufnehmen könnte. Doch die anwesenden JägerInnen zeigten sich nicht begeistert, obwohl sie keine Gegenargumente liefern konnten. Die Bezirkshauptleute meinten, dass das zwar eine gangbare Lösung wäre, doch dass es rechtliche Probleme gebe. Sowohl die betroffenen JagdrevierpächterInnen als auch die GrundeigentümerInnen müssten zustimmen. „Jetzt kann die Jägerschaft beweisen, dass ihr der Tierschutz ein Anliegen ist, wie sie immer behauptet, und dass sie nicht die Jagdlust treibt“, fügte der VGT-Obmann hinzu. „Sollten die JägerInnen dem Umsiedlungsprojekt nicht zustimmen, gibt es kein Argument mehr für einen Abschuss!“

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