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350 TeilnehmerInnen auf lautem Demoumzug gegen Pelz in Wien

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (09.02.2015)

Wien, 09.02.2015

Insbesondere gegen Kleider Bauer und Hämmerle, aber seit Neuestem leider auch gegen P&C, weil dort plötzlich wieder Kaninchenpelz verkauft wird, drückten die TierschützerInnen deutlich ihr Missfallen aus

In dieser Wintersaison fiel der schon traditionelle Wiener Anti-Pelz Umzug in den Februar, da vor Weihnachten die Mariahilferstraße noch eine Baustelle war. Das konnte aber der Stimmung bei der heutigen Demo keinen Abbruch tun. Insgesamt 350 TierschützerInnen sammelten sich beim Westbahnhof und zogen laut skandierend und von einem Lautsprecherwagen unterstützt bis in die Innenstadt. Dabei wurde vor Kleider Bauer und Hämmerle, beides führend pelzverkaufende Geschäfte und beide an der Verfolgung der AktivistInnen im Tierschutzprozess direkt beteiligt, heftig protestiert. Ebenso gab es einen Halt vor P&C, die 2006 aus dem Pelzhandel ausgestiegen waren, weil heuer dort erstmals wieder Kaninchen verkauft wurde. Es ist unser von der Verfassung verbrieftes Recht, unsere Wut und Verzweiflung auszudrücken. Es gibt Zeiten für eine rationale Diskussion und Überzeugungsarbeit, und es gibt Zeiten, in denen man auf den Tisch hauen und deutlich sagen muss, wie unerträglich man die bestehende Situation findet.

Pelztierfabriken sind heute genauso grauenhaft tierquälerisch, wie sie es schon immer waren. Man stelle sich nur vor, wie der eigene Hund in einem solchen Käfig verkommt, völlig allein gelassen, nur auf seinen Tod durch Vergasung oder Elektroschock wartend, und es dreht einem den Magen um. Genau so fühlt mittlerweile die große Mehrheit der Menschen. In einer repräsentativen Meinungsumfrage von IFES im August 2013 sprachen sich 68% der österreichischen Bevölkerung für ein absolutes Handelsverbot mit Pelz aus, nur 24% waren dagegen. Nach dem Pelzfarmverbot von 1998 in Österreich – dem weltweit ersten – wäre es nun an der Zeit, auch den Handel mit diesem Tierqualprodukt zu untersagen. Immerhin ist der Handel mit Hunde-, Katzen- und Robbenpelzen bereits verboten.

Doch die Proteste gegen Pelz in Österreich richten sich nicht nur gegen die letzten Mohikaner in diesem Metier hierzulande, sondern sind ebenso ein internationales Signal, das auch aufgegriffen wird. In verschiedenen Ländern, allen voran in Osteuropa, formieren sich zunehmend mehr Tierschutzgruppen, die nach dem Vorbild Österreichs ebenso Pelzfarmverbote erreichen wollen. Insbesondere in Polen und Tschechien, aber auch in den baltischen Staaten werden immer mehr Proteste laut. Aus Österreich floh der letzte Pelzfarmer nach Schließung seiner Farm in die Tschechische Republik. Bald wird ihm der Boden auch dort zu heiß werden, genauso wie jenen PelzfarmerInnen, die aus den Niederlanden nach Polen flüchten, weil ihnen bei sich Zuhause unmittelbar ein Verbot droht. Bald wird es weltweit keinen Schlupfwinkel mehr für Menschen geben, die Tieren für ein so sinnloses Luxusprodukt wie Tierpelz ein derart grausames Schicksal aufzwingen.

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