Teilen:

Pressekonferenz: Wissenschaftliche Gutachten bestätigen, Jagd auf Zuchttiere Tierquälerei

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (10.02.2016)

Wien, 10.02.2016

Panik bei Treibjagd im umzäunten Gatter große Qual, Aussetzen von gezüchtetem Federwild tier- und artenschutzwidrig: Jagd auf Zuchttiere ist nicht weidgerecht und unnötige Tierquälerei

Material zur Pressekonferenz:

In einer Pressekonferenz in Wien präsentierten heute der Lektor i.R. der Vet Uni Wien Dr. Hans Frey und die Wildbiologin Dr. Karoline Schmidt ihre Gutachten zur Frage der Weidgerechtigkeit und der Tierquälerei bei der Jagd auf Zuchttiere. Frey wies nach, dass das Aussetzen von gezüchtetem Federwild nicht nur die Wildpopulationen keinesfalls stützt, sondern sie sogar im Bestand bedroht. Zusätzlich sind Zuchttiere nicht in der Lage sich in der freien Wildbahn zurecht zu finden und leiden daher großen Stress und Qualen. Schmidt wiederum zitierte eine Reihe von wissenschaftlichen Studien, die das Leid von jenen Tieren belegen, die in umzäunten Gattern bei Treibjagden gehetzt werden. Gezüchtete Tiere befinden sich aber in der Obhut des Menschen. Wenn sich die Jagd durch den Gewinn von Wildbret rechtfertigt, dann ist die Jagd im Fall von gezüchteten Wildtieren unnötig. Die Jagd auf Zuchttiere ist daher unnötige Tierqual und damit sowohl tier- und artenschutzwidrig, als auch nicht weidgerecht.

Die beiden Gutachten werden durch die Aussage der Tierschutzombudsfrau der Steiermark, der nicht praktizierenden Jägerin und ehemaligen Amtstierärztin Dr. Barbara Fiala-Köck gestützt, die auf einer Fachtagung zur Jagd im November 2015 wörtlich sagte: „Bewegungsjagden in Jagdgattern sind keinesfalls zur Bestandsreduktion oder zur Vermeidung von Jagddruck notwendig und daher besonders tierschutzrelevant. Unter Zugrundelegung der Maßstäbe des Tierschutzrechts kann hier sehr schnell der Tatbestand der Tierquälerei erfüllt sein.“

Univ.-Prof. Klaus Hackländer vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU Wien wiederum veröffentlichte 2014 einen Artikel in einer Jagdzeitschrift, in dem er das Aussetzen von gezüchtetem Federwild als wirkungslos für die Bestandsdichte bezeichnete. In einem Gutachten von 2010 nannte er das Aussetzen von Zuchttieren in die freie Wildbahn ohne wissenschaftliche Begleitung eine Tierquälerei.

Gatterjagden gibt es noch in Wien, dem Burgenland, Niederösterreich und Salzburg. Wien ist gerade dabei, das einzige dort bestehende Jagdgatter innerhalb von 5 Jahren zu schließen, im Burgenland wird das Jagdgesetz grundlegend reformiert, in Niederösterreich werden alle Jagdgatter überprüft und im Mai gibt es zu einer möglichen Reform eine Verhandlungsrunde, und in Salzburg liegt ein Antrag der Grünen im Landtag für ein Verbot der Gatterjagd vor.

Das Aussetzen von Federwild ist in ganz Österreich erlaubt. Alle Landesregierungen, bis auf Oberösterreich und Kärnten, haben bereits die Bereitschaft signalisiert, diese Praxis zu hinterfragen. In den nächsten Monaten ist ein bundesweites Verbot durchaus im Bereich des Möglichen.

02.06.2026, Gerersdorf

Bürgermeister von Hafnerbach zeigt Schweinebetrieb Hubmann wegen Tierleids an

Er habe in den Schweineboxen die Ferkel auf einem Haufen liegen gesehen (was sie immer tun!) und gemeint, manche könnten vor Kälte zittern – Anzeige!

01.06.2026, Baden

Erstes Pflanzenmilchfest in Baden macht Lust auf mehr

Am Samstag, dem 30. Mai 2026, fand am Hauptplatz in Baden bei Wien das erste Pflanzenmilchfest statt.

01.06.2026, Wien

Heute jährt sich zum 1. Mal Fehlentscheidung Regierung Schweine-Vollspaltenboden

Die echte Ablauffrist für den Vollspaltenboden bis 2040 bzw. 23 Jahre wurde abgeschafft, stattdessen ein Vollspaltenboden Neu als neuer Mindeststandard ab 2034/2038 installiert!

28.05.2026, Wien

Nachruf für den Tierrechtspionier Helmut F. Kaplan

Verfasst von DDr. Martin Balluch.

26.05.2026, Wien

Kein Tierschutz für den Afrikanischen Wels?

Immer mehr Aquakulturbetriebe in Österreich züchten Afrikanische Welse. Unzureichende Gesetze machen Tierschutzprobleme wahrscheinlich.

21.05.2026, Wien/Steiermark

VGT an Styriabrid-Obmann Kaiser: bitte lesen Sie die Verordnung zur Schweinehaltung

Josef Kaiser hatte Medien erklärt, er wüsste nicht, worauf sich der VGT beziehe; Punkt 2.1 der Anlage 5 der 1. Tierhaltungsverordnung ist eindeutig: angenehmer Liegebereich

20.05.2026, Guntersdorf/Wien

VGT gibt echte Einblicke in den Tierschutzunterricht

Unterricht des VGT beliebt wie eh und je, Rückmeldungen von Lehrpersonen und von Kindern durchwegs positiv

20.05.2026, Wien

Steiermark: FPÖ und ÖVP schmettern Grünen Antrag im Landtag gegen Vollspalten ab

Die steirische Landesregierung ist nicht einmal bereit, Tierwohlfleisch in Landesküchen oder den Umbau der Schweinebetriebe weg vom Vollspaltenboden zu fördern